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Bodenatlas zeigt: Zu wenig Schwefel in Böden des Mittellandes

Agroscope und das Bundesamt für Umwelt haben den ersten Geochemischen Bodenatlas der Schweiz publiziert. Er gibt eine Übersicht über die grossräumige Verteilung von 20 chemischen Elementen, die in den Böden der Schweiz natürlicherweise vorkommen. Der Bodenatlas dient den kantonalen Bodenschutzfachstellen dazu, Belastungen von Böden zu beurteilen und gegebenenfalls Massnahmen zu ergreifen.


Agroscope / BFU

Symbolbild von Gabriel Jimenez / unsplash.com


Ein gesunder Boden ist für das Leben in und auf der Erde zentral. Um ihn zu schützen, braucht es auch Kenntnisse über die Zusammensetzung des Bodens. Mit dem Geochemischen Bodenatlas haben Agroscope und das Bundesamt für Umwelt erstmals eine gesamtschweizerische Übersicht über 20 chemische Elemente und deren Gehalte in Schweizer Böden erstellt. Es handelt sich um Elemente, die wichtig sind für die Fruchtbarkeit der Böden, aber auch um solche, die – in zu hohen Konzentrationen – Belastungen darstellen, beispielsweise Kupfer oder Zink. Der neue Atlas ist ein wichtiges Instrument für den Bodenschutz in den Kantonen und auf nationaler Ebene.


Regionale Unterschiede und Hotspots

Die gemessenen Elementkonzentrationen sind mit jenen europäischer Böden vergleichbar. Regional sind jedoch deutliche Unterschiede ersichtlich, wobei häufig im Vergleich zur restlichen Schweiz hohe Elementgehalte im Jura und in den östlichen Zentralalpen gemessen wurden. Gebiete mit vergleichsweise grossen Vorkommen sind jedoch meist auf bereits bekannte Hotspots beschränkt, wo weiterführende Untersuchungen zu einer möglichen Schadstoffbelastung bereits durchgeführt wurden oder noch im Gange sind. Bei der Mehrheit der untersuchten Standorte liegen die gemessenen Konzentrationen in einem unbedenklichen Bereich. Die Oberböden im Mittelland weisen hingegen eher mittlere bis tiefe Elementgehalte auf, insbesondere beim als essentiell geltenden Element Schwefel. Schwefel ist für die landwirtschaftliche Produktion notwendig, z.B. für Raps. Möglicherweise sollte er im Mittelland in Zukunft vermehrt gedüngt werden. Dazu sind aber weitere Untersuchungen nötig.


Keine parzellenscharfen Informationen

Der Geochemische Bodenatlas beruht auf Bodenanalysen in einer Auflösung von rund einem Standort pro 35 km2. Parzellenscharfe Informationen können daraus nicht abgeleitet werden. Die regionale Verteilung der Elementkonzentrationen ist in Karten visualisiert, die auf der Website des Bundesamts für Landestopografie swisstopo und im geografischen Datenkatalog der Schweiz geocat.ch abrufbar sind. Diese Karten dienen den Behörden als Grundlage, um Gebiete zu bestimmen, in denen weitere Untersuchungen durchgeführt werden sollen.


Wozu dient der Geochemische Bodenatlas?

Treiber für die Erstellung des Geochemischen Bodenatlas war das Bedürfnis der Kantone nach einer gesamtschweizerisch harmonisierten Datengrundlage über Gebiete mit potenziell erhöhten Hintergrundbelastungen. Denn die Kantone haben den Auftrag, Belastungen des Bodens zu beobachten und zu beurteilen. Zudem ist die Kenntnis typischer Gehalte von Spurenelementen in Oberböden der Schweiz für die Aktualisierung von Grenzwerten in der Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo) von zentraler Bedeutung. Das Bundesamt für Umwelt hat in Zusammenarbeit mit einer Arbeitsgruppe der kantonalen Umweltschutzämter, einer Gruppe von Forschenden von Agroscope, der ETH Zürich und dem Wasserforschungsinstitut Eawag den Auftrag erteilt, den Geochemischen Bodenatlas der Schweiz zu erstellen. Gemessen wurden die Elemente: Antimon, Arsen, Blei, Cadmium, Calcium, Chrom, Cobalt, Eisen, Kupfer, Magnesium, Mangan, Molybdän, Natrium, Nickel, Quecksilber, Schwefel, Thallium, Uran, Vanadium und Zink.

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