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Bevölkerung des Kantons Aargau explodiert im 2022

Der Bevölkerungsbestand im Kanton Aargau nahm 2022 um fast 10'000 Personen oder 1,4 Prozent zu und betrug Ende Jahr 713'117 Personen. Hauptursache für die Bevölkerungszunahme ist die hohe positive Wanderungsbilanz.

Bevölkerungsbilanz nach Nationalität im Kanton Aargau, 1980-2022. © Statistik Aargau


Am 31. Dezember 2022 zählte der Kanton Aargau 713'117 Einwohnerinnen und Einwohner. Dies sind 9'931 oder 1,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dies ist die grösste absolute Bevölkerungszunahme seit Einführung der kantonalen Bevölkerungsstatistik im Jahr 1972. Die schweizerische Bevölkerung machte 524'810 Personen aus, die ausländische Bevölkerung 188'307. Der Ausländeranteil betrug damit 26,4 Prozent.


Natürliche Bevölkerungsentwicklung: Geburten und Todesfälle

Die Zahl der Geburten sank 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 9,2 Prozent auf 6'573. Im Gegensatz dazu nahm die Zahl der Todesfälle moderat zu: Im Jahr 2022 stieg sie um 1,4 Prozent auf 5'417. Der Geburtenüberschuss, welcher die Differenz zwischen Geburten und Todesfällen aufzeigt, lag 2022 mit 1'156 deutlich unter dem Vorjahreswert (−39,1 Prozent). Zurückzuführen ist dies auf den negativen Geburtenüberschuss der schweizerischen Bevölkerung. Während dieser im Jahr 2021 aufgrund der zahlreichen Geburten auf 618 anstieg, sank er 2022 mit 4'749 Geburten (−10,2 Prozent) und 4'825 Todesfällen (+3,3 Prozent) auf −76, was seit Einführung der kantonalen Bevölkerungsstatistik im Jahr 1972 der tiefste Wert ist. Bei der ausländischen Bevölkerung blieb der Geburtenüberschuss im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr mit 1'232 (−3,7 Prozent) verhältnismässig stabil. Dieser setzte sich aus 1'824 Geburten (−6,6 Prozent) und 592 Todesfällen (−12,0 Prozent) zusammen.

Wanderungsbewegungen

Seit Mitte der Achtzigerjahre bildet die Wanderungsbilanz meist die grösste Wachstumskomponente, so auch im Jahr 2022. Mit 8'505 Personen hat sie zu 85,6 Prozent zum gesamten Bevölkerungszuwachs beigetragen. Der Wanderungsgewinn aus dem Ausland lag seit 2006, mit Ausnahme der Jahre 2010 und 2021, jeweils höher als jener aus den übrigen Kantonen. Dies trifft auch für das Jahr 2022 zu: Der Wanderungsgewinn aus dem Ausland betrug 5'617 Personen, jener aus den übrigen Kantonen 2'634 Personen.


Mit je rund 30'000 Zu- und Wegzügen wurden die meisten Wanderungsbewegungen zwischen den Gemeinden des Kantons Aargau registriert. Diese lagen um je rund 1'400 tiefer als im Vorjahr.


Altersstruktur: Verschiebung zu höheren Altersklassen

Als Folge von über mehrere Jahre stagnierenden Geburtenzahlen und einer höheren Lebenserwartung zeigt sich bei der Entwicklung der Altersstruktur über die Zeit eine deutliche Verschiebung hin zu höheren Altersklassen. Diese Entwicklung hält auch 2022 an. Damit verbunden ist die Stabilisierung des Jugendquotienten (Anzahl Personen unter 20 Jahren pro 100 Personen im erwerbsfähigen Alter von 20 bis 64 Jahren) auf tiefem Niveau sowie die stetige Zunahme des Altersquotienten (Anzahl Personen über 64 Jahren pro 100 Personen im erwerbsfähigen Alter). Der Jugendquotient lag im Jahr 2022 bei 33,4, während der Altersquotient mit einem Wert von 30,6 einen neuen Höchststand erreicht hat. Der Anteil der 20- bis 64-Jährigen an der Gesamtbevölkerung liegt aber immer noch bei 61,0 Prozent.

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