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Kanada statt USA: Trump vertreibt Schweizer Touristen

vor 2 Minuten
3 Min. Lesezeit

Noch nie in den letzten zwei Jahrzehnten – die Pandemiejahre ausgenommen – reisten so wenige Schweizerinnen und Schweizer in die Vereinigten Staaten wie 2026. Die neuesten Zahlen des Schweizer Reise-Verbands (SRV) und von Marktforschern sprechen eine deutliche Sprache: Das einst unangefochtene Traumziel der Schweizerinnen und Schweizer verliert rasant an Attraktivität. Gründe dafür sind verschärfte Einreisebestimmungen und zunehmende politische Aversionen. Gleichzeitig erlebt Kanada einen echten Boom und fängt umgeleitete Reisebudgets ab.



Ein beispielloser Sinkflug in der Statistik


Die Reiselust der Schweizerinnen und Schweizer ist ungebrochen gross. Auch das Geld dafür ist bei vielen vorhanden. Doch die Lust auf USA ist vergangen. Trump hat den Schweizerinnen und Schweizern buchstäblich den "Verleider angehängt". Sie haben keinen Bock mehr darauf, ihr Geld in dem Land auszugeben, welches die Schweiz seit zwei Jahren nach Strich und Faden "verseckelt". Vom Zollstreit über die Mehrkosten beim F35-Kampfjet bis zur "Nicht-Lieferung" des Patriot-Systems - das Schweizervolk hat Trump und seine beleidigenden Sprüche "auf der Latte".

Die aktuellen Auswertungen von September 2026 zeigen das ganze Ausmass des Einbruchs bei USA Reisen. Im ersten Halbjahr reisten lediglich rund 120'000 Schweizer in die USA. Das ist ein markantes Minus von 16,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum – und das ausgerechnet in einem Jahr, in dem die Fussball-Weltmeisterschaft in Nordamerika eigentlich für zusätzliche Reiseimpulse hätte sorgen sollen.


Die Entwicklung zeigt steil nach unten: 2024 gab es noch 404'400 Einreisen in die USA. Dann wurde Trump Präsident und die Zahl fiel 2025 um knapp 11 Prozent auf gut 361'000 USA-Reisen. Setzt sich dieser Trend im zweiten Halbjahr fort, prognostiziert der SRV für das Gesamtjahr nur noch knapp 300'000 Einreisen. Damit sind die USA innert zwei Jahren ein Viertel ihrer Schweizer Gäste losgeworden. Das entspricht dem tiefsten Stand seit 2007.


Reisebranche rechnet mit 20 Prozent Minus


Für die Reisebüros in der ganzen Schweiz, und damit auch in der Region Aargau-Solothurn, ist das klassische USA-Geschäft seit jeher ein zentrales Standbein. Die Branche rechnet für 2026 nun aber mit einem empfindlichen Umsatzrückgang im reinen US-Geschäft von rund 20 Prozent. Grosse Veranstalter wie etwa Globetrotter meldeten in diesem Segment gar Buchungseinbrüche von bis zu 25 Prozent.


Politik und Daten-Neugier schrecken Touristen ab


Die Ursachen für den Negativtrend haben einen gemeinsamen Nenner. Laut Branchenumfragen von "Travel Inside" und Allianz Partners meiden viele Reisende das Land ganz bewusst. Die politische Frustration über die Präsidentschaft von Donald Trump spielt dabei eine entscheidende Rolle. Reiseveranstalter berichten, dass etwa zwei Drittel der Nichtbucher die USA derzeit aktiv boykottieren.


Eine Umfrage von Allianz Travel untermauert das: 65 Prozent der befragten Schweizer planen vorerst keine USA-Reise (2025: 53 Prozent). Ganze 7 Prozent gaben an, eine bereits geplante Reise stornieren zu wollen.


Zudem schrecken strenge Einreisebestimmungen ab. Die digitale ESTA-Erfassung verlangt mittlerweile die Offenlegung von Social-Media-Accounts und familiären Daten. Vielen Schweizer Touristen geht diese Durchleuchtung der Privatsphäre schlicht zu weit.


Kanada und andere Fernziele als Profiteure


Während die USA schwächeln, profitiert Kanada enorm von der aktuellen Situation. Der nördliche Nachbar fungiert für viele als direkter Ersatz. Ob Roadtrips, Camperferien oder Natur-Rundreisen – Kanada bietet jenes Freiheitsgefühl, das viele in den USA gesucht hätten, allerdings ohne die bürokratischen und politischen Begleiterscheinungen.


Während das USA-Geschäft einbricht, verzeichnen Spezialveranstalter für Kanada wachsende Buchungszahlen und federn so die Nordamerika-Verluste ab. Doch nicht nur Kanada jubelt: Destinationen im südlichen Afrika, Japan sowie die Inseln im Indischen Ozean sind bei den Schweizern aktuell hoch im Kurs, wenn es darum geht, das Ferienbudget anderweitig auszugeben.


Kurz: Gereist wird trotzdem. Die einzigen, die in diesem Spiel verlieren, sind die USA. Und das nur wegen ihrem Präsidenten. Ein tolles Land, ein tolles Volk. Aber die Art und Weise wie die Regierung Trump die Schweiz behandelt, verunmöglicht im Moment das Reisen in die USA.



Symbolbild von Igor Kyryliuk & Tetiana Kravchenko / unsplash.com

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