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Olten: Schulhaus Kleinholz soll mit Tagesstruktur eröffnet werden

Die neue Schulanlage Kleinholz in Olten bietet ab Eröffnung im August 2024 die Möglichkeit, ein schulergänzendes Betreuungsangebot mit 40 Betreuungsplätzen anzubieten. Im Rahmen des Mittagstisches kann das Angebot auf 60 Plätze ausgebaut werden. Als Basis hat der Stadtrat auf der Grundlage der Elternbefragung aus dem Jahr 2022 die «Strategie Tagesstruktur Stadt Olten 2024-2030» verabschiedet, welche definiert, dass in der Stadt Olten bis zum Schuljahr 29/30 für mindestens 30% aller Schülerinnen und Schüler in der Stadt Olten ein Betreuungsplatz zur Verfügung stehen soll.


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Symbolbild von Rainer Sturm / pixelio.de


Die Eröffnung des Tagesstrukturangebots im Kleinholz ist auf dem Weg dorthin ein wichtiger Meilenstein. Für den Aufbau des Angebots und einen auf vier Jahre angelegten Pilotbetrieb ist ein jährlich wiederkehrender Kredit in der Höhe von Fr. 300'000.00 erforderlich, der dem Gemeindeparlament an dessen Januarsitzung beantragt wird. Ab einer Auslastung von 75% wird das Angebot vollumfänglich über Elternbeiträge finanziert.


Der gesellschaftliche Wandel, der verschiedene neue Familienmodelle entstehen liess, und der damit einhergehende Wunsch nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben den Bedarf an ausserfamiliärer Betreuung in den vergangenen 20 Jahren stark ansteigen lassen. PISA-Studien der OECD zeigen, dass Kinder und Jugendliche, die gut betreut sind, die Leistungsziele der Schule besser erreichen und entwicklungsförderliche Lern- und Lebensräume die Integration der Kinder und Jugendliche in die Gesellschaft unterstützen. Von einem ausreichend zur Verfügung gestellten Betreuungsangebot profitiert gleichzeitig auch die Volkswirtschaft. Die Erwerbstätigkeit der Frauen mit Kindern steigt, was wiederum dem aktuellen Fachkräftemangel positiv entgegenwirkt. Letztendlich profitieren die Gemeinden dank höheren Steuereinnahmen und geringeren Sozialhilfebeiträgen.


Umsetzung zunehmend bei Gemeinden

Der ökonomische und gesellschaftliche Nutzen, die stetig steigende Nachfrage und die sich wandelnde soziale Bedeutung der familien- und schulergänzenden Betreuung haben deshalb zu einem zunehmenden Engagement der öffentlichen Hand geführt. Nach dem Subsidiaritätsprinzip wird der Auf- und Ausbau von Betreuungsplätzen finanziell vom Bund unterstützt. Die Umsetzung wird den Gemeinden übertragen. Die Integration von Tagesstrukturen in die Schulanlagen, wie sie im Kleinholz geplant ist, hat den Vorteil, dass sie die Gestaltung von Lern- und Lebensräumen für Kinder und Jugendliche zulässt.


In der Stadt Olten besuchen im Schuljahr 2023/24 1’206 Kinder den Kindergarten oder die Primarschule. Bei einem konservativen Berechnungsansatz von 30 Prozent der Schülerinnen und Schüler würde dies bedeuten, dass für 362 Kinder ein schulergänzendes Betreuungsangebot bereitgestellt werden müsste. Aktuell gibt es in der Stadt Olten zwei private Organisationen, die ein schulergänzendes Betreuungsangebot anbieten. Sie stellen insgesamt 75 Plätze zur Verfügung. Hinzu kommt das Mittagstischangebot der Stadt Olten mit rund 70 Plätzen. Die Zahlen zeigen deutlich, dass das schulergänzende Betreuungsangebot in der Stadt Olten nicht ausreicht, um die Nachfrage zu decken.


