Schüsse in Aarau: Super Polizeiarbeit führte zu Täter aus dem Kanton Jura
- Redaktion soaktuell.ch

- vor 1 Tag
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Die Kantonspolizei Aargau und die Staatsanwaltschaft Aargau informierten heute Nachmittag über die Verhaftung des Täters im Zusammenhang mit den Schüssen auf die Besuchenden der Rave im Aarauer Schachen. Eine Zeugin, eine Verkehrskamera und hervorragende Arbeit der Polizei führten innert weniger Stunden auf die Spur des Mannes aus dem Kanton Jura und schliesslich zum raschen Erfolg.

Der Kommandant der Kapo Aargau, Michael Leupold, eröffnete die Medienkonferenz. "Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit können wir Ihnen heute sagen, dass der Mann, den wir festgenommen haben, die Person ist, die auf die Besuchenden der Rave-Party geschossen hat."
Bei dem festgenommenen Mann handelt es sich um einen 43-jährigen Schweizer ohne Migrationshintergrund aus dem Kanton Jura. Es gebe keine Hinweise auf weitere tatbeteiligte Personen, sprich, es war ein Einzeltäter. Der Täter war den Behörden zuvor nicht bekannt. Er hatte, abgesehen von Verkehrsdelikten im Bagatellbereich, keine Vorstrafen. Die Polizei hat auch bei der Hausdurchsuchung keine Hinweise auf einen ideologischen oder gewaltextremistischen Hintergrund gefunden.
Es war ein Amoklauf
An der Medienkonferenz vom Sonntagabend konnte Kommandant Leupold drei mögliche Hintergründe für die Tat aufzählen, entweder Terrorismus, ein Amoklauf oder ein kriminelles Geschehen in irgend einem Milieu. "Heute können wir sagen, dass dieser Anschlag vom Sonntagmorgen ein Amoklauf war", sagte Leupold. Die mit diesem Verbrechen verbundenen Gefahren sind mit der Verhaftung des Täters gebannt.
Der Täter war wie alle Schweizer im Militär, hat seine Dienstpflicht 2013 aber beendet und seine Dienstwaffe abgegeben. Er war Truppenkoch. Mit der Schweizer Armee hat diese Tat also nichts zu tun.
Täter schoss wahllos in die Menschenmenge
Gesamteinsatzleiter Matthias Schildknecht machte Angaben zum Tatablauf und zu den Ermittlungen. So fuhr der Täter mit seinem Auto zum Parkplatz Schachenstrasse. Von dort aus dürfte er zu Fuss zum Rave bei der Reithalle gegangen sein. Er schoss dort mit dem AK-74 Sturmgewehr rund 40mal wahllos in die Menschenmenge. Danach ging der Täter zurück zum Parkplatz. Dort stand plötzlich ein Auto vor ihm. Es kam zu einer mehrfachen Schussabgabe mit einer Pistole Richtung dieses Autos. Unter den vier Personen im Auto gab es keine Verletzten.
Eine Zeugin und eine Verkehrskamera gaben den entscheidenden Tipp
In der Folge gingen in der Alarmzentrale über 80 Notrufe ein. Mehr als 100 Personen wurden schliesslich vom Gebiet der Reithalle an einen sicheren Ort gebracht und betreut.
In den ersten 12 Stunden nach der Tat wurden 130 Befragungen durch die Polizei durchgeführt, alle Kameras im öffentlichen Raum ausgewertet, eingehendes Videomaterial von Handies und Hinweise aus der Bevölkerung überprüft. Eine Zeugin beschrieb einen weissen Lieferwagen mit Kennzeichen des Kantons Jura (JU). Die Polizei startete eine entsprechende Abfrage und es kamen rund 100 solche Fahrzeuge in Frage. Bei der Auswertung von Kamerabildern wurde schliesslich ein zur Beschreibung passendes Auto mit JU-Kennzeichen festgestellt. Dieses bewegte sich nach der Tatzeit von Aarau weg. Man muss sich bewusst sein, dass nachts um 3 Uhr nicht mehr so viele Autos in der Stadt unterwegs waren - schon gar nicht weisse Lieferwagen aus dem Kanton Jura. Es war, wie sich später zeigte, das Auto des Täters.
Die Polizei hätte ihn auch sonst erwischt
Die Schlinge um den Hals des Täters zog sich also zusammen. Noch während die Ermittlungen liefen, stellte sich der Täter bei der Kantonspolizei Jura. Fakt ist aber: Dank der hervorragenden Arbeit der Kantonspolizei Aargau in den ersten Stunden nach der Tat hätte ihn die Polizei auch so erwischt.
Im Fahrzeug des Mannes wurden drei Waffen sichergestellt, zwei Pistolen und ein Sturmgewehr AK-74. Diese Waffen waren ordnungsgemäss auf die Person registriert. Sie wurden vor über 20 Jahren mit einem Waffenerwerbsschein, ausgestellt durch den Kanton Jura, legal gekauft. Die am Tatort gefundenen Hülsen passen zu zwei der vorgefundenen Waffen und weisen entsprechende Abschussmerkmale auf.
Staatsanwalt Christoph Rüedi ergänzte noch, dass zum Motiv keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen würden, da sich der Beschuldigte zu Sachfragen nicht äussere. Der Täter mache aber ein psychisches Leiden geltend, welches abgeklärt werden müsse. Es gehe nun darum, die Hintergründe und Umstände der Tat lückenlos abzuklären. Von Interesse seien jetzt natürlich Informationen aus dem Umfeld des Täters und zwar die aktuellen wie allenfalls auch vergangene Vorkommnisse.
Foto: Medienkonferenz der Kapo AG. Matthias Schildknecht, Michael Leupold und Christoph Rüedi. (Bild: soaktuell.ch)












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