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Ukraine-Krieg: Kiew meldet neuen Höchststand bei russischen Verlusten

vor 1 Stunde
2 Min. Lesezeit

Die militärischen Auseinandersetzungen im Osten der Ukraine fordern einen beispiellosen Blutzoll. Wie das Schweizer Portal blue News unter Berufung auf aktuelle Berichte des ukrainischen Generalstabs meldet, verzeichneten die russischen Streitkräfte im Oktober 2026 die schwersten Verluste seit Beginn der Grossinvasion im Februar 2022: Rund 54’400 Soldaten der russischen Armee seien innerhalb eines einzigen Monats gefallen, verwundet oder gefangen genommen worden. Bereits der Vormonat September markierte nach Angaben der Kiewer Armeeführung mit 46’230 Ausfällen einen traurigen Spitzenwert. Die Gesamtzahl der gegnerischen Verluste beziffert Kiew mittlerweile auf über 1,59 Millionen Mann.



Schwerpunkt Donbass: Zermürbung statt Durchbruch


Hauptschauplatz der Kämpfe bleibt unverändert der Donbass. Moskau versucht dort weiterhin, mit massiven Vorstössen die Frontlinie zu durchbrechen – mit minimalen Geländegewinnen. Der ukrainische Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj erklärte dazu in einer Ansprache, die eigenen Verbände hätten im Verlauf des Herbstes mehr Territorium befreit, als die Invasoren im selben Zeitraum besetzen konnten. Unabhängige militärische Beobachter bestätigen lokale Befreiungserfolge, zeichnen insgesamt jedoch das Bild eines zähen Stellungskriegs, bei dem geringste Geländegewinne auf beiden Seiten extrem teuer bezahlt werden. Fakt ist, der Frontverlauf verändert sich seit Monaten praktisch kaum.


Drohnenkrieg im Sekundentakt


Ein Hauptgrund für die hohe Treffer- und Opferzahl ist der Drohnenkrieg. Konkrete Zahlen dazu lieferte Robert Browdi, Kommandeur einer ukrainischen Drohneneinheit: Seinen über Militärkanäle veröffentlichten Angaben zufolge starteten die Piloten im Oktober im Schnitt alle 41 Sekunden einen Angriff auf russische Positionen. Browdi beziffert die Trefferquote auf einen feindlichen Ausfall alle 159 Sekunden, was rechnerisch rund 542 neutralisierten Soldaten pro Tag entspricht. Die meisten russischen Soldaten sehen gar nie einen Ukrainer. Sie sterben vorher.


Militärische Angaben kaum unabhängig prüfbar


Die Angaben aus dem Frontgebiet lassen sich nicht zweifelsfrei unabhängig verifizieren; eigene Truppenverluste hält Kiew aus taktischen Gründen geheim. Dass die russische Armee historisch hohe Einbussen verzeichnet, deckt sich jedoch mit westlichen Einschätzungen: Eine Studie der renommierten US-Denkfabrik Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington schätzte die Zahl der verletzten, gefallenen oder vermissten Kreml-Kämpfer bereits im Sommer auf über 1,4 Millionen Menschen.


Bewiesen ist hingegen, dass die Russen permanent am Mobilisieren neuer Soldaten sind, die dann in den Tod geschickt werden. Das wiederum zeigt, dass Russland seine Kriegsziele in keiner Art und Weise erreicht hat. Auch Fakt ist, dass sich der Frontverlauf über Monate kaum verändert hat. Das bedeutet, dass jeder russische Soldat umsonst gestorben ist und dass die Ukraine ihr unbesetztes Territorium mittlerweile seit Jahren mehr oder weniger unverändert halten kann.


Mit dieser Ausgangslage beginnt nun der nächste eisige Winter im Ukraine-Krieg.



Foto: Symbolbild von Frederick Shaw / unsplash.com

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