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Olten: Schweizerischer Zivilschutzverband sagt "Dankeschön, Franco Giori"

Der Zivilschutz habe sich als «unverzichtbares Element» zur Bewältigung der Pandemie erwiesen, sagte Bundesrätin und VBS-Chefin Viola Amherd am Donnerstagmorgen an der Generalversammlung des Schweizerischen Zivilschutzverbandes (SZSV) in Olten. Alternative Dienstpflichtarten zur Bewältigung der Bestandesproblematik sind in Prüfung.


Schweizerischer Zivilschutzverband

Abschied nach 15 Jahren an der Verbandsspitze. Die Präsidentin des Schweizerischen Zivilschutzverbandes, Nationalrätin Maja Riniker, bedankt sich bei Franco Giori. (Foto zVg.)


Bundesrätin und VBS-Chefin Viola Amherd nutzte die Gelegenheit, im Gegensatz zum Vorjahr nicht nur mittels virtueller Botschaft, sondern persönlich vor Ort, an der Generalversammlung des SZSV in Olten, anwesend sein zu können. Sie begann ihre Grussbotschaft mit einem Dankeschön für das Engagement aller Zivilschutzangehörigen während der Coronapandemie. Beim grössten und längsten Einsatz in der Geschichte des Zivilschutzes hätten 41'000 Zivilschutzdienstpflichtige rund 560'000 Diensttage geleistet. «Der Zivilschutz erwies sich als unverzichtbares Instrument zur Bewältigung dieser Pandemie, in den Kantonen und für das ganze Land», sagte Amherd. Die Bundesrätin ging auch auf den Krieg in der Ukraine ein. Sie verwies auf die Tausenden Menschen, die in diesen Tagen Zuflucht in der Schweiz suchen. Auch hier setzt der Bundesrat wieder auf die Unterstützung und das Know-how des Zivilschutzes, der das Staatssekretariat für Migration bedarfsweise bei der Notfallunterbringung von Schutzsuchenden unterstützt.


Im letzten Jahr sprach Bundesrätin Amherd an der Generalversammlung des SZSV die Bestandesprobleme im Zivilschutz an, in diesem Jahr betonte sie nun die Fortschritte in diesem Bereich: «Heute bin ich überzeugt, dass mit den vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen die Alimentierung des Zivilschutzes sichergestellt werden kann.» Die Bestände sollen laut der VBS-Chefin so «mittelfristig substanziell verbessert» werden können. Um den Bestand von Armee und Zivilschutz langfristig sicherzustellen, habe der Bundesrat Anfang März dieses Jahres beschlossen, zwei alternative Dienstpflichtarten zu prüfen: eine «Sicherheitsdienstpflicht», in welcher der heutige Zivildienst und Zivilschutz zusammengelegt würden sowie eine «bedarfsorientierte Dienstpflicht», die dann auch für Schweizerinnen gelte.


«Die Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt, werden nicht weniger», sagte Amherd. Als Vorsteherin des VBS sei es ihr deshalb ein Anliegen, dass auch künftig auf die Einsatzfähigkeit und die Kompetenzen des Zivilschutzes gezählt werden könne. Mit seinen Einsätzen in der Coronapandemie habe dieser «die beste Werbung für sich selbst» gemacht.


Die Aargauer FDP-Nationalrätin Maja Riniker wurde mit grossem Applaus als SZSV-Präsidentin wiedergewählt. Neuer Vizepräsident ist der Steffisburger Guido Sohm. Er ersetzt Franco Giori, der nach 15-jähriger Tätigkeit an der Spitze des Verbandes zurückgetreten ist.


Franco Giori: Abschied nach 15 Jahren an der Verbandsspitze

«Ich war Teil eines Verbandes, in dem ich mich immer sehr wohl gefühlt habe», blickt Franco Giori in der aktuellen Nummer der Verbandszeitschrift auf die vergangenen 15 Jahre zurück. Der Verband war am 25. August 2007 als Produkt eines Zusammenschlusses des vormaligen Schweizerischen Zivilschutzverbandes (SZSV) und des Verbandes Schweizerischer Zivilschutzorganisationen (VSZSO) gegründet worden. Als Vorstandsmitglied des VSZSO war Giori treibende Kraft hinter dem Neustart, weil er wusste, dass nur gebündelte Kräfte den Zivilschutz hierzulande weiterbringen würden. Giori war seit Gründung des SZSV dessen Vizepräsident und hat in dieser Zeit mit drei Präsidenten und der aktuellen Vorsitzenden, der Aargauer FDP-Nationalrätin Maja Riniker, zusammengearbeitet.


An der Generalversammlung am 28. April in Olten hat der 65-Jährige sein Amt abgegeben. Dort also, wo der Verband schon gegründet worden war. Ihn und seine Leistungen zu würdigen, sei fast nicht möglich, sagte die Verbandspräsidentin im Rahmen der Verabschiedung. «Franco ist unser Lexikon, unser Gewissen.» Giori sei ein ebenso hartnäckiger wie auch grosszügiger und liebenswürdiger Mensch, hielt Maja Riniker in ihrer launigen Rede fest. Franco Giori wurde mit grossem Applaus aus dem Plenum und mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft des SZSV verabschiedet. Danach ging es an die eigentlichen Feierlichkeiten zum 15-Jahr-Jubiläum: Erst gabs ein Apéro für die gesamte GV-Gesellschaft im Klostergarten gleich nebenan und nach dem Essen wurde die Historie des Verbandes in einem kurzweiligen Einspieler aufgerollt. Eindrücklich wurde gezeigt, wie der neue Verband sich Schritt für Schritt zum ernstzunehmenden und ernst genommenen Ansprechpartner in Sachen Zivilschutz im Bereich Bevölkerungsschutz mauserte. So ist heute die regelmässige Präsenz von Mitgliedern der Landesregierung an GV oder jährlicher Fachtagung ebenso an der Tagesordnung wie der periodische Austausch von Verbandspräsident und -Vize mit dem VBS und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz.

Der Ideengeber

Franco Giori glänzte immer wieder mit Ideen, so lancierte er auf die Generalversammlung 2016 hin einen SZSV-Pin, in Silber als eigentlichen Werbe-Pin und eine Goldvariante für Ehrungen. Und als Dank für ihre wichtigen Leistungen während der Pandemie erhielten alle Zivilschützer einen veritablen Corona-Pin. Während der ehemalige Verbandspräsident Walter Donzé am Nachmittag den durchaus ernst gemeinten Vorschlag machte, die Stadt Olten könne Giori doch ein Denkmal setzen, wurde der scheidende Vizepräsident hernach hartnäckig von den «Ex-Freundinnen» umgarnt. Während ihrer Musik- und Comedyshow holten sie ihn schliesslich sogar auf die Bühne und schenkten ihm nebst lasziven Blicken auch einen Grappa und dazu 15 Gläser. Für jedes Jahr SZSV-Geschichte eines.


Lob vom Stadtpräsidenten

Als einer der Gastredner an der Generalversammlung lobte auch Oltens Stadtpräsident Thomas Marbet die Leistungen des Zivilschutzes und verdankte diese. Gerade in Olten, mit dem Betrieb eines Impfzentrums oder den Unterstützungs-Dienstleistungen in Alters- und Pflegeheimen, habe man deren Schaffen sehr gespürt und geschätzt. Er bezeichnete die Generalversammlung als «geradezu systemrelevant», die Leistungen aller Zivilschutzangehörigen verdienten laut Marbet «Respekt und grosse Anerkennung».

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