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Triumphzug in Basler Farben: Wie Coop und seine Töchter der Migros die Kunden abjagen

vor 3 Stunden
3 Min. Lesezeit

Die Schweizer Detailhandelslandschaft erlebt eine historische Machtverschiebung. Jahrelang galt das Duell zwischen Migros und Coop als unentschiedenes Kopf-an-Kopf-Rennen zweier Schweizer Ikonen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Während Coop nicht nur im Supermarktregal, sondern über das gesamte Konzernnetzwerk massenhaft Neukunden gewinnt, steckt die Migros im tiefsten Schlamassel ihrer Firmengeschichte. Der orange Riese hat nicht nur hunderte Millionen Franken in teuren Fehlentscheiden verbrannt – er hat vor allem das Wertvollste verspielt: das Vertrauen seiner Kundschaft.



Der Vormarsch von Coop beschränkt sich längst nicht mehr auf die Supermärkte. Die Basler Führung zeigt, wie ein modernes Retail-Ökosystem funktioniert: schlagkräftig, kundenorientiert und ohne ideologische Scheuklappen.


Das beste Beispiel dafür ist die Tochter Jumbo. Während die Migros ihre traditionsreichen Fachmärkte jahrelang vernachlässigte oder geschlossen hat, schluckte Coop den Baumarkt-Riesen Jumbo kurzerhand, fusionierte ihn mit «Bau+Hobby» und schuf den unangefochtenen Schweizer Platzhirsch für Handwerk, Garten und Heimwerkerbedarf. Wer heute Werkzeug, Pflanzen oder Baumaterial braucht, landet fast automatisch bei Jumbo. Auch online punktet Jumbo immer häufiger mit den günstigsten Aktionen im Land. Und die Migros? Sie liquidierte oder verscherbelte SportX, Melectronics und Bike World, während Do it + Garden und Micasa seit Jahren schwächeln. In Langenthal beispielsweise schloss die Migros einen ganzen Komplex, bestehend aus Do it + Garten, Micasa, Melectronics und SportX. Man kann sich unschwer vorstellen, wie sich die Kundschaft im Oberaargau bis heute verletzt, verraten und vernachlässigt vorkommt. Statt Kunden an moderne Fachmärkte zu binden, hinterlässt die Migros heute gähnende Leere in ihren Einkaufszentren.


Dasselbe Bild an allen Fronten: Coops Kette Interdiscount behauptet sich wacker, die Import Parfumerie zieht Beauty-Käufer an, und mit der Komplettübernahme der Coop Mineraloel AG fängt Coop mit seinen «Coop Pronto»-Shops Pendler und Spontaneinkäufer lückenlos ab – 365 Tage im Jahr, von frühmorgens bis spätabends. Im Hintergrund sorgt die B2B-Macht Transgourmet mit Europas führendem Gastro-Grosshandel und der börsenkotierten Bell Food Group für verlässliche Ertragsperlen, die dem Basler Konzern enorme finanzielle Muskeln verleihen.


Warum aber laufen die Konsumenten Coop und seinen Töchtern in Scharen zu? Die Antwort ist simpel: Coop macht den Alltag bequemer, die Migros komplizierter.


Besonders peinlich für die Zürcher Teppichetage: Selbst grossspurig angekündigte Rettungsversuche verpuffen. Mit viel Getöse hatte Migros-Chef Mario Irminger versprochen, die Preise von über 1000 Alltagsprodukten auf echtes «Discount-Niveau» zu senken, damit niemand mehr zu Lidl und Aldi abwandere. Tausende gelbe «Tiefpreis»-Schilder sollten die Wende erzwingen. Doch das Versprechen entpuppte sich für viele Konsumenten als Mogelpackung: Preistests zeigten rasch, dass viele angebliche Tiefpreis-Artikel bei Discountern – und teils sogar bei der eigenen Tochter Denner – nach wie vor günstiger waren. Statt Kunden zurückzuholen, sorgte der Schilderwald für Verwirrung und Ärger. Und bis heute wird die Migros an dem Versprechen gemessen.


Bei Coop bekommen Kunden hingegen Verlässlichkeit und echtes One-Stop-Shopping: von vertrauten Lebensmitteln über die Lieblingsmarke bis zur Flasche Wein und dem Gartenbedarf von nebenan. Die Migros hingegen verhedderte sich im Filz ihrer zehn Regionalgenossenschaften, versenkte Millionen im deutschen Pleite-Abenteuer Tegut und verlor das Gespür für die Basis.


Die Quittung folgt an den Kassen: Wer sparen will, geht zu Aldi und Lidl; wer Vielfalt, Qualität und echten Komfort schätzt, kauft bei Coop und seinen Töchtern ein. Coop hat seine Hausaufgaben gemacht – während die Migros vor den Trümmern ihrer eigenen Arroganz steht. Da nützt es auch nichts, wenn die Migros dereinst ihre zehn Regionalgenossenschaften fusionieren sollte. "Verarschte" Kundinnen und Kunden sind die Regionalgenossenschaften egal. Sie verzeihen es nie.


Hinweis: Weder Coop noch Migros sind oder waren je Werbekunden der Internet-Zeitung oder des Webradios soaktuell.ch, weshalb unsere Redaktion hier offen und ungefiltert schreiben kann und sich inhaltlich auf Gespräche mit Brancheninsidern abstützt.


Illustration: KI-generiert von Gemini

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