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Keine Rettung möglich: Massenentlassung bei Stahl Gerlafingen

Der Rettungsversuch aus der Politik kam zu spät. Fast ein Fünftel der Belegschaft von Stahl Gerlafingen muss voraussichtlich gehen. Seit 2023 hat die Schweiz kein eigenes Kontingent mehr für den Export in die EU. Darum sei der Export eingebrochen, heisst es beim Stahlwerk. Damit verletze die EU das Freihandelsabkommen, das sie 1972 mit der Schweiz abgeschlossen hat und verunmögliche praktisch den Stahl-Export in die EU.


Angestellte Schweiz / Grüne Kanton SO


Symbolbild von yasin hemmati / unsplash.com


Der geplante Personalabbau von bis zu 95 Stellen bei Stahl Gerlafingen hat weitreichende Auswirkungen auf die Beschäftigten und den Werkplatz Schweiz. Die Gewerkschaft Angestellte Schweiz fordert politische Lösungen, wie die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und damit der Stahlindustrie in der Schweiz gewährleistet werden kann.


Konkret fordert Angestellte Schweiz:

  • Sozialverträgliche Massnahmen: Die Restrukturierungsmassnahmen müssen sozialverträglich gestaltet werden. Dies beinhaltet einen angemessenen und massgeschneiderten Sozialplan für die betroffenen Mitarbeitenden. Insbesondere fordern wir die Unterstützung bei Umschulung und Weiterbildung sowie die finanzielle Absicherung, um prekäre soziale Situationen zu vermeiden.

  • Beteiligung der Arbeitnehmer: Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen aktiv in den Restrukturierungsprozess einbezogen werden. Ihre Erfahrungen und Fachkenntnisse sind von unschätzbarem Wert für die Gestaltung einer nachhaltigen und erfolgreichen Zukunft des Unternehmens.

  • Langfristige Perspektiven: Die Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen für die Stahlherstellung in der Schweiz ist unerlässlich für die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit. Insbesondere appellieren wir an die Behörden, alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit Unternehmen unterstützt werden, die die Ziele der industriellen Dekarbonisierung massgeblich verfolgen. Es ist daher unentbehrlich, dass die Behörden und die Industrie gemeinsam daran arbeiten, die Produktionskosten zu senken und die Bedingungen für die Stahlherstellung in der Schweiz zu verbessern.

  • Wahrung des Schweizer Werkplatzes: Wir fordern ein Bekenntnis zum Erhalt der Stahlindustrie in der Schweiz, zur Stärkung der regionalen Wirtschaftskreisläufe und damit auch der nationalen Versorgungssicherheit.


"Die bevorstehende Restrukturierung bei Stahl Gerlafingen erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. Wir werden weiterhin eng mit dem Unternehmen, den Behörden und anderen Interessengruppen zusammenarbeiten, um gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden, die im Einklang mit den Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie mit den Zielen des Umweltschutzes und des Werkplatz Schweiz stehen", sagt Karin Oberlin, Stv. Geschäftsführerin bei Angestellte Schweiz.


Grüne Kanton Solothurn bestürzt über Massenentlassungen in Gerlafingen

Die Grünen Kanton Solothurn bedauern zutiefst, dass die Politik keine praktikablen Lösungen für die Rettung der Arbeitsplätze in Gerlafingen vorlegen konnte. Dass die Massnahme der Entlassung nun doch umgesetzt wird, nachdem sie letzte Woche noch vertagt wurde, zeigt das wahre Ausmass der aktuellen Krise auf. Und es zeigt auch, dass die EU und die Schweiz offenbar keine zielführenden Gespräche führen konnten.


Selbst eine Feuerwehrübung der Solothurner National– und Ständerätinnen und -räte brachte am Schluss nichts und Solothurner Arbeitsplätze sind für den Bund scheinbar nicht wichtig genug, um ihretwegen seine Gespräche mit der EU zu beschleunigen.


Nun liegt der Entscheid über die Massentlassung vor und es ist zentral, dass mit einem Sozialplan verhindert wird, dass die Mitarbeitenden auf der Strasse stehen und allein gelassen werden. Für Felix Wettsein (Nationalrat GRÜNE) ist klar: «Die Stahl-Wiederverwertung verbraucht sehr viel Energie. Trotzdem ist es im Sinne der Kreislaufwirtschaft wichtig - eigentlich ohne Alternative - dass Stahl möglichst wiederverwertet wird.»


In der Schweiz herrscht die libertäre Ideologie, dass Industriepolitik möglichst zu vermeiden sei. Die Grünen meinen, diese Haltung dürfe nicht sakrosankt sein. Es gäbe übergeordnete Ziele, die (in diesem Fall) ein staatliches Eingreifen legitimieren, damit die Firmen nicht an den Energiekosten zerbrechen. Nicht nur der Erhalt der Arbeitsplätze legitimiere dies, sondern insbesondere auch die Ausrichtung auf Kreislaufwirtschaft.

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