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A. Studhalter über die niedrige Wohneigentumsquote in der Schweiz

Alexander Studhalter weiß, dass Wohneigentum in den meisten europäischen Ländern als eine solide Investition angesehen wird. Ob zum Wohnen, zum Vermieten oder zum Renovieren und Verkaufen - Immobilien gelten als finanzielle Sicherheit. Es gibt jedoch ein europäisches Land, das eine überraschende Ausnahme von dieser Regel bildet. Und das ist die Schweiz.

Für viele Schweizerinnen und Schweizer bleibt Wohneigentum ein unerfüllbarer Traum. Symbolbild von Fomstock / unsplash.com


In diesem Artikel untersucht Immobilienexperte Alexander Studhalter die Gründe, warum die Wohneigentumsquote in der Schweiz die niedrigste in Europa ist. Außerdem gibt er sachkundige Tipps für den Erwerb von Immobilien in der Schweiz sowie Vorschläge für künftige Verbesserungen.


Die Gründe hinter der niedrigen Wohneigentumsquote in der Schweiz

Die Wohneigentumsquote in der Schweiz liegt bei nur 42,2 Prozent der Bevölkerung. Und das, obwohl die Schweizer Bürger das höchste Pro-Kopf-BIP in Europa haben. Alexander Studhalter sieht vier Hauptgründe für diese Diskrepanz.


Hohe Immobilienpreise

Eines der größten Hindernisse für den Erwerb von Wohneigentum sind die hohen Immobilienpreise. Laut Forbes Global Properties sind die Hauspreise in der Schweiz im Durchschnitt doppelt so hoch wie in anderen europäischen Ländern. In den letzten 20 Jahren sind die Immobilienpreise überproportional zu den Lohnsteigerungen angestiegen. Das bedeutet, dass die Menschen sich oft stark verschulden müssen, um eine Immobilie zu kaufen.


Hohe Zinssätze

Im Jahr 2022 haben sich die Hypothekarzinsen in der Schweiz innerhalb weniger Monate mehr als verdreifacht. Die durchschnittlichen Hypothekenzinsen liegen heute bei über 3 %. Zusammen mit den hohen Immobilienpreisen bedeutet dies monatliche Rückzahlungen von mehreren Tausend Euro, die sich nur wenige Menschen leisten können.


Steigende Baukosten

Die Immobilienpreise werden durch den Mangel an verfügbaren Immobilien hochgehalten. Alexander Studhalter macht dafür die steigenden Baukosten verantwortlich. Diese führen dazu, dass sich der Bau vieler neuer Gebäude für Bauunternehmer nicht lohnt. Gesetzliche Beschränkungen führen außerdem dazu, dass pro Grundstück weniger Stockwerke und damit weniger Wohnungen gebaut werden können.


Kultur des Mietens

Ein oft angeführter Grund, ist, dass Wohneigentum kein fester Bestandteil der Schweizer Kultur ist. Alexander Studhalter ist der Meinung, dass dies eher auf den Einfluss der oben genannten Faktoren zurückzuführen ist. Schließlich sind Mietobjekte mit weniger Verpflichtungen und kurzfristig auch mit geringeren Kosten verbunden als ein Immobilienkauf. Wie eine Studie von MoneyPark zeigt, würden aber über 60 Prozent der Schweizer Mieterinnen und Mieter gerne ein Eigenheim kaufen. Die meisten schrecken jedoch vor den Kosten und der mangelnden Auswahl an Immobilien zurück.


Finanzierung von Wohneigentum in der Schweiz

Als Immobilienexperte hat Alexander Studhalter grundlegende Schritte identifiziert, die für den Immobilienerwerb in der Schweiz spezifisch sind. Kaufinteressenten sollten sich über diese sorgfältig informieren.

  • Anzahlung Um eine Immobilie in der Schweiz zu erwerben, muss eine Anzahlung von mindestens 20 % des Gesamtpreises geleistet werden. Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik (BSF) liegt der Durchschnittspreis für ein Einfamilienhaus bei 1.050.000 CHF. Das bedeutet, dass eine Anzahlung von mindestens 210.000 CHF erforderlich ist. Die Anzahlung muss aus den eigenen Mitteln des Käufers stammen und sich wie folgt zusammensetzen: Mindestens 10 % müssen aus den eigenen liquiden Mitteln (Eigenkapital) des Käufers stammen. Das können Ersparnisse, Lebensversicherungen oder die private Vorsorge (auch als 3. Säule des Schweizer Vorsorgesystems bezeichnet) sein. Die anderen 10 % können entweder aus Ihren eigenen liquiden Mitteln oder aus Ihrem BVG stammen. Das BVG (Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge) ist die 2. Säule des schweizerischen Vorsorgesystems. Für besondere Zwecke, wie z.B. den Erwerb von Wohneigentum, kann eine vorzeitige Kapitalabfindung aus dem BVG bezogen werden.

