Kein Ruhmesblatt für Zofingen: Weihnachtsbeleuchtung nur wegen Privatpersonen möglich
Dank einer sehr grosszügigen privaten Spendenaktion darf sich Zofingen auf eine neue Weihnachtsbeleuchtung freuen. Die energieeffiziente LED-Beleuchtung wird erstmals an der Cherzli-Nacht am Freitag, 27. November 2026, um 17.00 Uhr in Betrieb genommen. Gegenüber soaktuell.ch äussern viele Zofingerinnen und Zofinger aber einen gewissen Frust, weil sich Privatpersonen um den Ersatz der festlichen Weihnachtsbeleuchtung kümmern müssten, während die Stadt unter dem Jahr Unsummen Geld für die Standortförderung "und irgendwelchen Blödsinn" ausgebe.

Rund 100 Leuchtkugeln für die Altstadt
Die eingegangenen Spenden von über CHF 77’000 ermöglichen den Start bereits 2026. In festlichem Licht erstrahlen werden die Vordere Hauptgasse, die Bären-, Gerber-, Rathaus- sowie die Engelgasse. Bis zu 100 Kugeln mit energieeffizienten LED-Lichtern werden an bestehenden Kabeln, die für die ordentliche Beleuchtung über die Gassen gespannte sind, montiert. 2027 wird die Beleuchtung weiter ergänzt – erste Spendenzusagen sind bereits erfolgt. Die Sammelaktion läuft noch.
Initiant Hans Leutwyler sagt: „Mir ist wichtig, ein positives Zeichen zu setzen und gemeinsam etwas zu bewirken. Die vielen Spenden zeigen, wie wichtig den Menschen eine stimmungsvolle Adventszeit in der Altstadt ist. Mit der neuen Beleuchtung schenken wir der Zofinger Bevölkerung sowie unseren Besucherinnen und Besuchern ein Stück gemeinsame Weihnachtsfreude“.
In den vergangenen Jahren beschränkte sich die städtische Adventsbeleuchtung in der Altstadt auf den grossen Weihnachtsbaum auf dem Alten Postplatz sowie einige kleinere Bäume. Während der Energiemangellage sorgten Laternen für stimmungsvolles Licht. Die frühere Beleuchtung, die zuletzt nur noch an einzelnen Geschäften und Liegenschaften montiert war, wird nicht mehr verwendet. Weil eine Ersatzbeschaffung im diesjährigen Budget der Einwohnergemeinde nicht enthalten war, initiierte der Bäcker, Einwohnerrat und Künstler Hans Leutwyler eine private Sammelaktion mit dem Ziel, der Stadt eine neue Weihnachtsbeleuchtung zu schenken.
Festliche Beleuchtung während der Adventszeit
Die neue Beleuchtung leuchtet jeweils abends vom Eindunkeln bis 23.00 Uhr und morgens in der Dämmerung – gleichzeitig mit dem beliebten grossen Weihnachtsbaum auf dem Alten Postplatz. Weiterhin werden zwei grosse Bäume auf dem Friedhof Bergli und im Mühlethal leuchten. Nebst ihrem jährlichen grosszügigen Beitrag insbesondere für das Aufstellen, Schmücken und Abbauen der Weihnachtsbäume schenkt die StWZ Energie AG der Bevölkerung auch in diesem Jahr vom 27. November 2026 bis am 3. Januar 2027 den Lichterweg. Dieser startet täglich beim Eindunkeln und führt mit stimmungsvollen Lichtern vom Pulverturm auf den Heiternplatz.
Die neue Beleuchtung in der Altstadt erstrahlt ab der Inbetriebnahme Ende November bis am 6. Januar 2027 in den Morgen- und Abendstunden. An besonderen Anlässen wie dem Weihnachtsmarkt der Sinne, bei Sonntagsverkäufen, an Heiligabend und Weihnachten, Silvester und am Dreikönigstag gelten spezielle Beleuchtungszeiten.
