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Laufen CH Media die Kosten davon? Jetzt soll gespart werden. Der CEO geht.

CH Media «lanciert Effizienzprogramm als Antwort auf die aktuellen Herausforderungen». Diese Botschaft wurde am Montag als aktuelle News auf der Webseite des Verlagshauses aufgeschaltet. Zu CH Media gehören fast alle Medien in der Region Aargau-Solothurn.

Symbolbild von Alexa / pixabay.com


Mit «Effizienz steigern» wird dabei ein happiges Sparprogramm umschrieben. Konkret heisst es, dass CH Media «die Kostenbasis bis Ende 2024 nachhaltig um 20 Millionen Schweizer Franken senken» will. Damit solle «die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens in wirtschaftlich unsicheren Zeiten sichergestellt werden», wie es heisst. Sparprogramme machen Unternehmen nur, wenn die Kosten zu hoch sind und zu viel Geld abfliesst. Das nennt sich dann "aktuelle Herausforderungen".


Nicht erwähnt wird der grössere Finanzaufwand zur Übernahme der Mehrheit des Joint Ventures der AZ Medien und der NZZ-Regionalmedien. Anfang Juli 2022 haben die beiden 50-Prozent-Aktionäre AZ Medien AG und das Unternehmen NZZ vereinbart, die Beteiligungen zu ändern. Die AZ werden mit 65 Prozent, die NZZ mit 35 Prozent an CH Media beteiligt sein. Zudem hat CH Media in den letzten Jahren zahlreiche Regionalzeitungen und einige Lokalradios übernommen. Die meisten davon sind im besten Fall knapp eigenwirtschaftlich unterwegs. Grosse finanzielle Beiträge zu deren Digitalisierung leisten sie kaum ans Mutterhaus.


Auch Watson wird von CH Media geschluckt

CH Media werde im Frühling die Mehrheit an der FixxPunkt AG, der Muttergesellschaft des linken Newsportals Watson, von AZ übernehmen. Alle Transaktionen fänden im 1. Quartal 2023 statt, hiess es Anfang Juli letzten Jahres.

CH Media reagiere mit seinem neuen Effizienz- und Kostensenkungsprogramm auf die steigenden Energie-, Papier- und Lohnkosten sowie auf eine aufgrund des russischen Angriffskrieges in der Ukraine wirtschaftlich allgemein unsichere Situation, wird als Begründung für die aktuelle Sparaktion genannt. Man vermutet aber, dass dies nur die halbe Wahrheit ist, denn mit diesen aufgezählten Kostenfaktoren kämpfen alle Unternehmen der Medienbranche.


Das Programm soll neben der Sicherung der Zukunft insbesondere die langfristigen Investitionen in die Digitalisierung der publizistischen Angebote sowie den weiteren Ausbau des Bereichs Entertainment ermöglichen. Um das Ziel von 20 Millionen eingesparten Franken zu ermöglichen,

werden nach einer ersten Analysephase bis Sommer 2023 die identifizierten Massnahmen rollend initiiert. Dazu gehören dann wohl auch Entlassungen.


CEO Axel Wüstmann hat genug

Ebenfalls im Frühjahr 2023 verlässt Axel Wüstmann das Unternehmen. Der CEO von CH Media ist erst vor ein paar Monaten vom Branchenmagazin Schweizer Journalist:in zum «Medienmanager des Jahres» gewählt worden. «Er hat CH Media mit strategischer Klugheit zu einer bedeutenden nationalen Akteurin gemacht», hiess es. Das mag stimmen. Nur muss CH Media diese Rolle mittelfristig auch finanziell stemmen können. Und das wird extrem teuer oder gravierende Einschnitte bedeuten, wie etwa die Einstellung bestimmter unrentabler Medien.

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