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SBB und Post haben Ziele des Bundesrates im Jahr 2022 insgesamt erreicht

Der Bundesrat hat überprüft, ob Post, SBB, Swisscom und Skyguide im Geschäftsjahr 2022 die vorgegebenen strategischen Ziele erfüllt haben. Er ist zum Schluss gekommen, dass die vier Unternehmen die Vorgaben insgesamt erreicht haben.


UVEK

Immer weniger Briefpost und Zeitungen. Post bekommt Probleme. (Foto: Post)


Post, SBB, Swisscom und Skyguide sorgten im Jahr 2022 für einen Service public mit hoher Qualität. Nach dem Abflauen der Covid-19-Pandemie normalisierte sich die Geschäftstätigkeit der vier Unternehmen. Bei SBB und Skyguide, die besonders stark unter der Pandemie gelitten hatten, verbesserten sich die Geschäftsergebnisse. Bei Post und Swisscom waren die finanziellen Auswirkungen weniger gravierend, dafür beschleunigte sich als Folge der Pandemie der Trend zur Digitalisierung. Nach Einschätzung des Bundesrates sind alle vier Unternehmen gut aufgestellt, um die Herausforderungen der kommenden Jahre gut bewältigen zu können.


Post bekommt Probleme

Die Post hat die Ziele des Bundesrates im Jahr 2022 insgesamt erreicht. Sie erbrachte die Grundversorgung mit Postdiensten und im Zahlungsverkehr in guter Qualität und zu angemessenen Preisen. Sie war eine sozial verantwortliche Arbeitgeberin mit mehr als 1‘800 Ausbildungsplätzen. Im Kerngeschäft (Briefe, Pakete, Zahlungsverkehr und Personenverkehr) hielt die Post ihre Marktanteile. Sie litt jedoch unter dem ungebrochenen Trend zum Rückgang der beförderten Briefe und Zeitungen sowie der am Schalter abgewickelten Geschäfte und zudem unter teuerungsbedingten Kostensteigerungen. PostFinance profitierte noch nicht vom veränderten Zinsumfeld. Dies spiegelte sich in einer Verschlechterung der finanziellen Resultate des Konzerns wider: Das Betriebsergebnis (358 Mio. CHF) und der Konzerngewinn (295 Mio. CHF) lagen um je rund 160 Millionen Franken tiefer als im Vorjahr. Der Bund erhält eine Dividende von 50 Millionen Franken.


Die Post hat in ihrer Strategie für die Jahre 2021–2024 Massnahmen ergriffen, damit sie die Grundversorgung auch weiterhin eigenständig finanzieren kann. Dass die Frequenzen an den Schalter zurück gehen, dürfte auch eine Folge des Abbaus der Postbüros in den Gemeinden sein. Der Mengenrückgang bei der Briefpost und den Zeitungen liegt an der Digitalisierung und dürfte bis 2030 sogar dramatisch sein. Steigen die Portokosten, fallen die Mengen noch schneller in sich zusammen. Der Bundesrat hat deshalb das UVEK und das EFD im Sommer 2022 beauftragt, Vorschläge für eine zukunftsgerichtete Weiterentwicklung der Grundversorgung zu erarbeiten.


Der Rückzug der Post aus der Fläche ist offensichtlich ein Fehler. Der Bundesrat erwartet von der Post eine Stabilisierung der Anzahl eigenbetriebener Poststellen. Möglicherweise ist diese Erkenntnis aber schon zu spät. Weiter erwartet der Bundesrat, dass die Post ihre selbst gesteckten Ziele bei der Nachhaltigkeit erreicht. Die CO2-Emissionen haben 2022 mit dem Wachstum beim Personenverkehr (PostAuto) und in der Güterlogistik zugenommen.


Energiekosten und Schienengüterverkehr reissen Loch in SBB-Kasse

Die SBB hat die Ziele des Bundesrates im Jahr 2022 teilweise erreicht. Die Nachfrage hat sich nach einem coronabedingt schwierigen ersten Quartal mehrheitlich erholt: Es reisten wieder deutlich mehr Personen mit der SBB. Die Qualität der Angebote (Zustand der Infrastruktur, Pünktlichkeit, Sauberkeit) und die Zufriedenheit der Kundinnen und Kunden waren auf hohem Niveau stabil. Die Energie- und CO2-Effizienz verbesserten sich aufgrund der höheren Auslastung der Züge. Die SBB betrieb fortschrittliche und sozialverantwortliche Personalpolitik. Insgesamt absolvierten 1392 Lernende bei ihr eine Ausbildung. Leider nahm die Zahl der schweren Arbeitsunfälle zu.

Die finanzielle Lage der SBB blieb trotz einer spürbaren Entspannung unbefriedigend. Das Jahresergebnis verbesserte sich zwar um 80 Millionen Franken, fiel mit einem Minus von 245 Millionen (Vorjahr -325 Mio.) aber erneut stark negativ aus. Positiv schlugen die kräftige Ergebnisverbesserung im Fernverkehr, die Kostenoptimierungen sowie das gute Ergebnis von SBB Immobilien zu Buche. Belastend wirkten sich hingegen die Wertberichtigung bei SBB Cargo sowie das stark negative Ergebnis bei Infrastruktur-Energie aus. Ohne diese beiden Effekte hätte eine schwarze Null resultiert. Die Nettoverschuldung des Konzerns erreichte das 11-Fache des Bruttoergebnisses (EBITDA), was weit über der vom Bundesrat als noch tragfähig erachteten Obergrenze von 6,5 x EBITDA lag. Zur nachhaltigen Stabilisierung der finanziellen Situation des Unternehmens haben sich der Bund und die SBB auf ein Massnahmenpaket verständigt, das bis 2030 einen Rückgang bei der Verschuldung unter die Obergrenze von 6,5xEBITDA ermöglichen soll.


Der Bundesrat erwartet, dass die SBB ihre finanzielle Lage weiter stabilisiert und den Verlust von Volumen, Marktanteilen und Geld im Schienengüterverkehr vermindert. Zudem erwartet er von der SBB eine Analyse und Aufarbeitung der Arbeitsunfälle.

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