Zuerst Steuern und Abgaben auf Treibstoffen und Heizöl senken, statt Verkehr auszubremsen!
Die Diskussionen um tiefere Geschwindigkeiten auf Schweizer Autobahnen reissen nicht ab. Immer wieder fordern Klimabewegungen und Verkehrsplaner Tempo 100 oder gar 80 auf den Nationalstrassen. Doch bevor der Bund Autofahrende und die Wirtschaft mit neuen Tempolimits gängelt, muss Bern an die eigene Nase fassen: Einer der grössten Preistreiber an der Zapfsäule und beim Heizen ist nämlich der Staat selbst. Eine pauschale Temporeduktion ist zudem ein verkehrspolitischer Irrweg, der ausgerechnet jene bestraft, die längst auf saubere E-Mobilität umgestiegen sind.

Ein Blick auf die Quittung an der Tankstelle oder die letzte Heizölrechnung sorgt landauf, landab für Unverständnis. Das Leben in der Schweiz ist teurer geworden, die Kaufkraft schmilzt, und individuelle Mobilität droht zum Luxusgut zu verkommen. Verantwortlich dafür sind jedoch nicht allein die weltweiten Rohstoffmärkte, sondern auch die fiskalische Gier des Bundes.
Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache: Auf jedem einzelnen Liter Treibstoff kassiert der Staat schamlos mit. Bei Benzin belaufen sich die fixen Abgaben auf über 80 Rappen pro Liter. Allein die Mineralölsteuer und der Mineralölsteuerzuschlag machen 76,82 Rappen aus. Hinzu kommen Pflichtlagerbeiträge, der KliK-Aufschlag für CO₂-Kompensationen und obendrauf noch 8,1 Prozent Mehrwertsteuer – die absurderweise auch noch auf die Steuern selbst erhoben wird. Unter dem Strich fliessen so bei jedem Liter Benzin rund ein Franken direkt an den Staat. Bei Diesel ist das Bild noch drastischer: Hier summiert sich die staatliche Last auf bis zu 104 Rappen pro Liter.
Wer meint, wenigstens beim Heizen verschont zu bleiben, täuscht sich. Auf Heizöl erhebt der Bund eine CO₂-Lenkungsabgabe von fast 32 Rappen pro Liter. Mieter und Eigenheimbesitzer zahlen pro Tankfüllung hunderte Franken an reiner Steuerlast, noch bevor die Wohnung auch nur ein Grad wärmer ist.
In dieser Situation nun tiefere Tempolimits zu fordern, um Sprit zu sparen, zeugt von Realitätsverlust. Eine Temporeduktion trifft nämlich keineswegs nur herkömmliche Verbrenner, sondern bremst in voller Härte auch alle sauberen Elektrofahrzeuge aus.
Hunderttausende Pendler, Familien und Gewerbebetriebe haben viel Geld in die Hand genommen, um auf E-Autos und elektrische Transporter umzusteigen. Logistiker investieren Millionen in moderne E-Lastwagen. Sie alle stossen lokal kein einziges Gramm CO₂ aus und tragen aktiv zur Dekarbonisierung bei. Warum sollten diese emissionsfreien Fahrzeuge auf bestens ausgebauten Autobahnen künstlich eingebremst werden? Wer saubere E-Fahrzeuge genauso drosselt wie alte Diesel, zerstört jeden Anreiz für den Umstieg auf klimafreundliche Antriebe und entwertet die Investitionen des Gewerbes.
Zudem ist Zeit bares Geld: Chauffeure, Servicetechniker und Pendler verlieren auf den Nationalstrassen wertvolle Arbeits- und Lebenszeit. Stau und Schleichverkehr schwächen den gesamten Wirtschaftsstandort Schweiz.
Wenn der Bund wirklich einen Beitrag leisten will, muss er das Problem an der Wurzel packen. Bern muss die exorbitanten Steuern, Gebühren und Abgaben auf Benzin, Diesel und Heizöl spürbar senken. Das entlastet die Bevölkerung direkt im Portemonnaie, stärkt das Gewerbe und nimmt den Druck von den Haushalten. Bürger und Wirtschaft brauchen keine neuen Schikanen auf der Autobahn – sie brauchen finanzielle Entlastung. Zuerst runter mit den Steuern, statt freie Fahrt für saubere Mobilität zu blockieren!
Foto: Blödsinn total. Mit Tempo 80 auf der Autobahn soll Sprit gespart werden, dabei stehen vor allem E-Autos und E-Lastwagen im künstlichen Stau. KI-generiertes Bild von Gemini.













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