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Es gibt immer noch zu viele Russen-Touristen in der Schweiz - und das ist gefährlich

4. Sept.
3 Min. Lesezeit

Putin muss wissen, dass wir in Europa und in der Schweiz die Russen weder brauchen, noch vermissen - im Gegenteil. Seit die schlecht erzogenen Russen-Touristen in den Speisesälen der Hotels fehlen, haben Ferien in Europa an Qualität gewonnen. Doch eine Bevölkerungsschicht der Russen kommt immer noch nach Westeuropa. Die Reichen. Ausgerechnet jene, die Putins Politik mittragen. Damit dürfte bald Schluss sein.



Während der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine mit Härte tobt, herrscht in Schweizer Nobelkurorten oft eine zynische Normalität. An der Zürcher Bahnhofstrasse, in den Luxushotels von St. Moritz, Zermatt oder Gstaad und vor den Uhrenboutiquen in Genf flanieren weiterhin russische Staatsbürger. Sie kaufen Luxusgüter, speisen in Sterne-Restaurants und geniessen die Vorzüge jener freien westlichen Welt, die von der Moskauer Staatspropaganda tagtäglich als Feind verunglimpft wird. Es ist ein Zustand, der moralisch längst unhaltbar ist: Warum stützt die wohlhabende russische Oberschicht daheim Putins Kriegssystem, darf sich aber gleichzeitig völlig unbeschwert in den Schweizer Bergen erholen?


Dass diese Reisenden überhaupt hier sind, liegt am löchrigen Schengen-System. Zwar haben die Schweiz und die EU das Visaerleichterungsabkommen sistiert, und russische Flugzeuge dürfen den europäischen Luftraum nicht anfliegen. Ein generelles Einreiseverbot existiert jedoch bis heute nicht.


Wer über das nötige Kleingeld verfügt, reist mit Zwischenstopps via Istanbul, Dubai oder Belgrad ein. Weil Staaten wie Finnland, Polen und das Baltikum ihre Grenzen für Russen konsequent dichtgemacht haben, weicht die russische Elite auf «Visa-Shopping» in Südeuropa aus. Einmal mit einem Touristenvisum aus Italien, Spanien oder Frankreich im Schengen-Raum angelangt, stehen ihnen auch die Schweizer Alpentäler ohne Binnengrenzkontrollen offen.


Dass es sich bei dieser Klientel um verfolgte Oppositionelle handeln könnte, ist eine faule Ausrede. Wer sich massiv verteuerte Tickets, Umwege und Schweizer Fünf-Sterne-Hotels leisten kann, gehört zum privilegierten Establishment. Es sind Profiteure und Beamte, die das Regime stützen und die Zerstörung des Nachbarlandes mit kaltschnäuziger Gleichgültigkeit hinnehmen. Während ukrainische Familien im Bombenhagel ausharren, logiert Putins Oberschicht im exklusiven Wellnesshotel. Und die offizielle Schweiz schaut zu.


Massiver Rückgang seit Kriegsbeginn, doch niemand braucht Russen


Besonders absurd: Jahrelang hielten manche Tourismusfunktionäre am Mythos fest, die Schweiz brauche diese Gäste. Die Realität straft diese Behauptung lügen: Niemand hier braucht sie, und vermisst werden sie erst recht nicht. Wirtschaftlich, bezüglich Rohstoffen und auch touristisch ist Russland völlig bedeutungslos. Und daran ist Russland selber schuld.


Vor 2022 machten russische Touristen nicht einmal ein Prozent der gesamten Hotelübernachtungen aus. Der Ausfall wurde von der heimischen Branche nicht nur mühelos verkraftet, sondern komplett pulverisiert: Der Schweizer Tourismus verzeichnet seither historische Allzeitrekorde. Kaufkräftige Gäste aus den USA, Grossbritannien, den wohlhabenden Golfstaaten, Asien sowie treue Schweizer Gäste haben allfällige Lücken in den Luxusresorts nahtlos geschlossen. Das ökonomische Scheinargument für russische Visa ist damit endgültig vom Tisch.


Russen sind ein Sicherheitsrisiko


Hinzu kommt ein akutes Sicherheitsrisiko: Nachrichtendienste wie der NDB warnen vor hybrider Kriegsführung. Nach den Ausweisungen von Scheindiplomaten nutzt Moskau Touristenvisa gezielt als Tarnung für Spionage, Sabotageakte und Sanktionsumgehung. Das Gastrecht missbrauchen und hier Unruhe und Unordnung stiften ist ein No-Go. Wer also Russen-Touristen Unterschlupf gewährt, bringt indirekt den Krieg ins eigene Land. Der einzige Grund für die Beherbergung von Russen ist einmal mehr Geldgier. Es gibt immer ein paar Leute in der Schweiz, welche die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben und lieber heute als morgen schon wieder Geschäfte mit Russen machen wollen.


Luxus-Ferien in der Schweiz sind kein Menschenrecht


Im Bundeshaus wächst deshalb der Druck. Parlamentarische Vorstösse fordern vom Bundesrat endlich einen vollständigen Stopp von Touristenvisa für russische Staatsbürger. Echter Schutz für Verfolgte muss gewahrt bleiben. Doch Luxusferien in der Schweiz sind kein Menschenrecht, sondern ein Privileg. Solange Russland seinen völkerrechtswidrigen Terror fortsetzt, darf die Schweiz den Profiteuren dieses Regimes nicht länger die Champagnergläser füllen.


Russen müssen mehr aus Sicherheitsgründen als aus moralischen Gründen ferngehalten werden. Das hat nichts mit mangelnder Neutralität zu tun, sondern ist ein Akt der Selbstverteidigung. Die Anwesenheit russischer Touristen stösst auf grosses Unverständnis in der Schweizer Bevölkerung. Das Parlament ist gut beraten, hier rasch den Riegel zu schieben.


Foto: Symbolbild von Deny Hill / unsplash.com

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