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Sorge über Qualität der lokalen und regionalen Medien wächst

Der Städteverband hat sich jüngst deutlich gegen jegliche Senkung der Radio- und Fernsehabgabe ausgesprochen. Zurecht, wie wir in unserer Region Aargau-Solothurn täglich erleben.


Städteverband / Redaktion soaktuell.ch

Symbolbild von Will Francis / unsplash.com


Die Städte sprechen sich deutlich gegen jegliche Senkung der Radio- und Fernsehabgabe aus. Dies machten sie in der Vernehmlassungsantwort zur RTVV-Teilrevision klar. Ins gleiche Horn bläst auch die Internet-Zeitung soaktuell.ch, welche die Einschätzung der Städte nur unterschreiben kann.


Die Medien sind arg unter Druck, was demokratiepolitisch problematisch ist, schreibt der Städteverband. Eine starke SRG sei mehr denn je nötig.


Der Strukturwandel trifft die Medien hart: Die Anzahl Zeitungen, deren Umfang, Werbeeinnahmen und Auflagen nahmen in den letzten Jahren und Jahrzehnten stetig und rapide ab. Die Redaktionen werden finanziell und personell ausgedünnt. Diese Entwicklung ist für den Städteverband problematisch und besorgniserregend: Medien berichten immer weniger über kommunale Politik und lokale Ereignisse. Sie nehmen damit ihre wichtige demokratiepolitische Aufgabe immer weniger wahr. Die Folge: weniger Information der Bevölkerung und Kontrolle der Behörden, geschwächte Meinungsbildung und weniger demokratische Debatten.


Ein Beispiel aus der Region Aargau-Solothurn

Erst kürzlich hat CH Media bei "Radio 32" und "32Today" 8 von 12 Stellen gestrichen sowie den "Stadtanzeiger Olten", das offizielle Publikationsorgan der Stadt Olten, eingestellt. Gut ein Jahr zuvor wurde die "Solothurner Woche" vom Verlag ZT Medien und kürzlich auch "Radio Inside" eingestellt. Eine Stärkung der Medienlandschaft durch private Anbieter sieht anders aus.


Regionaljournal Aargau-Solothurn als Perle der Medienlandschaft

In der Region Aargau-Solothurn geniesst das Regionaljournal von Radio SRF höchste Einschaltquoten. Warum? Weil es professionell, sachlich und soweit möglich politisch neutral über jene Themen berichtet, die in der Region wirklich unter den Nägeln brennen und relevant sind. Man hört Dialekte aus der Region und keine "Züri-Schnurre". Das Regionaljournal erreicht diejenigen gesellschaftlich und politisch interessierten Menschen, die noch an die Urne gehen und ist deshalb höchst demokratierelevant. Es muss nicht jeden Tag möglichst vielen Klicks hinterher rennen, sondern kann sich auf die Recherche von wenigen relevanten Themen konzentrieren. Und das ist gut so.


Das Regionaljournal, zusammen mit den Nachrichten von Radio SRF und der SRF Tagesschau, sind in der Region Aargau-Solothurn die einzigen verbleibenden Qualitätsmedien ausserhalb von CH Media. Alle anderen Radiosender der Region Aargau-Solothurn und die TV-Angebote sind zwar unterhaltend, aber politisch und wirtschaftlich ohne wirkliche Relevanz oder oftmals leider spürbar politisch gefärbt – sprich: Nicht ansatzweise vergleichbar mit der Glaubwürdigkeit von SRF. Kurz: Ein Abbau bei der SRG im regionalen und News-Bereich sowie im politischen Bereich wäre dumm und fatal für die Schweiz.


Auch Online-Aktivitäten der SRG nicht einschränken

Die online verfügbaren redaktionellen Beiträge, Radio- und TV-Sendungen der SRG sollten von allen kostenlos genutzt und von anderen Medien ohne Urheberrechtsverletzungen weiter verbreitet werden dürfen. Sie einzuschränken ist falsch. Denn was die privaten Verlage im Internet an redaktionellen News abliefern, ist immer weniger nutzbar, da zunehmend Registrierungs- und Bezahlschranken bestimmen, was gelesen werden darf und was nicht.


Zunehmend Zweiklassengesellschaft bei Online-News

Registrierungshürden und Bezahlschranken bei Online-News führen zu einer Zweiklassengesellschaft bei den News. Menschen mit hohem Einkommen und Budget für Abonnements profitieren, Menschen, welche sich nicht überall bezahlte Abos leisten können oder wollen, bleiben aussen vor. Kostenlos nutzbare Online-Portale wie watson oder die today-Seiten von CH Media sind entweder politisch einseitig oder ohne politische Relevanz nur auf Unterhaltung fokussiert - oder sie haben aufgrund ihrer "Kleinheit" nicht oder noch nicht das Potenzial für grosse journalistische Leistungen.


Gerade in Zeiten des Wandels der Medien und des Medienkonsums ist eine qualitativ starke SRG immer wichtiger. In einem Umfeld, in dem der Kostenhammer bei den Privaten über allem schwebt und jedes Jahr Stellen abgebaut sowie Inhalte zunehmend mit KI erstellt werden, darf man die SRG nicht schwächen, im Gegenteil.


Frontalangriff der SVP

Die Halbierungsinitiative der Radio- und TV-Gebühren ist ein Frontalangriff aus SVP-Kreisen auf die SRG. Dies, weil die SRG sich in den letzten Jahrzehnten tatsächlich zu wenig Mühe gegeben hat bei der Auswahl und Zusammensetzung von ModeratorInnen oder RedaktorInnen in politisch relevanten Sendegefässen. Die SRG darf nicht einmal ansatzweise in den Ruf geraten, Stimmung für oder gegen eine bestimmte politische Haltung zu machen. Das ist ihr nicht immer gelungen und hat ihr den Zorn der SVP und letztlich die Halbierungsinitiative eingebracht.


Stadt und Land sowie die politischen Strömungen müssen bei der SRG zwingend ausgewogen vertreten sein.

Die SRG ist zweifellos gut beraten, bei ihren Moderations- und Redaktionsteams im News- und politischen Bereich auf einen ausgewogenen Mix von Personen mit unterschiedlichen politischen Prägungen zu achten. Es nützt nichts, Menschen anzustellen, die zwar keiner Partei angehören, sie aber eine spürbare linksgrüne Sichtweise vertreten. Das spüren die Zuschauerinnen und Zuschauer sofort. Und das schadet der Glaubwürdigkeit. Dass Mitarbeitende mit einem SVP-Hintergrund in politischen und News-Redaktionen gänzlich fehlen, hat in bestimmten Kreisen zu einem (vermuteten) Mangel an politischer Neutralität und damit erst zu dieser Volksinitiative geführt.


Wir brauchen eine starke SRG, künftig mehr denn je. Gerade in unserer Region Aargau-Solothurn. Die SRG braucht ihre Radio- und Fernsehgebühren.

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