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Kommt die Stunde der SVP-Regierungsräte, wenn Bundesrat Ueli Maurer zurücktritt?

Ob kurz oder lang wird Bundesrat Ueli Maurer (SVP) zurücktreten. Der Finanzminister wird im Dezember 71 Jahre alt und steht im zwölften Bundesratsjahr. In den Medien wurde bereits über mögliche Nachfolger der SVP spekuliert. Die Nationalräte Gregor Rutz, Franz Grüter und Albert Rösti gehören zu den Favoriten. Doch da gibt es noch starke Regierungsräte, die vor allem während der Pandemie beeindruckend gut gearbeitet haben und von denen noch niemand spricht. Noch nicht.

Bundesrat Ueli Maurer (Bild: svp.ch)


Da wäre die Zürcher Regierungsrätin und ehemalige Nationalrätin Natalie Rickli. Der Druck für eine Frauenkandidatur wird bei der nächsten Bundesratsvakanz zwar nicht gross sein. Sollte die SVP der Bundesversammlung aber ein Zweierticket anbieten, dürfte Natalie Rickli grosse Chancen auf einen Platz auf diesem Ticket haben. Ihr Manko: Sie ist Zürcherin. Das ist auch das Problem von Nationalrat Gregor Rutz, der zudem oftmals etwas elitär und steif wirkt. Und: Nach dem Zürcher Ueli Maurer muss nicht zwingend wieder eine Zürcherin oder ein Zürcher Bundesrätin/Bundesrat werden. Es gibt noch andere Regionen der Schweiz, die gerne mal wieder in der Landesregierung vertreten wären.


Beispielsweise die Innerschweiz:

Hier steht der Zuger Regierungsrat Heinz Tännler in den Startlöchern. Der Anwalt und Notar war seit 2007 zuerst Baudirektor, dann Finanzdirektor des Kantons Zug, als Ersatz für den Finanzminister also wie geschaffen. Sein Handicap: Er ist 60 Jahre alt.


Der Luzerner Nationalrat Franz Grüter spricht als Unternehmer gut Französisch und ist auf Englisch sogar verhandlungssicher, da er zwei Jahre in den USA gelebt hat. Er hat sich aber selber als Bundesratskandidat aus dem Rennen genommen. In den Medien liess er verlauten, dass Bundesrat zu werden, nicht sein Lebensziel sei. Bei den nächsten Wahlen 2023 sei er 60 Jahre alt. Zudem sei seine Tochter herzkrank. Er habe eigentlich eher vor, über ein Leben nach der Politik nachzudenken. Bundesrat zu werden, strebe er definitiv nicht an.


Die Mittelland-Kantone:

Im Aargau ist Regierungsrat Jean-Pierre Gallati während der Pandemie aufgefallen. Der Gesundheitsdirektor ist eine starke Persönlichkeit und scheute sich nicht, auch Bundesrat Alain Berset für Covid-Massnahmen zu kritisieren. Und er legt sich gelegentlich auch mit seiner eigenen Partei an, wenn er den Eindruck hat, die Corona-Politik der SVP sei realitätsfremd. Beim 55-jährigen Rechtsanwalt stimmt irgendwie alles für eine Wahl in die Landesregierung. Zudem wäre der grosse Kanton Aargau längst wieder mal an der Reihe, einen Bundesrat zu stellen. Der Aargau hatte bisher erst fünf Bundesräte, der Kanton Zürich 20.


Der Kanton Thurgau stellte erst drei Bundesräte - der letzte 1934.

Hier verfügt die SVP mit Regierungsrat Urs Martin über einen Mann, der als Finanzdirektor und als Direktor für Gesundheit und Soziales Erfahrungen in wichtigen Schlüsselthemen mitbringt. Urs Martin ist mit 42 Jahren noch relativ jung. Sein grosser Vorteil: Er war vier Jahre lang Sekretär der SVP-Bundeshausfraktion und kennt die Abläufe hinter den Kulissen des Bundeshauses in- und auswändig.


Zwei Berner Sitze im Bundesrat?

Bleibt noch Nationalrat Dr. Ing. Agr. ETH Albert Rösti. Der 54-Jährige Berner gilt als Parteisoldat, diente sich innerhalb der SVP schrittweise hoch und war von 2016 bis 2020 Präsident der SVP Schweiz. Er blieb in dieser Funktion aber relativ erfolglos. Zudem ist in ganz Bundesbern ein Makel bekannt: Rösti kommt zu praktisch jedem Termin zu spät. Tritt Bundesrat Ueli Maurer mit der Berner Bundesrätin Simonetta Sommaruga zusammen zurück, hätte Albert Rösti als Berner vielleicht den Hauch einer Chance. Bleibt Sommaruga aber noch ein bisschen im Amt, gibt es wohl kaum einen zweiten Berner Bundesrat.


Und die Romands?

Da die SVP mit Bundesrat Guy Parmelin bereits einen Romand als Bundesrat stellt, ist bei der Vakanz von Ueli Maurer die Westschweiz wohl kaum Thema.


Bei der Ersatzwahl für Bundesrat Ueli Maurer dürften also weder die Frauenfrage, noch die Einbindung von Westschweiz oder Tessin, eine Rolle spielen. Das ist die Gelegenheit, mal wieder Regionen oder Kantone in die Landesregierung einzubinden, die lange nicht mehr darin vertreten waren, beispielsweise die Innerschweiz, der Aargau oder eben den Thurgau.

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