Standortattraktivität im Kanton Solothurn: Oensingen ist top.
Der neue Gemeinde-Standortindikator der Solothurner Handelskammer (SOHK) und der BDO AG zeigt erstmals eine umfassende, vergleichbare Bewertung der wirtschaftlichen Standortqualität im Kanton Solothurn. Oensingen erreicht dabei mit 71.25 von 100 Punkten den Spitzenplatz und setzt sich knapp vor Olten und Däniken durch. Der Indikator analysiert 40 solothurnische Gemeinden anhand von fünf gleich gewichteten Themenfeldern und schafft damit eine neue, datenbasierte Grundlage für die Beurteilung der Standortattraktivität auf Ebene Gemeinde. Erstmals spielten dabei auch die lokalen Strompreise eine wichtige Rolle.
SOHK / Daniel Probst

Zwischen den Gemeinden bestehen deutliche Unterschiede, gleichzeitig zeigen sich klar erkennbare Erfolgsprofile. Neben den steuerlichen Rahmenbedingungen sind insbesondere Verkehrsanbindung, Flächenverfügbarkeit und wirtschaftliche Substanz zentrale Faktoren.
Erstmalige, systematische Standortbewertung der Gemeinden
Mit dem Gemeinde-Standortindikator wird im Kanton Solothurn erstmals die wirtschaftliche Standortqualität der Gemeinden erfasst. Untersucht wurden Gemeinden mit mehr als 2’000 Einwohnern und/oder mehr als 1’000 Beschäftigten im zweiten und dritten Sektor. Damit werden rund 74 Prozent der Bevölkerung sowie rund 85 Prozent der Arbeitsplätze im Kanton Solothurn abgedeckt.
Die Bewertung basiert auf den fünf Themenfeldern Steuern und Gebühren, Verkehrsanbindung, Bauen, Reglemente und Flächen, Umgebung und Lebensqualität sowie Weitere Standortfaktoren.
Oensingen setzt sich im Gesamtvergleich durch
Oensingen überzeugt im Gesamtbild durch eine sehr ausgewogene Leistung über sämtliche Themenfelder hinweg. Besonders stark positioniert sich die Gemeinde bei der Verkehrsanbindung, der Verfügbarkeit von Arbeits- und Entwicklungsflächen sowie bei wirtschaftsnahen Rahmenbedingungen.
Auf den weiteren Spitzenplätzen folgen Olten und Däniken. Während Olten als regionales Zentrum profitiert, hebt sich Däniken insbesondere durch sehr attraktive steuerliche Rahmenbedingungen ab.
Unterschiedliche Erfolgsprofile im Kanton
Der Gemeinde-Standortindikator zeigt klar, dass es nicht den einen Erfolgsweg wie beispielsweise bloss tiefe Steuern gibt. Gemeinden erreichen gute Ergebnisse über unterschiedliche Kombinationen von Standortfaktoren, etwa durch steuerliche Attraktivität, gute Erreichbarkeit, hohe Lebensqualität, tiefe Strompreise oder eine starke wirtschaftliche Basis. Entlang zentraler Verkehrsachsen zeigen sich tendenziell höhere Standortwerte. Parallel dazu gewinnen Faktoren wie Fachkräfteverfügbarkeit sowie Wohn- und Lebensqualität weiter an Bedeutung.
Standortindikator als neues Steuerungsinstrument
Mit dem Gemeinde-Standortindikator wird den Gemeinden eine Grundlage zur gezielten Weiterentwicklung der Standortattraktivität bereitgestellt. Bestandteil des Angebots ist eine von der in Solothurn ansässigen publicXdata AG entwickelte Online-Plattform. Die Analyse wird alle vier Jahre aktualisiert.
Gut wäre, wenn der Indikator beim nächsten mal über alle solothurnischen Gemeinden hinweg erstellt würde. Denn es gibt kleinere "Schwellengemeinden" im Kanton Solothurn, die sich ebenfalls um mehr Attraktivität bemühen und so vergleichen könnten, wo sie mittlerweile stehen.














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