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In der Schweiz bremsen sich Video on Demand-Anbieter gegenseitig aus

Immer mehr Anbieter, ein immer grösseres Filmeangebot - doch die Nutzung von Video on Demand ging in der Schweiz im Jahr 2022 sogar zurück. Kurz: Der Markt ist gesättigt, die Preise zu hoch und die Anbieter beginnen sich gegenseitig kaputt zu machen.


Bundesamt für Statistik / Redaktion soaktuell.ch

2022 boten VoD-Anbieter über 26 300 Filme zum Kauf, knapp 28 200 zur Miete und nahezu 19 400 auf Abonnements- und Streamingdiensten an. Dies entspricht einem Anstieg um rund 4% (Kauf), 2% (Miete) bzw. 15% (Abonnemente) gegenüber 2021. Im Vergleich zum Jahr 2019, für das erstmals detaillierte Daten vorlagen, belief sich die Zunahme sogar auf 25% (Kauf) bzw. 17% (Miete). Das Angebot der Abonnements- und Streamingdienste hat sich mehr als verdoppelt (+105%). In den letzten Jahren ist das Angebot somit bei allen VoD-Arten deutlich gewachsen.


Die Nachfrage hinkt der Angebotszunahme hinterher

Die Nutzung ist dagegen im Vergleich zum Vorjahr je nach VoD-Typ nahezu gleich geblieben oder zurückgegangen. Das Abrufvolumen auf Abonnements- und Streamingdiensten nahm 2022 lediglich um 2% zu. Nachdem die Nachfrage hier 2019 und 2020 um mehr als 50% und 2021 um knapp 19% gewachsen war, stagnierte sie 2022. Auch die zur Miete angebotenen Filme blieben 2022 mit rund 4,36 Millionen Ausleihen trotz eines leichten Anstiegs auf vergleichbarem Niveau wie 2021. Die VoD-Käufe setzten dagegen ihren Abwärtstrend fort. 2022 wurden 0,87 Millionen Filme gekauft.


Europäische Filme auf dem Vormarsch

Europäische und amerikanische Filme waren 2022 mit 39% bzw. 41% des Gesamtangebots auf VoD-Plattformen sehr präsent. Im Vergleich zu 2019 nahm der Anteil der europäischen Produktionen um 40% auf 14 400 Filme zu. Die amerikanischen Produktionen stabilisierten sich nach einem Anstieg um 16% zwischen 2019 und 2020 bei rund 15 000 Filmen. Auf der Nachfrageseite dominieren sie hingegen klar. Bei der Nutzung belief sich ihr Anteil je nach VoD-Typ auf bis zu 79%. Schweizer Filme machten weniger als 3% des Angebots aus und generierten knapp 1% der Abrufe.


Animationsfilme beliebter als Dokumentarfilme

Animationsfilme sind zwar nicht das am häufigsten abgerufene Genre, wurden aber wie in den Vorjahren überproportional oft abgerufen. Im Jahr 2022 machten sie nur 4% des gesamten Angebots aus, generierten aber 14% der Filmkäufe, 12% der Filmmieten und 11% der Abrufe auf Abonnements- und Streamingdiensten. Bei den Dokumentarfilmen ist der Trend umgekehrt: Sie machten zwischen 8% und 10% des Angebots aus, erreichten aber lediglich 1% bis 4% der Nutzung.

Einer der Gründe, warum die Nachfrage nach Video on Demand in der Schweiz seinen Zenit erreicht hat, könnten die Preise sein. Die meisten Anbieter haben ihre Preise in letzter Zeit markant erhöht. Die Schmerzgrenze bei Ausgaben für monatliche Abonnements scheint erreicht, wenn nicht sogar überschritten. Die nächsten Jahre werden es zeigen.

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