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Zu schnell, zu viel erreichen - tödlich für Medien

Letzte Woche wurde bekannt, dass CH Media mit vielen Zeitungen in der Region Aargau und Solothurn hunderte Stellen abbauen muss. Schon länger bekannt ist, dass das Online-Magazin "Republik" total verschuldet ist. Der grosse "Chlapf" ist hier wohl nur noch eine Frage der Zeit. Hinter den Problemen der Medien liegen immer Managementfehler und nicht etwa der "böse Markt". Man wollte zu viel in zu kurzer Zeit erreichen.

Gutes Beispiel für ein überlebendes Online-Medium: Klein starten, gute Arbeit leisten, Kosten im Griff behalten und langsam wachsen. Die Internet-Zeitung soaktuell.ch (Archivbild)


CH Media hat in guten Zeiten angefangen, so ziemlich jede verfügbare Tageszeitung aufzukaufen, die ihr angeboten wurde. Darunter auch einige halbtote Patientinnen. Zusätzlich kaufte CH Media für Millionen Franken Fernseh- und Radiosender, ja stampfte sogar neue Sender aus dem Boden. Zudem investierte CH Media bisher Millionen Franken in Watson. Das Aargauer Medienhaus AZ Medien wollte innert kurzer Zeit zu den ganz Grossen in der Schweiz aufschliessen. Das rächt sich jetzt. Heute fehlt dem Verlag genau dieses Geld an allen Ecken und Enden. Zu schnell, zu viel erreichen zu wollen ist der wohl klassischste aller Managementfehler. Der Preis für die Strategie "Wachsen um jeden Preis" kann existenziell sein. Wir erinnern uns alle an die "Hunter-Strategie" von Swissair.


Bei der "Republik" ist die Sachlage anders, aber halt auch ähnlich. Man hat vor ein paar Jahren riesige Erwartungen an diesem neuen Online-Medium geschürt, um rasch an zahlende Abonnenten und Geldgeber zu kommen. Heute hat die "Republik" Millionen Franken Schulden und macht auch publizistisch immer weniger von sich reden. Kurz: Das Konzept hat sich schon selber erledigt.


Klein starten und gesund wachsen braucht Geduld

Jedes neue Medium ist ein Start-up, unabhängig davon, wie viel Geld beim Start zur Verfügung steht. Auch Büros mit teuren USM-Möbeln an bester Lage garantierten keinen Erfolg - im Gegenteil. Es gibt nur einen richtigen Weg. Klein starten, gute Arbeit leisten, Kosten im Griff behalten und langsam wachsen. Wer diesen zugegeben mühsameren Weg geht, ist auch im Mediengeschäft nach vielen Jahren noch da. Alle anderen sind eher früher als später weg vom Markt. Doch für solche gesunde Entwicklungen haben Medienmanager oftmals keine Geduld. Sie wollen Klotzen und den schnellen Erfolg. Damit ist der Grundstein zum Misserfolg schon fast gelegt. Es gibt mittlerweile viele Beispiele dafür, angefangen vom riesigen Publikumsportal Yellowworld der Post über das Basler barfi.ch bis hin zu news.ch und vielen mehr. Alle sind weg vom Fenster. news.ch hat immerhin 16 Jahre durchgehalten.


Online-Abos haben keine Zukunft

Bei Schliessungen von Medien oder grossen Abbaurunden wird immer das schwierige Marktumfeld genannt. Doch wer in der heutigen Zeit mit einem neuen Medium startet weiss, in welchem Umfeld dieses sich behaupten muss. Man weiss, dass sich Journalismus nicht im grossen Stil mit Online-Abonnements bezahlen lässt. Denn die Schweizerinnen und Schweizer bezahlen heute schon Serafe-Gebühren, Handy-Abos, Internet-Zugänge, Swisscom-TV sowie Abos für Netflix, Spotify, Disney plus usw.! Und jetzt kommen noch immer mehr Online-Medien dazu, die Bezahlschranken einbauen und regelmässig Geld von den Leuten wollen. Dieser Markt ist längst gesättigt. Wer mit solchen Plänen startet, wird sicher scheitern.

Die Internet-Zeitung soaktuell.ch ist vor 13 Jahren gestartet und immer noch da. Wir haben die Kosten im Griff, haben heute noch Ikea-Möbel in den Büros (günstig aber bequem) und stellen Inhalte kostenlos zur Verfügung, also ohne dass sich Leserinnen und Leser registrieren müssen. Finanziert wird mit dem Verkauf von Werbung. Die Internet-Zeitung soaktuell.ch gilt als kleine, aber bestens bekannte und in der Region Aargau-Solothurn verwurzelte Internet-Zeitung, die in guten wie in schlechten Zeiten da ist. Die Menschen in dieser Region kennen die Adresse soaktuell.ch und wissen, dass sie auch morgen noch für sie da ist. Keine Management-Eintagsfliege. Das gefällt auch den Werbetreibenden, weshalb soaktuell.ch von immer mehr grossen Unternehmen für Werbung berücksichtigt wird. Konstanz und seriöses Schaffen wird honoriert. Aber das braucht halt seine Zeit. Viel Geduld zahlt sich aus, auch im Mediengeschäft.

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