Schüsse an Aarauer Rave: Hülsen von zwei verschiedenen Waffen am Tatort gefunden
- Redaktion soaktuell.ch

- 30. Aug.
- 3 Min. Lesezeit
Letztes Update vom 30.08.2026, 22.00 Uhr.
Die Schüsse auf eine Menschenmenge an der "Aarauer Rave Vol. 7" von heute Nacht fordern gemäss Kantonspolizei ein Todesopfer und fünf zum Teil schwerverletzte Personen. Die Aargauer Sicherheitskräfte sind seit rund 3 Uhr mit einem Grossaufgebot im Aarauer "Schachen" im Gebiet der Pferderennbahn im Einsatz. Zahlreiche Polizeiautos, Ambulanzen und die Feuerwehr sowie ein Super Puma der Armee und das Kantonale Katastrophen Einsatzelement (KKE) waren vor Ort. In und um die Stadt Aarau finden vorsorglich Polizeikontrollen statt. Die Fahndung nach der Täterschaft läuft landesweit auf Hochtouren.

Beim Aarauer Rave auf der Pferderennbahn sind am frühen Sonntag Schüsse gefallen. Es ist die Rede von einer "Sonderlage". Als solche werden polizeiliche Ereignisse wie etwa Geiselnahmen, Amokläufe, Entführungen oder Terrorakte eingestuft. Die Internet-Zeitung soaktuell.ch berichtet seit ca. 7 Uhr mit Updates über das Ereignis.
Um 08.15 Uhr bestätigte die Kantonspolizei Aargau ein Todesopfer und fünf zum Teil schwerverletzte Personen. Die Fahndung nach der unbekannten Täterschaft laufe noch, schreibt die Polizei auf ihrem Whatsapp-Kanal. Mögliche Motive sowie die genauen Umstände der Tat seien noch unklar.
Personen, die über Videos oder Bilder des Ereignisses verfügen, werden gebeten, diese der Polizei zur Verfügung zu stellen.
Die Kantonspolizei Aargau fahndet mit einer landesweiten Grossfahndung nach dem oder den Schützen. Es gibt zurzeit keine Hinweise zur Täterschaft und zur Frage, ob es sich um eine oder mehrere Personen handelt. Die Polizei geht aber davon aus, dass sie sich nicht mehr in Aarau aufhält. Ebenfalls schliesst sie aus, dass die Täterschaft wieder zu einer Gefahr werden könnte. Warum sich die Polizei da so sicher ist, bleibt unklar.
Die Veranstaltung, die von Samstagnachmittag bis 2 Uhr am Sonntag geplant war, sei zum Zeitpunkt des Vorfalls bereits beendet gewesen und es hätten sich wohl nur noch etwa Hundert Menschen auf dem Gelände befunden. Die Veranstalter hätten bereits mit dem Abbau der Anlagen begonnen. In verschiedenen Medien wurden Sicherheitsleute zitiert, die beim Rave für Ruhe und Ordnung sorgten. Demnach seien die Schüsse von aussen gekommen und zwar aus Richtung Parkplatz oder Strasse. Deshalb hätten sie die Notausgänge auf der gegenüberliegenden Aareseite geöffnet.
Nach den Schüssen wurden über hundert Raverinnen und Raver von der Polizei in einer Turnhalle befragt.
Um 18.30 Uhr informierte die Kantonspolizei Aargau über den Stand der Ermittlungen: Drei Hypothesen werden aktuell untersucht: «Die erste Hypothese ist ein Terroranschlag, die zweite ein Amoklauf oder die dritte umfasst ein kriminelles Geschehen mit uns derzeit unbekannter Motivlage. Etwa eine Abrechnung in einem bestimmten Milieu», betont Polizeikommandant Leupold vor den Medien.
Opfer:
Laut dem aktuellen Stand der Kapo forderten die Schüsse ein Todesopfer und fünf zum Teil schwer verletzte Personen. Alle haben ihren Wohnsitz in der Schweiz. Bei der Verstorbenen handelt es sich um eine 22-jährige Italienerin. Sie erlag noch vor Ort ihren Verletzungen. Mindestens eine der verletzten Personen ist sehr schwer verletzt. Alle fünf Verletzten befinden sich im Spital, es handelt sich um vier Männer und eine Frau im Alter zwischen 24 und 27 Jahren. Gemäss Einschätzung der Polizei handelt es sich um zufällige Opfer.
Munition: «Am Tatort wurde Munition von zwei verschiedenen Waffen gefunden. Zum einen Hülsen, die typischerweise in Pistolen und Maschinenpistolen gefunden werden (Kaliber 9mm), sowie eine andere Hülsen-Art, wie sie bei Langgewehren, beispielsweise bei Sturmgewehren, eingesetzt werden.» Dies bestätigte Polizeikommandant Leupold. Über die Anzahl der Täter sagt das nichts aus, da auch ein Einzeltäter mehrere geladene Waffen nacheinander abfeuern kann.
Tatort: «Wir haben noch keine gesicherten Erkenntnisse, wo zuerst geschossen wurde. Wir wissen nur, dass an zwei verschiedenen Orten geschossen wurde», sagt der Polizeikommandant. Damit ist noch unklar, ob die Schüsse nahe des Raves bei der Pferderennbahn zuerst erfolgten oder die Schüsse bei den Fahrenden. Fahrzeuge hätten für die Flucht der Täter eine Rolle gespielt, betont Leupold.
Luftaufnahme des Aarauer Schachens (Google Maps)












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