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Registrierungs- und Bezahlzwang der "Qualitätsmedien" floppt

Mehr als drei von vier Personen lesen News online. Seit einigen Jahren muss man sich beim Besuch grösserer Zeitungsportale in der Schweiz früher oder später registrieren. Doch die Absicht der selbsternannten "Qualitätsmedien" ist ein Flopp. Millionen wollen sich nicht registrieren. Und nicht einmal ein Fünftel der Bevölkerung bezahlt letztlich für News.

Illustration: Screenshot Aargauer Zeitung


Das ist eines der Ergebnisse des «Digimonitors», den die Interessengemeinschaft elektronische Medien (Igem) und die Wemf AG für Werbemedienforschung am Donnerstagnachmittag publiziert

haben.


Rund fünf Millionen Schweizerinnen und Schweizer (77 Prozent der Bevölkerung) lesen "mindestens gelegentlich" News im Internet. 2,7 Millionen (41 Prozent) nutzen dafür ein Gratis-Angebot (wie etwa soaktuell.ch), beziehungsweise haben sich zwar bei einer grossen Online-Zeitung registriert, bezahlen aber nichts dafür.


1,9 Millionen (29 Prozent) nutzen grundsätzlich keine News-Angebote, für die man sich registrieren muss. Und nur 1,1 Millionen (18 Prozent) zahlen letztlich für ein digitales News-Abonnement. Diese Bilanz ist dürftig. Alleine schon die Pflicht zur Registration grenzt also einen grossen Teil der News-Konsumentinnen und Konsumenten aus, respektive animiert zum sofortigen Wegklicken. Und der Pflicht für News zu bezahlen kommen nicht einmal mehr ein Fünftel der User nach.


«Die kostenpflichtigen Digital-Abos sind stark einkommensabhängig», fand die Studie heraus. Was für eine Erkenntnis? Nur jede elfte Person aus einem Haushalt mit bis zu 6'000.- Franken Brutto-

Monatseinkommen leistet sich ein Digital-Abo für News, aber jede dritte Person aus einem Haushalt mit mehr als 10'000.- Franken Einkommen.


Von dieser Erkenntnis sind wohl nur die Verleger selber überrascht. Denn in der Realität ist es doch so, dass die Menschen heute neben dem Handy-Abonnement noch zwischen Swisscom-TV, Netflix, Disney+, Spotify, Amazon und vielen Kanälen mehr auswählen können, für die man alle bezahlen muss. Früher oder später kommt der Moment, wo jedes Budget an Grenzen stösst. Dass da ein bezahltes Abonnement beispielsweise für die Online-Ausgabe der Solothurner Zeitung nicht mehr erste Wahl ist, leuchtet jedem Normalsterblichen ein. Man hätte also kein Prophet sein müssen, um dies den Verlagshäusern vorauszusagen. Negativ überrascht über die Zahlungsbereitschaft der Schweizerinnen und Schweizer kann also nur sein, wer die Bedeutung seines eigenen Mediums masslos überschätzt.

soaktuell.ch ist offen für alle

Bei der Internet-Zeitung soaktuell.ch bleiben die Inhalte gratis und auch die Registrierung ist und bleibt freiwillig. "Wir sind unkompliziert. Das schätzen unsere Leserinnen und Leser sehr und das bleibt auch künftig so", sagt Inhaberin, Melanie Jäggi.


"Wir finanzieren uns über Werbeeinnahmen und setzen auf freiwillige Spenden. Wer soaktuell.ch gut findet und uns finanziell unterstützen möchte, kann dies jederzeit mit einem Beitrag via Twint tun. Dafür sind wir sehr dankbar. Registrations- oder wiederkehrender Bezahlzwang überlassen wir den grossen Verlagen. Das ist nicht unser Geschäftsmodell. Wir sind primär für die Menschen in der Region Aargau-Solothurn da und nicht umgekehrt. Deshalb ist bei uns alles etwas persönlicher."


Foto: Melanie Jäggi (Inhaberin der Internet-Zeitung soaktuell.ch) mit Redaktionskater "Maxli"

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