Gemeinsam für eine attraktive Altstadt
Die Stadt Zofingen ist für das Geschenk von Hans Leutwyler und den vielen privaten Spenderinnen und Spendern sehr dankbar und darüber erfreut. Im Gegenzug verpflichtet sie sich, die Montage, Demontage, Lagerung sowie den Betrieb der Beleuchtung für mindestens zehn Jahre zu übernehmen.
„Wir danken Hans Leutwyler und den über 290 Spenderinnen und Spendern herzlich für dieses überaus grosszügige Geschenk an die Bevölkerung!“, sagt Stadtpräsident André Kirchhofer. „Die neue Weihnachtsbeleuchtung macht die Altstadt in der Adventszeit noch einladender und zeigt eindrücklich, was mit Eigeninitiative, Herzblut und gemeinschaftlichem Engagement erreicht werden kann!“
Spendenbescheinigung
Falls Sie Ihre Spende bei den Steuern in Abzug bringen möchten, benötigen Sie dafür zwingend eine Spendenbescheinigung der Stadt Zofingen. Ein Ausdruck oder Screenshot von gofundme.com ist für die Steuerunterlagen nicht ausreichend. Bitte fordern Sie daher die Spendenbescheinigung der Stadt Zofingen bis am 15. Januar 2027 an unter zofingen.ch/spendenbescheinigung
Kritische Anmerkung:
In Zofingen sorgt die Situation rund um die Weihnachtsbeleuchtung für spürbaren Unmut in der Bevölkerung. Gegenüber soaktuell.ch haben einige Bürgerinnen und Bürger ihrem Ärger Luft gemacht. Sie sprechen von einem regelrechten «Trauerspiel»: Während die Stadt erhebliche Mittel für Massnahmen zur Standortförderung aufwende und sich gerne mit neuen Bevölkerungsrekorden brüste, bleibe ausgerechnet die festliche Beleuchtung in der dunkelsten Jahreszeit auf der Strecke. Natürlich ist die Weihnachtsbeleuchtung keine gesetzliche Pflichtaufgabe. Aus Sicht von Stadtrat und Verwaltung gehört eine Festbeleuchtung zu den sogenannten freiwilligen Aufgaben. Wenn man aber sieht, was die Stadt unter dem Jahr alles mit finanziellen Mitteln fördert oder finanziert, darf man sich zurecht fragen, ob die Prioritätensetzung noch stimmt.
«Es kann doch nicht sein, dass die Beschaffung der Weihnachtsbeleuchtung am Ende von Privatpersonen organisiert und bezahlt werden muss», ärgern sich Zofinger Stimmen mit Verweis auf die sonstigen Ausgaben der Stadt unter dem Jahr. Zwar sei es auch in anderen Gemeinden üblich, dass sich das lokale Gewerbe beteilige – doch gerade für eine Stadt, die im ständigen Standortwettbewerb stehe, müsse eine stimmungsvolle Beleuchtung, welche Zofingen während eines ganzen Monats aufwerte, eine strategische kommunale Aufgabe sein. Gerade dann, wenn das lokale Gewerbe finanziell nicht mehr in der Lage ist, zusätzliche Investitionen zu tätigen. Einige Einwohner fragen sich bereits kopfschüttelnd, ob man sich schleichend von seinen christlichen Wurzeln verabschiede, um ja niemanden vor den Kopf zu stossen.
Das Vorgehen der Stadt bei der Neubeschaffung der Weihnachtsbeleuchtung sei kein Ruhmesblatt und schlicht bedenklich. Umso grösser ist die Erleichterung über das private Engagement: Ein grosses Dankeschön – dem sich auch das Team von soaktuell.ch anschliesst – gebührt dem engagierten Initianten sowie den zahlreichen Spenderinnen und Spendern, die kurzfristig Gegensteuer gegeben und den festlichen Glanz in den Zofinger Gassen gerettet haben.













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