Luftwaffe im Umbruch: Braucht es neben F-35 und F/A-18 auch französische Rafale-Jets?
- Redaktion soaktuell.ch

- 17. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Die globale Sicherheitslage ist angespannt, und die Schweizer Luftwaffe rüstet sich für die Zukunft. Doch bis die neuen F-35A Tarnkappenjets voll einsatzfähig sind, droht eine Lücke. Die alten F/A-18 fliegen deshalb länger als geplant. In der sicherheitspolitischen Debatte taucht nun aber noch eine ganz andere strategische Idee auf: Ein Kauf von 30 französischen Rafale-Kampfjets als Ersatz für die veralteten F-5 Tiger. Eine gute Idee, wenn die Franzosen einen guten Preis machen.
Die F/A-18 bleiben als unverzichtbare Brückenbauer
Dass die verbleibenden 30 F/A-18 Hornet noch bis in die frühen 2030er-Jahre am Himmel über der Schweiz zu sehen sein werden, ist bereits beschlossene Sache. Erst Ende Mai 2026 vermeldete das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) den erfolgreichen Abschluss der aufwendigen Struktur-Sanierungen. Die Hornets sind technisch bereit, um die Zeit bis zur kompletten F-35-Einführung zu überbrücken und den Luftpolizeidienst sicherzustellen. Schliesslich weiss niemand so genau, ob die F-35 pünktlich geliefert werden.
Im Juni 2026 nahm der Nationalrat ein Postulat an, das den Bundesrat beauftragt, einen noch weitergehenden Parallelbetrieb der F/A-18 und der eigentlich auszumusternden F-5 Tiger als zusätzliche Risikoabsicherung zu prüfen.
Sicherheit vs. Kosten und Personalmangel
Die Argumente für einen verlängerten Betrieb leuchten im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine ein: Angesichts der weltweit enormen Nachfrage nach dem F-35 und dem Luftabwehrsystem Patriot könnten Lieferengpässe aus den USA entstehen. Die alten Jets dienen als fliegende Lebensversicherung für den Ernstfall. Kommt hinzu, dass die Schweiz nach den F-35 Jets und dem Patriot-Luftabwehrsystem mit Sicherheit keine Waffen mehr in den USA kaufen werden, solange Präsident Trump die Schweiz mit Strafzöllen stranguliert. Jetzt kommen andere Lieferanten zum Zug.
Doch es gibt Hürden. Ein Parallelbetrieb unterschiedlicher, teils stark veralteter Kampfjet-Generationen verschlingt Unsummen an Unterhaltskosten – Gelder, die dann zwingend bei der Modernisierung der Bodentruppen fehlen. Noch schwerer wiegt der Personalmangel: Die Luftwaffe hat schlicht nicht genügend Techniker und Piloten, um gleichzeitig analog geprägte Alt-Flotten und hochkomplexe, vernetzte F-35-Systeme zu warten und zu fliegen. Das ist aber ein schwaches Argument. Denn Zeit für den Personalaufbau hätte die Luftwaffe. Aber sie müsste bald einmal das "Go" dafür bekommen.

Der strategische Joker: 30 Rafale statt F-5 Tiger?
Genau in diesem Spannungsfeld drängt sich eine neue Alternative auf: Anstatt die in die Jahre gekommenen F-5 Tiger künstlich und teuer am Leben zu erhalten, könnte die Schweiz den Kauf von 30 französischen Kampfjets des Typs Dassault Rafale ins Auge fassen.
Dieses Szenario bietet gleich mehrere handfeste Vorteile: Erstens würde sich die Schweiz rüstungspolitisch nicht komplett von den USA (F-35) abhängig machen. Eine Diversifizierung der Lieferanten federt das Risiko von Lieferverzögerungen oder Exportrestriktionen spürbar ab. Zweitens ist die Rafale ein ausgereiftes, leistungsstarkes europäisches System, das perfekt mit unseren direkten Nachbarländern interoperabel ist.
Eine Überlegung wert
Die Kombination aus modernsten F-35-Tarnkappenjets für hochkomplexe Missionen und robusten Rafale-Jets für den souveränen, alltäglichen Luftpolizeidienst würde der Schweizer Armee eine enorme Durchhaltefähigkeit verleihen und das Flottenrisiko breiter abstützen - auf viele Jahre hinaus.
Die Schweizer Armee steht vor richtungsweisenden Beschlüssen. Während die F/A-18 als Brücke in das nächste Jahrzehnt ohnehin unerlässlich bleiben, muss die Politik klären, wie viel ihr die absolute Risikoabsicherung wert ist. Ein europäisch-amerikanischer Flugzeug-Mix als Ersatz für die Tiger-Flotte wäre zweifellos eine mutige, aber sicherheitspolitisch äusserst robuste Antwort auf die aktuellen Bedrohungen. Fakt ist: Weitere Waffenkäufe in den USA sind politisch auf lange Sicht hinaus nicht mehrheitsfähig.











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