Trumps Kartenhaus wackelt unter Rekordinflation und Krisen
Wenige Wochen vor den Kongresswahlen liegen die Nerven im Weissen Haus blank. Donald Trump und die Republikaner stehen in den Umfragen mit dem Rücken zur Wand. Eine toxische Mischung aus explodierenden Lebenshaltungskosten, aussenpolitischen Debakeln und einem Präsidenten, der bei Kundgebungen verbal wild um sich schlägt, bringt die Mehrheit im Parlament massiv in Gefahr.
Im Zentrum der Wut der US-Bürger stehen die ins Unermessliche steigenden Preise. Der Alltag ist für viele Familien unbezahlbar geworden. Ein wesentlicher Treiber dafür ist der Krieg im Iran, der sich zu einem extrem teuren und unpopulären finanziellen Fass ohne Boden entwickelt hat. Die Verzweiflung der Regierung ist derart gross, dass Trump offenkundig sein eigenes Sanktionsregime untergräbt: Um die immensen Spritpreise vor dem Wahltag am 3. November irgendwie zu drücken, müssen die USA ausgerechnet bei Wladimir Putin russischen Diesel einkaufen. Für viele Beobachter ist das eine absolute aussen- und energiepolitische Bankrotterklärung. Die Welt lacht sich ins Fäustchen und die US-Amerikaner reiben sich nur noch verwundert die Augen.
Gleichzeitig isoliert sich Washington wirtschaftlich zunehmend selbst. Während andere Länder erfolgreich neue Freihandelsabkommen schmieden, setzt Trump auf radikale Konfrontation. Auf einer Kundgebung in Tennessee drohte er dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron mit 250 Prozent Strafzoll auf Wein und Champagner. Auch Deutschland wurde Ziel seiner absurden Attacken: Er behauptete ernsthaft, die deutsche Energiewende habe das Land «zwei Tage vor die Auslöschung» und den Bankrott getrieben.
Diese aggressive Rhetorik und die astronomische Teuerung zeigen auch im Tourismus verheerende Wirkung. Internationale Gäste meiden das Land immer häufiger. Besonders drastisch ist der Einbruch im Norden: Kanadische Touristen boykottieren die USA zunehmend und geben ihr Geld lieber im eigenen Land aus. Die US-Grenzstaaten beklagen Milliardenverluste.
Innenpolitisch häufen sich derweil die Zeichen institutionellen Versagens. Die verpfuschte und schliesslich abgebrochene Hinrichtung der zum Tode verurteilten Christa Pike in Tennessee wird international als Sinnbild für einen Staat gewertet, der selbst bei seinen restriktivsten Kernaufgaben die operative Kontrolle verliert. Auf den immensen Druck reagiert Trump mit persönlicher Hetze: Den muslimischen Senatskandidaten Abdul El-Sayed diffamierte er als «radikalen Dschihadisten» und nannte ihn demonstrativ «Muhammad».
Ob diese radikale Eskalations- und Mobilisierungsstrategie ausreicht, um den drohenden Absturz im Kongress abzuwenden, entscheidet sich am 3. November. Statt der versprochenen Stärke dominieren kurz vor den Wahlen Chaos und handfeste wirtschaftliche Sorgen die USA.
Trump könnte den Iran-Krieg morgen für beendet und alle Ziele als erreicht erklären. Das interessiert kaum jemanden mehr. Doch die USA könnten Milliarden Dollar sparen. Mit jedem Tag, den Trump den Iran-Krieg und die Strafzölle aufrecht erhält, verschlimmert sich die wirtschaftliche Situation in den USA und seine Situation an den Wahlurnen. Kein Wunder, ist die republikanische Partei besorgt.













Kennt man in den USA eigentlich keine gelben Wägeli?