FIFA-Krone: Trimbacher Ramon Vega will Infantino herausfordern
Er wuchs in Trimbach auf, feierte Erfolge mit den Grasshoppers sowie Tottenham und machte an der Londoner City Karriere. Jetzt wagt Ramon Vega den kühnsten Schritt seines Lebens: Der 55-jährige Solothurner Ex-Nationalspieler will Präsident des Weltfussballverbands FIFA werden. Doch der Weg gegen Amtsinhaber Gianni Infantino gleicht einem sportpolitischen Hürdenlauf biblischen Ausmasses.

Vom Trimbacher Fussballplatz an die Themse
Im Kanton Solothurn ist der Name Ramon Vega vielen Sportfans bestens vertraut. Aufgewachsen in Trimbach bei Olten, erlernte der Sohn spanischer Einwanderer das Fussball-ABC, ehe er bei den Grasshoppers den Sprung zu den Profis schaffte. Seine Karriere führte den physisch starken Innenverteidiger über Cagliari zu Tottenham, Celtic Glasgow und Watford. Für die Schweizer Nationalmannschaft absolvierte er 23 Länderspiele und stand bei der Euro 1996 in England im Rampenlicht.
Nach dem Schlusspfiff seiner Sportlerlaufbahn wählte Vega einen Pfad, den Ex-Profis nur selten einschlagen: Er fasste im Londoner Finanzdistrikt Fuss, bildete sich weiter und baute mit «Vega Swiss Asset Management» eine eigene Vermögensverwaltung auf. Diese seltene Kombination aus praktischer Rasenerfahrung und betriebswirtschaftlicher Finanzexpertise bildet nun das Fundament für seine Mission im Weltfussball.
«Fussball liegt auf der Intensivstation»
Vegas Vorstoss speist sich aus Frustration über den Zustand des Weltverbands. Er wirft Amtsinhaber Gianni Infantino eine autokratische Führung und den Ausverkauf sportlicher Werte vor. Gegenüber internationalen Medien fand der Trimbacher drastische Worte: Der Fussball liege bildlich gesprochen «auf der Intensivstation und werde künstlich am Leben erhalten».
Unter seiner Präsidentschaft verspricht Vega fundamentale Reformen: eine demokratische FIFA mit echter Gewaltenteilung, Mitspracherechte für die Basis und eine transparente Mittelvergabe. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Claudia, die im Hintergrund als enge Vertraute die Kampagne orchestriert, will er den Fussball wieder den Vereinen und Fans zurückgeben.
Ein David-gegen-Goliath-Kampf
So couragiert die Ankündigung ist, so steil ist der Weg. Bereits 2015, 2019 und 2022 scheiterte Vega daran, die nötigen fünf Unterstützerverbände fristgerecht beisammenzuhaben. Für die Wahl am 18. März 2027 in Rabat betont er, die Zusagen dieses Mal in der Tasche zu haben. Bis zum Stichtag am 18. November müssen diese formell bei der FIFA eingereicht sein. Zudem muss er der Prüfungskommission nachweisen, in jüngerer Zeit aktiv im Fussball gewirkt zu haben.
Selbst mit Zulassung bleibt ein Sieg nahezu aussichtslos. Im FIFA-Kongress zählt jede Stimme gleich: Die Cookinseln haben dasselbe Stimmgewicht wie Deutschland oder Brasilien. Infantino hat sich die Treue afrikanischer, asiatischer und ozeanischer Verbände über grosszügige Entwicklungsgelder gesichert. Zwar rumort es in Europa – auch der Schweizerische Fussballverband distanzierte sich zuletzt von Infantino –, doch als Wunschkandidat der UEFA gilt der Solothurner Quereinsteiger bislang nicht. Zudem stösst die Aussicht auf einen dritten Schweizer Präsidenten in Serie (nach Sepp Blatter und Gianni Infantino) global auf Vorbehalte. Hinter vorgehaltener Hand hört man aus internationalen Fussballkreisen, dass nach Blatter und Infantino jeder wählbar sei, bloss nicht mehr ein Schweizer. Das könnte auch Vega zum Verhängnis werden.
Für den Trimbacher wäre schon die offizielle Zulassung im November ein persönlicher Coup. Ein Wahlsieg gegen Infantinos Apparat käme einer sportpolitischen Sensation gleich. Wir drücken Ramon Vega die Daumen.
Foto: Gemeinsam mit seiner Ehefrau Claudia, die im Hintergrund als enge Vertraute die Kampagne orchestriert, will Ramon Vega den Fussball wieder den Vereinen und Fans zurückgeben. (Bild zVg. https://www.facebook.com/ramon.vega.5437)













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