Betreuungsplätze für mind. 30% der Schüler/innen

Die zukünftige Entwicklung des schulergänzenden Betreuungsangebots soll entlang der durch den Stadtrat festgelegten «Strategie Tagesstruktur Stadt Olten 2024-2030» erfolgen. Diese legt fest, dass bis zum Schuljahr 29/30 für mindestens 30% aller Schülerinnen und Schüler in der Stadt Olten ein Betreuungsplatz zur Verfügung stehen soll. Gemäss der Prognose der Schülerinnen- und Schülerzahlen für das Jahr 29/30 entspricht das rund 340 Betreuungsplätzen.


Auch wenn die Vorteile für eine von der Stadt Olten geführte Tagesstruktur grundsätzlich überwiegen, soll die Strategie in enger Kooperation mit den bestehenden privaten Anbieterinnen und Anbietern umgesetzt werden. Einerseits leisten diese seit Jahren wichtige Arbeit für die Stadt Olten und sind bei vielen Eltern anerkannt, andererseits kann den Eltern dank einer vielfältigeren Angebotslandschaft die Wahlfreiheit garantiert werden.


Das Tagesstrukturangebot in der neuen Schulanlage Kleinholz soll als städtischer Pilotbetrieb aufgebaut werden. Das durch die Stadt Olten geführte Angebot verfügt über 40 Betreuungsplätze (60 Betreuungsplätze am Mittag) und steht primär allen Kindern am Standort Kleinholz ab Kindergarteneintritt bis zum Ende der Primarschule zur Verfügung. In der Tagesstruktur Kleinholz werden die Kinder altersgerecht von qualifizierten Fachpersonen in ihrer Freizeit betreut und gefördert. Dabei kommt einerseits dem freien Spiel eine wichtige Bedeutung zu, andererseits werden spielerische, sportliche, kulturelle und kreative Aktivitäten angeboten.


Ganztägiges Ferienangebot

Um eine möglichst ausgewogene Nutzung der Tagesstruktur über die verschiedenen Wochentage hinweg zu erreichen und damit einhergehend Personalplanung zu vereinfachen, wird eine Mindestbelegung festgelegt. Ab einem Mittagstischmodul muss mindestens ein Nachmittagsmodul gebucht werden. Ab dem dritten Mittagstischmodul muss ein zweites Nachmittagsmodul gebucht werden. Die Module orientieren sich an den Unterrichtszeiten der Kindergärten und Primarschulen. Während dem Pilotbetrieb soll während sechs Wochen ein ganztägiges Ferienangebot zur Verfügung gestellt werden. Das Angebot startet um 7 Uhr und endet um 18 Uhr. Es findet jeweils in den Sommer-, Herbst-, Winter- und Frühlingsferien statt.

Das Angebot der Tagesstruktur Kleinholz ist für Eltern freiwillig und kostenpflichtig. Die Betreuungsstunde in der Tagesstruktur Kleinholz kostet 12 Franken. Die Eltern können auch für die schulergänzende Betreuung im Rahmen der Tagesstruktur Kleinholz bei der Stadt Olten ein Gesuch für Betreuungsgutscheine gemäss Reglement zur Finanzierung der Kinderbetreuung (Kinderbetreuungsreglement) stellen.


Vierjähriger Pilotbetrieb

Die Tagesstruktur Kleinholz soll in einem ersten Schritt im Rahmen eines vierjährigen Pilotbetriebs bewilligt werden. In diesem Zeitraum kann das Konzept getestet und für die Einführung an weiteren Standorten geschärft werden. Der Pilotbetrieb wird nach drei Jahren evaluiert und nach Ablauf des vierjährigen Betriebs soll dem Gemeindeparlament und dem Stimmvolk eine Vorlage für den dauerhaften Betrieb städtischer Tagesstrukturangebote an verschiedenen Standorten vorgelegt werden.


Für den vierjährigen Pilotbetrieb ab dem Schuljahr 24/25 bis 27/28 ist gemäss dem beschränkten Bruttoprinzip ein jährlich wiederkehrender Kredit in der Höhe von Fr. 300'000.00 (maximale Kosten bei mind. 10% Auslastung) zu bewilligen. Ab einer Auslastung von 75% ist das Tagesstrukturangebot vollumfänglich über Elternbeiträge finanziert.

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