  • Notargebühr Für den Abschluss eines Immobilienkaufs in der Schweiz ist es unerlässlich, einen Notar zu beauftragen. Der Notar wird in der Regel vom Käufer ausgewählt. Dieser Rechtsexperte kümmert sich dann um die Genehmigung der Transaktion, die Abwicklung der Zahlung und den Eigentumsübergang. Ohne diese notarielle Beurkundung ist die Immobilientransaktion nicht rechtsgültig. Der Notar erhebt dafür eine Gebühr, die in der Regel zwischen 0,1 und 1 % des Gesamtkaufpreises beträgt. Käufer sollten bedenken, dass noch weitere Gebühren, wie z. B. Eintragungsgebühren und Steuern, anfallen, die je nach Kanton variieren.

  • Grundlegende Faktoren, die die Kosten für Wohneigentum in der Schweiz beeinflussen Alexander Studhalter rät Käufern, die folgenden Faktoren zu berücksichtigen, die die Kosten für Wohneigentum in der Schweiz beeinflussen.

  • Kanton Die Schweiz ist ein Bundesstaat, der aus 26 Regionen, den Kantonen, besteht. Die Kantone erheben unterschiedlich hohe Gebühren für den Erwerb von Immobilien. Beispiele für diese Gebühren sind:

    • Kosten für die Eintragung der Urkunden, in der Regel zwischen 1 und 1,5 %.

    • Handänderungs- oder Grundbuchgebühr, 1 bis 3 %.

    • Notargebühren.

  • Stadtlage Wie auch anderswo in Europa sind Immobilien in Städten teurer als in ländlichen Gebieten. Außerdem sind die Mieteinnahmen in den Städten höher, wodurch die Immobilienwerte nicht sinken. Wie das BSF berichtet, liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis für ein Einfamilienhaus landesweit bei 6100 CHF. In Genf, der teuersten Stadt der Schweiz, liegt dieser Wert bei 10 500 CHF pro m².

  • Die Gegend In jedem Gebiet gibt es in beliebten Wohngegenden eine geringere Anzahl an leerstehenden Immobilien. Sie sind daher entsprechend teurer. Trendige Quartiere generieren auch höhere Mieteinnahmen, was zu höheren Immobilienpreisen beiträgt.

  • Hypothekarkredite Es ist erwähnenswert, dass das Hypothekensystem in der Schweiz einzigartig in Europa ist. In der Regel wird die Hypothek in zwei Hälften aufgeteilt: 0-65 % der Immobilie und 65-80 % der Immobilie. (Die restlichen 20 % sind die Anzahlung aus Eigenmitteln des Käufers). Der Käufer ist nur verpflichtet, den zweiten Teil seiner Hypothek zurückzuzahlen. Für die ersten 65 % müssen nur die Zinsen gezahlt werden, die steuerlich absetzbar sind. Der Zinssatz hängt von der Wahl des Anbieters sowie von der Laufzeit und dem Zinsmodell der Hypothek ab.

  • Größe des Hauses und des Grundstücks Die Größe der Immobilie und des dazugehörigen Grundstücks hat einen großen Einfluss auf den Preis. In der Schweiz müssen die Gebäude einen gewissen Freiraum um sich herum haben. Diese werden als Abstandslinien bezeichnet. Diese unterscheiden sich je nach Kanton, bedeuten aber im Grunde, dass ein Bauunternehmer niemals das gesamte Grundstück bebauen kann. Große Grundstücke sind daher noch teurer.

  • Alter des Gebäudes Ältere, modernisierungsbedürftige Gebäude erzielen in der Regel niedrigere Preise als Neubauten. Allerdings sind Renovierungen zur Modernisierung von Immobilien wiederum mit höheren Kosten verbunden.

Was kann getan werden, um die Chancen auf Wohneigentum zu verbessern?

Studhalter, auch Private Equity Experte, ist der Meinung, dass der Schweizer Immobilienmarkt von mehreren Verbesserungen profitieren könnte. So werden beispielsweise die Immobilienwerte durch den Mangel an leerstehenden Immobilien künstlich hochgehalten. Durch eine Erhöhung des Angebots an verfügbarem Wohnraum würden die Preise sinken und insgesamt erschwinglicher werden. Dies würde zu günstigeren Mieten und schnelleren Verkäufen führen.


Immobilienkäufer würden auch von mehr Hilfe bei der Ermittlung von Finanzierungsmöglichkeiten profitieren. Dazu sollten Informationen über Quellen und verfügbare Darlehen gehören, aber auch Initiativen wie z.B. das Gebäudeprogramm der Schweizer Regierung.

Um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, sind vor allem staatlich geförderte Wohnbauprojekte notwendig. Diese würden dazu beitragen, dass Wohneigentum in der Schweiz in Zukunft nicht nur für einige wenige Privilegierte zugänglich ist.

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