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Pariser Vernunft gegen US-Grössenwahn: Warum die Elektro-Ente Amerikas PS-Zirkus deklassiert

vor 2 Stunden
2 Min. Lesezeit

Grosse Enttäuschung bei den Tesla-Fans in Europa. Während Elon Musk in Texas mit gewohntem Theaterdonner Sportwagen vorführt, die dank SpaceX-Kaltgasdüsen buchstäblich abheben und durch die Luft fliegen können, beweisen die französischen Autobauer in Paris, worauf es wirklich ankommt. Mit der spektakulären Rückkehr des Citroën 2CV "Döschwo" als bezahlbarer Stromer für rund 15'000 Franken setzt Frankreich ein starkes Ausrufezeichen: Wahre automobile Innovation dient den Menschen im Alltag – nicht den Egos kalifornischer Milliardäre. Der europäische Automarkt hat nicht auf ein fliegendes Auto gewartet - sondern auf bezahlbare Autos. Einmal mehr zeigen ausgerechnet die Franzosen den Weg vor.



Man muss die Bilder aus den USA mit Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen: Da lässt Tesla-Chef Elon Musk einen Sportwagen mit Raketendüsen über Parkplätze springen, schwadroniert von 600 Kilometern pro Stunde und verlangt für eine blosse Vorbestellung astronomische Summen. Es ist der vorläufige Höhepunkt einer absurden Entwicklung. Ausgerechnet jetzt, wo Normalverdiener weltweit nach bezahlbarer, alltagstauglicher E-Mobilität suchen und die Schweiz über Tempo 80 auf Autobahnen diskutiert, flieht die amerikanische Tech-Prominenz in den Science-Fiction-Zirkus. Ein Auto, das fliegen kann, sich aber kein normaler Mensch leisten kann: Treffender und buchstäblicher könnte man den Begriff «abgehoben» kaum illustrieren.


Citroëns geniale Rückbesinnung auf das Wesentliche


Ganz anders das Bild auf dem Pariser Autosalon. Genau 78 Jahre nachdem Citroën mit der Ur-Ente die Massenmotorisierung revolutionierte, feiert der «Döschwo» sein Comeback – als rein elektrischer City-Flitzer für die reale Welt. Keine Raketendüsen, keine sinnbefreiten Beschleunigungsorgien von null auf hundert in unter einer Sekunde. Stattdessen: 3,76 Meter französischer Schick, pfiffige Detaillösungen wie austauschbare Stossfänger, bequeme Advanced-Comfort-Sitze und vor allem ein Preisschild, das der Konkurrenz die Schweissperlen auf die Stirn treibt. Für rund 15'000 Franken will Citroën den elektrischen 2CV auf Europas Strassen bringen.


Damit beweist Frankreichs Autoindustrie einmal mehr ihren Weitblick. Konzerne wie Stellantis und Renault haben begriffen, woran die europäische Mobilitätswende krankt: Es mangelt nicht an rollenden Festungen mit Zweitonnen-Batterien und sechsstelligen Preisen. Was fehlt, sind unkomplizierte, sympathische Alltagsbegleiter für Pendler und Familien. Wir haben dies bei soaktuell.ch schon jahrelang thematisiert.


Vom Verzichtsobjekt zum automobilen Kult


Citroën knüpft nahtlos an die Philosophie von 1948 an, als der 2CV als robustes Gefährt für die Bevölkerung entstand. Doch die Franzosen verzichten auf freudlosen Verzicht: Mit cleveren LFP-Akkus, einem Leergewicht von rund 1000 Kilo und charmanten Zitaten an die eigene Historie wird automobile Sparsamkeit nicht zur Strafe, sondern zum modernen Lifestyle. Wer braucht eine halbe Tonne Batterie im Unterboden, um zwischen Grenchen und Baden zur Arbeit zu fahren? Ein kompakter Akku reicht völlig aus, spart Rohstoffe und schont das eigene Portemonnaie.


Während die deutsche Konkurrenz immer noch auf den unbezahlbaren Premium-Rausch starrt und die Amerikaner Raketenshows veranstalten, übernimmt Frankreich die Führung in Europa. Ob Citroën ë-C3, Renault 5 oder die neue Elektro-Ente: Aus Paris kommt die mutige Antwort auf die US-amerikanische Masslosigkeit. Sie beweist, dass die automobile Zukunft nicht im Weltraum entschieden wird, sondern auf dem Asphalt unserer Region.


Musks Raketen-Roadster mag im Netz Klicks sammeln und lustig sein zum Anschauen. Doch was die Leute wirklich wollen, sind bezahlbare Autos für ihre täglichen Bedürfnisse. Herumzufliegen gehört wohl kaum dazu. Die Herzen der Autofahrer und die Parkplätze vor unseren Supermärkten wird nicht Tesla erobern, sondern die Franzosen und all jene, die endlich begreifen, was die Masse will. Es lebe der gesunde Menschenverstand. Es lebe der Döschwo!



Bild: Citroën 2CV für 15'000 Franken. Foto: Stellantis

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