"Chli stinke muess es": Vorsicht bei Duftkerzen
Der Slogan von Coop für Fondue ist goldrichtig. Doch bei Duftkerzen ist Vorsicht angebracht. Wenn die Abende kühler werden, schaffen Kerzen in vielen Stuben Behaglichkeit. Besonders Duftkerzen mit Noten von Vanille, Beeren oder Holz liegen im Trend. Doch das sanfte Flackern hat eine Kehrseite: Hinter dem warmen Schein verbirgt sich eine messbare Belastung für das Innenraumklima. Gesundheits- und Umweltfachstellen warnen, dass beim Abbrennen neben Aromen auch Feinstaub und Reizstoffe entstehen.

Unsichtbare Partikel und flüchtige Stoffe
Jede Flamme ist ein chemischer Verbrennungsprozess. Beim Schmelzen und Verbrennen des Wachses werden ultrafeine Partikel freigesetzt, die tief in die Lunge vordringen können. Flackert die Kerze durch Zugluft unruhig oder bildet sich schwarzer Russ, läuft die Verbrennung unvollständig ab. Dabei gelangen flüchtige organische Verbindungen (VOC) wie Formaldehyd in die Raumluft. In geschlossenen Zimmern schnellt die Partikelkonzentration rasch in die Höhe – teils auf Werte, die an viel befahrene Strassen erinnern.
Duftstoffe als Reizauslöser
Das Hauptproblem liegt oft in den beigemischten Aromastoffen. Ob synthetisch erzeugt oder als ätherische Öle deklariert: Beliebte Komponenten wie Limonen oder Linalool können die Schleimhäute reizen. Bei empfindlichen Personen, Asthmatikern oder Allergikern führt die Duftwolke nicht selten zu Kopfschmerzen, Schwindel oder Hustenreiz. Zudem können freigesetzte Terpene mit Ozon in der Zimmerluft reagieren und sekundäre Reizstoffe bilden.
Tipps für saubere Raumluft
Verzichten muss man auf das stimmungsvolle Licht dennoch nicht. Mit wenigen Handgriffen lässt sich die Belastung minimieren:
Docht stutzen: Vor dem Entzünden den Docht auf rund fünf bis acht Millimeter kürzen. Das verhindert starkes Flackern und Russpartikel.
Brenndauer limitieren: Duftkerzen nicht dauerhaft brennen lassen. Ein bis zwei Stunden reichen völlig, um die gewünschte Duftnote im Raum zu verteilen.
Zugluft meiden: Ein windgeschützter Standort sorgt für eine saubere, ruhige Flamme.
Richtig löschen: Das Auspusten erzeugt den meisten Rauch. Tauchen Sie den Docht kurz mit einem Stäbchen ins flüssige Wachs oder nutzen Sie eine Löschglocke.
Stosslüften: Nach dem Löschen für einige Minuten das Fenster weit öffnen, damit die verbrauchte Luft rasch entweicht.
So bleibt die herbstliche und winterliche Gemütlichkeit daheim erhalten – ganz ohne dicke Luft, Kopfschmerzen und brennende Augen.
Foto: Symbolbild von Caroline Badran / unsplash.com













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