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Corona-Folgen: Kantonsspitäler Aarau und Baden melden Ertragsausfälle

Der Regierungsrat hat in Zusammenarbeit mit den kantonseigenen Spitalgesellschaften Kantonsspital Aarau AG (KSA) und Kantonsspital Baden AG (KSB) sowie der Psychiatrischen Dienste Aargau AG (PDAG) die Eigentümerstrategien aktualisiert. Der Regierungsrat musste einen deutlichen Ertragseinbruch des KSA für das Jahr 2020 zur Kenntnis nehmen.

Kantonsspital Aarau (Bild zVg.)


Die Richtlinien zur Public Corporate Governance (PCG) des Kantons Aargau sehen eine Evaluierung und Überarbeitung der Eigentümerstrategien mindestens alle vier Jahre vor (PCG-Richtlinien Ziff. 14 Abs. 4). Die letzten geltenden Eigentümerstrategien von KSA, KSB und PDAG datieren vom 8. Juni 2016, weshalb der Regierungsrat deren Aktualisierung veranlasst hat. Die Departemente Gesundheit und Soziales sowie Finanzen und Ressourcen haben in Zusammenarbeit mit den Spitalgesellschaften dabei auch die Erläuterungen zur jeweiligen Eigentümerstrategie auf den neusten Stand gebracht und die Ziele angepasst. Einzelne Indikatoren wurden präzisiert, was eine zielgerichtete Messung der festgelegten Leistungsziele ermöglicht.


Die Infrastrukturziele des KSA und des KSB wurden an die Neubauvorhaben beider Spitäler angepasst. Die PDAG haben mit dem Neubau für Erwachsenenpsychiatrie ("Magnolia") im Mai 2020 das grösste Bauprojekt im Rahmen der Gesamtsanierung Psychiatrie Königsfelden abgeschlossen. Für die Spitäler hat der Regierungsrat eigene Kennzahlenrichtwerte festgelegt und zudem die überarbeiteten Ziele zu Kooperationen beschlossen.


Die neuen Eigentümerstrategien sind einsehbar unter Eigentümerstrategien.


KSA verzeichnet Ertragseinbruch im Jahr 2020

Für das Jahr 2020 liegen die provisorischen Jahresabschlüsse der drei kantonseigenen Spitäler vor. Im Jahr 2020 verzeichnet das KSA einen Ertragseinbruch. Es erzielte einen Jahresverlust in der Grössenordnung von rund 38 Millionen Franken. Der EBITDA liegt bei null Franken, und die EBITDA-Marge beträgt null Prozent (Vorjahr 6,2 Prozent; Differenz minus 6,2 Prozent). Als Hauptgründe für den Ertragseinbruch sind das mit der Covid-19-Pandemie verbundene Verbot der stationären und ambulanten elektiven Eingriffe im Frühling 2020 und der mit der zweiten Covid-19-Welle verbundene Rückgang der stationären elektiven Eingriffe im vierten Quartal 2020 zu nennen. Hinzu kommen das gesunkene durchschnittliche Fallgewicht (CMI) sowie der Fachkräftemangel.


Der Verwaltungsrat analysiert die finanzielle Situation des KSA laufend und trifft geeignete Massnahmen. Der Regierungsrat hat den Ertragseinbruch mit Besorgnis zur Kenntnis genommen und wird die weitere Entwicklung genau verfolgen. Weitere Informationen erfolgen mit der Bekanntgabe des definitiven Jahresabschlusses 2020.


Der Kanton Aargau hat zusammen mit dem KSA-Verwaltungsrat im Jahr 2018 die PwC AG beauftragt, eine Analyse betreffend "Situation und strategische Ausrichtung Kantonsspital Aarau AG" zu erstellen. Im Jahr 2019 hat die KPMG AG im Auftrag des Kantons den Businessplan, die Finanzplanung und das Finanzierungskonzept des KSA evaluiert. PwC AG und KPMG AG haben in ihren Berichten Empfehlungen zuhanden des KSA definiert, deren aktueller Umsetzungsstand der Regierungsrat als positiv beurteilt.


Der Kanton als Eigentümer, dessen Interessen durch das Departement Gesundheit und Soziales und das Departement Finanzen und Ressourcen gemeinsam wahrgenommen werden, überwacht mit einem wirksamen Controlling, dass das KSA den anspruchsvollen Transformationsprozess erfolgreich umsetzt und die finanziellen Ziele erreicht. Die KSA-Leitung stellt durch Änderungsprozesse und rechtzeitiges Eingreifen bei voraussehbaren unerwünschten Abweichungen von den Zielen sicher, dass Zielabweichungen nicht dauerhaft sind und das KSA die mit dem Neubau verbundenen Investitionen wie geplant selber tätigen und finanzieren kann.


Finanzielle Lage KSB und PDAG

Beim KSB liegt die EBITDA-Marge für das vergangene Jahr bei 5 Prozent (Vorjahr 10,4 Prozent; Differenz minus 5,4 Prozent); der EBITDA beläuft sich auf 20 Millionen Franken. Der Unternehmensverlust beträgt infolge der Covid-19-Pandemie 5 Millionen Franken.


Bei der PDAG beträgt die EDITDA-Marge 9,5 Prozent (Vorjahr 12,1 Prozent; Differenz minus 2,6 Prozent); der EBITDA beträgt rund 15 Millionen Franken, und es wird ein Unternehmensgewinn in der Höhe von rund 7 Millionen Franken erzielt. Das KSB hat unter den gegebenen Umständen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie einen guten und die PDAG einen sehr guten Jahresabschluss erzielt. Weitere Informationen erfolgen mit der Bekanntgabe der definitiven Jahresabschlüsse 2020.


Wie der Regierungsrat bereits am 2. Dezember 2020 kommuniziert hat, will er die Spitäler und Kliniken für die angeordneten Ertragsausfälle und die Zusatzkosten während der gesamten Pandemiedauer angemessen entschädigen. Er bereitet eine entsprechende Vorlage an den Grossen Rat vor. Die finanziellen Unterstützungsleistungen an die Aargauer Gesundheitsinstitutionen bedürfen der Zustimmung des Grossen Rats.

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