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Was machen Schweizerinnen und Schweizer als Reaktion auf Negativzinsen?

Die Banken senken laufend ihre Limiten für Negativzinsen bei Privat- und Sparkonten. Bei vielen Anbietern müssen Kundinnen und Kunden bereits ab einem Guthaben von 100’000 Franken der Bank einen Zins bezahlen. Das Ende des negativen Zinsumfelds ist nicht in Sicht. In einer repräsentativen Umfrage von moneyland.ch verraten 1500 Schweizerinnen und Schweizer, wie sie auf die Negativzinsen reagiert haben beziehungsweise reagieren würden, wenn sie künftig auch davon betroffen wären.



Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung (61 Prozent) gibt an, dass sie im Fall von Negativzinsen einen Teil des Gelds bei einer anderen Bank deponieren, sodass die Schwelle für Negativzinsen nicht überschritten wird. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) würden wegen Negativzinsen auch die Kündigung des Kontos in Erwägung ziehen beziehungsweise haben dies bereits getan. Die Kündigung der gesamten Bankbeziehung gehört ebenfalls zu den meistgenannten Massnahmen (37 Prozent). 44 Prozent geben zudem an, bei Negativzinsen ihr Geld in die Säule 3a einzuzahlen.


Diese Massnahmen ergreift die Bevölkerung bei Negativzinsen

Tabelle: moneyland.ch


Vergleichsweise selten sind Massnahmen wie das Deponieren von Geld zu Hause (23 Prozent) sowie die Investition in Kryptowährungen (14 Prozent) oder Gold (22 Prozent). Grundsätzlich scheuen sich Schweizerinnen und Schweizer aber nicht vor Investitionen: Rund 56 Prozent der Befragten nennen mindestens eine Anlageform (Immobilien, Anlagelösungen, Wertschriften, Gold, Kryptowährungen) als mögliche Massnahme gegen Negativzinsen.


«Das ist ganz im Sinn der Banken. Mit der Einführung von Negativzinsen möchten Schweizer Finanzinstitute auch einen Anreiz schaffen, dass ihre Kunden in Anlagelösungen investieren. Das ist für die Banken lukrativer», erklärt Benjamin Manz, Geschäftsführer von moneyland.ch.


Männer reagieren öfter

Proaktiv geben sich vor allem die Männer: Sie nennen fast sämtliche Massnahmen überdurchschnittlich oft. Die Diskrepanz zwischen Männern und Frauen ist besonders gross, wenn es ums Investieren geht: 37 Prozent der Männer geben an, als Reaktion auf Negativzinsen ihr Geld in Wertschriften bei der eigenen Bank zu investieren. Bei Frauen sind es lediglich 20 Prozent. Auch bei Investitionen in andere Anlagelösungen und in Gold sind die Schweizerinnen wesentlich zurückhaltender als die Schweizer.


Junge Menschen kündigen weniger

Wenn es um die Kündigung der Bankbeziehung geht, sind junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren besonders zurückhaltend. Zwar geben mehr als ein Viertel (27 Prozent) an, dass diese Massnahme in Frage kommt. Das ist jedoch wesentlich weniger als der Durchschnitt über alle Altersgruppen (37 Prozent).


Dafür sagen rund ein Fünftel (21 Prozent) der jüngeren Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer, dass sie als Reaktion auf Negativzinsen in Kryptowährungen investieren würden beziehungsweise investiert haben. Über alle Altersgruppen kommt das nur für 14 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer in Frage – bei über 50-Jährigen sind es gar nur 7 Prozent. «Jüngere Bankkunden sind deutlich offener gegenüber neuen Finanzprodukten wie Bitcoin», stellt Manz fest.


Mehr Kündigungen ennet des Röstigrabens

Auch geographisch gesehen gibt es einige Unterschiede: Westschweizerinnen und Westschweizer sind eher bereit, ihr Konto (54 Prozent) oder gar die gesamte Bankbeziehung (43 Prozent) zu kündigen, als Personen aus der Deutschschweiz (49 beziehungsweise 35 Prozent). Dafür sind die französischsprachigen Befragten zurückhaltender, wenn es um die Investition in Wertschriften wie Aktien und ETFs geht.


Vermögende ergreifen eher Massnahmen

Negativzinsen betreffen in der Regel diejenigen Bankkunden, die ein grosses Vermögen besitzen. Das könnte erklären, warum besonders viele vermögende Personen Massnahmen ergreifen oder sie zumindest in Erwägung ziehen: Fast vier Fünftel (79 Prozent) der Befragten mit 300’000 Franken Vermögen oder mehr geben an, dass sie als Reaktion auf Negativzinsen einen Teil ihres Geldes zu einer anderen Bank verlegen würden oder bereits verlegt haben. Die Kündigung des Kontos (59 Prozent) oder der Bankbeziehung (44 Prozent) kommen für vermögende Menschen ebenfalls eher in Frage.


Auch Investitionen sind für Menschen mit mehr Vermögen eine gängige Strategie gegen Negativzinsen. Insbesondere Wertschriften und Anlagelösungen von Banken ziehen Personen mit mehr als 300’000 Franken Vermögen viel eher in Betracht als Personen mit weniger Geld. Das Geld zu Hause aufzubewahren oder in die Säule 3a einzuzahlen, gilt bei reicheren Menschen hingegen seltener als Strategie gegen Negativzinsen.


Die Studie zeigt nicht nur, dass Personen mit mehr Geld in der Regel eher geneigt sind, Massnahmen zu ergreifen. Schweizerinnen und Schweizer mit grösserem Vermögen geben auch öfter an, dass sie sich bezüglich Negativzinsen bei Vergleichsdiensten wie moneyland.ch informieren. Fast drei Viertel (74 Prozent) der Befragten mit mehr als 300’000 Franken Vermögen sagen, dass sie als Reaktion auf Negativzinsen solche Dienste in Anspruch nehmen werden oder bereits nahmen. Im schweizweiten Schnitt sind es unabhängig vom Vermögen allerdings ebenfalls 61 Prozent, die sich auf Vergleichsdienste stützen.


«Wer von Negativzinsen auf dem Konto betroffen ist, sollte sich zuerst informieren, bevor er oder sie einen Teil des Gelds bei der Bank in Anlagelösungen investiert», empfiehlt Manz. «Häufig gibt es günstigere Anlagelösungen als bei der Hausbank – vergleichen lohnt sich.»

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