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Massnahmen-Chaos an den Schulen: "Unsere Kinder sind nur in der Quarantäne sicher."

Die Internet-Zeitung nau.ch greift mit dem Artikel "Kantone veranstalten zum Schulbeginn Massnahmen-Chaos" das auf, worüber soaktuell.ch seit Weihnachten berichtet. Die Schutzkonzepte an den Schulen sind mehr als fragwürdig. In den Kantonen herrscht mit dem Schulbeginn ab Montagmorgen das totale Chaos. Die Kantone hatten genug Zeit, die Maskenpflicht ab 1. Primarschulklasse und die Testpflicht für alle im Klassenzimmer einzuführen. Das ist weitgehend nicht geschehen. Jetzt braucht es vom Bundesrat zeitnah eine nationale Schul-Strategie für die Primar- und Sekundarstufe, welche sich an das Vorzeigemodell Basel-Landschaft anlehnt.

Beispiel Maskenpflicht: Die von nau.ch erstellte Karte zeigt das Chaos alleine bei der Maskenpflicht. Im Kanton Solothurn (blau) gilt die Maskenpflicht ab der 3. Primarschulklasse, ringsherum gilt die Maskenpflicht ab der 1. Primarschulklasse (rot). Dabei sind die Infektionszahlen überall in ähnlichem Masse aus dem Ruder gelaufen - und die rechtlichen Grundlagen wären auch für alle Kantone die selben. Offensichtlich nimmt man vielerorts den Schutz der ungeimpften Generation unter zwölf Jahren auf die (zu) leichte Schulter. Der Bundesrat muss dringend eingreifen.


Falsche Sicherheit mit freiwilligen Spucktests

Noch schlimmer ist das Chaos bei den repetitiven Spucktests an den Schulen. Einige Kantone wollen keine Spucktests, in anderen sind sie obligatorisch, wieder in anderen sind sie freiwillig und der Kanton Aargau hat keine Laborkapazitäten mehr für deren Durchführung. Völlig sinnlos sind freiwillige Test dann, wenn ungetestete Kinder nach einem positiven Befund in der Klasse weiterhin zur Schule gehen können. Wenn in einer Klasse ein oder zwei Schülerinnen und Schüler an solchen freiwilligen Spucktests nicht teilnehmen, mag das kein Problem sein.

Aber in Klassen in denen nur noch knapp die Hälfte der Schüler bei den Pool-Tests mitmachen, während die andere Hälfte weiterhin ungetestet zur Schule gehen darf, sind die solidarischen Kinder und Eltern am Schluss die Dummen. Sie sorgen mit ihrer Bereitschaft zum Testen dafür, dass die Testverweigerer nicht in Quarantäne müssen und gefährden sich damit gleich selber.

Auf die Frage von soaktuell.ch, ob es nicht sinnvoller wäre, die negativ Getesteten nach einem positiven Pool-Test wieder zur Schule zu schicken und die Ungetesteten aus Sicherheitsgründen ein paar Tage länger davon fernzuhalten, schreibt das Volksschulamt des Kantons Solothurn: "Bei Kindern, die nicht getestet worden sind, liegt auch kein Ergebnis (Befund) vor. Damit kann auch keine Massnahme ausgesprochen werden." Diese Argumentation zeigt wunderbar auf, wie der Wille zum Schutz der Kinder fehlt. Zudem ist sie juristisch schlicht falsch, wie ein aktuelles Urteil des Verwaltungsgerichts Zug zeigt.


Neues Gerichtsurteil zu Quarantäne für Spucktest-Verweigerer

An Zuger Schulen werden ab der Sekundarstufe seit Februar 21 zweimal wöchentlich Speicheltests durchgeführt, um die Ausbreitung des Coronavirus frühzeitig einzudämmen. Wer nicht mitmacht, muss zehn Tage in Quarantäne, wenn in der Klasse jemand positiv getestet wurde.


Die Mutter einer Testverweigererin klagte gegen die Quarantäne ihrer Tochter. Es liege bei ihr gar kein positiver Befund vor. Ohne Erfolg. Das Zuger Verwaltungsgericht schreibt im Urteil, dass ein solcher «gar nicht erforderlich ist». Die Infektion müsse einzig bei der positiv getesteten Mitschülerin bestätigt oder wahrscheinlich sein. «Auf die Ansteckung oder Nichtansteckung der Beschwerdeführerin selber kommt es nicht an», heisst es im Urteil. Im Schulkontext könne man nicht ausschliessen, dass sich das Coronavirus durch Aerosole auf im gleichen Zimmer befindliche Personen übertrage. Dies auch, wenn ein strenges Konzept eingehalten werde. Deshalb habe der Kantonsarzt den Kontakt der Beschwerdeführerin zu der positiv getesteten Schülerin als eng eingestuft. Die Anordnung der Quarantäne sei ein effektives Mittel zur Bekämpfung einer übertragbaren Krankheit und somit rechtmässig.


Eltern kommen sich "verarscht" vor

Vor Weihnachten gab es im Kanton Solothurn mehrere Fälle, in denen Pool-Tests an den Schulen positiv ausgefallen waren. Die Testverweigerer wurden dann mit den negativ getesteten Schülerinnen und Schülern zusammen wieder zur Schule geschickt (s. Bericht von soaktuell.ch vom 22.12.21) als ob nichts geschehen wäre. Im Falle der 2. Primarschulklasse von Fulenbach war dann prompt noch ein weiteres positives Kind darunter, worauf das Contact-Tracing und die Schulleitung das getan haben, was sie schon fünf Tage zuvor hätten tun sollen, nämlich alle ungetesteten Kinder in Quarantäne zu versetzen. Mit dem Ergebnis, dass deren Quarantäne dann über Weihnachten andauerte. Hätte man fünf Tage vorher richtig reagiert, wäre die Quarantäne für die Ungetesteten am 23. Dezember zu Ende gegangen. Man kann sich unschwer vorstellen, wie die betroffenen Eltern getobt haben. Eine Mutter schreibt soaktuell.ch:

"Wir wurden verarscht und unsere Kinder bewusst der Ansteckung ausgesetzt."

Mehrere an sich solidarische Eltern, die eigentlich hinter den wöchentlichen Spucktest stehen, haben nach diesem Vorfall in Fulenbach ihre Kinder frustriert von den repetitiven Tests in dieser Klasse abgemeldet.


Keine Extrawürste mehr beim Testen in den Schulen

Die folgende Aussage von Eltern zweier Primarschülerinnen aus Schönenwerd zeigt die ganze Misere des freiwilligen Testens auf:

"Spucktests an den Schulen sind super, wenn nach einem Ausbruch in der Klasse sofort die richtigen Schlüsse daraus gezogen werden. Negativ getestete Kinder dürfen in einer solchen Situation niemals mit den ungetesteten zusammen wieder zur Schule geschickt werden. Testverweigerer gehören automatisch in Quarantäne, oder sie legen wie alle anderen einen negativen Test vor. Unsere Kinder machen jetzt auch nicht mehr beim Testen mit, solange sie mit ihrer Teilnahme nur dazu dienen, den Testverweigerern die Quarantäne zu ersparen. Für unsere Schüler ist Quarantäne kein Problem, die Betreuungssituation ist gelöst und wir testen sie privat. Wenn die Testverweigerer nicht solidarisch sind, müssen es unsere Kinder auch nicht mehr sein."


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