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Kein Geheimplan: SVP vergeigt Bundeskanzlerwahl

Dass ausgerechnet Alt Bundesrat Christoph Blocher bei der bevorstehenden Bundesratswahl wilde Kandidaturen ins Spiel bringt, kommt schlecht an. Und dass der Generalsekretär der SVP den Sozialdemokraten offen mit Konsequenzen droht, sollte der grüne Bundesratskandat bei der Wiederwahl von Bundesrat Cassis viele Stimmen bekommen, macht die Parlamentarier über die Parteigrenzen hinweg sauer. Erreichen wird die SVP damit null und nichts, aber die Bundeskanzlerwahl hat sie sich wahrscheinlich schon vergeigt. Mitte-Links ist die Lust jedenfalls vergangen, den SVP-Kandidaten oder die SVP-Kandidatin zum Bundeskanzler oder zur Bundeskanzlerin zu wählen.


Kommentar von Martina Gloor, soaktuell.ch

Symbolbild von Ansgar Scheffold / unsplash.com


So nahe dran war die SVP noch nie am Amt des Bundeskanzlers. Das machtvolle Amt gilt als achter Sitz im Bundesrat. Und die beiden Kandidaturen der SVP wären nicht die schlechtesten. Doch die SVP macht es den anderen Parteien in diesen Tagen unglaublich schwer, ihre Stimmen am nächsten Mittwoch der SVP zu geben. Wahrscheinlich hat sich die Volkspartei mit ihren Äusserungen gerade selber aus dem Rennen genommen.


Hinter vorgehaltener Hand bezeichnen Sozialdemokraten, Grüne und Vertreter der Mitte-Partei das taktische Vorgehen der SVP als unklug und nicht nachvollziehbar. Wenn man zwei Kandidierende stellt für die Wahl zum Bundeskanzler oder zur Bundeskanzlerin, sollte man ein paar Gänge zurückschalten und etwas demütiger sein. Die SVP hätte bei dieser Bundesratswahl genüsslich zuschauen und am Schluss mit der Wahl des Kanzlers die Früchte ernten können. Doch jetzt ist alles anders.


Bei dieser Bundesratswahl geht es gar nicht um die SVP. Es geht um Kandidierende der Linken. Um dennoch in den Medien präsent zu sein, bringt die SVP wilde Kandidaturen ins Spiel und will die Stimmabgabe der Sozialdemokraten mit Drohungen beeinflussen. Anstatt auf den Mund zu hocken und so die Wahl des Bundeskanzleramtes zu sichern, bringt die SVP wieder einmal das halbe Parlament gegen sich auf - für ein paar Schlagzeilen und sonst nichts. So äussern sich jedenfalls gleich mehrere Parlamentarier im Gespräch mit soaktuell.ch unabhängig voneinander.


Am kommenden Mittwoch wird fast sicher einer der offiziellen Kandidaten der SP zum Bundesrat gewählt und die anderen sechs amtierenden Bundesräte dürften bestätigt werden. Es ist schlicht nicht die Zeit für Experimente. Aber die beiden Kandidierenden der SVP für das Amt des Bundeskanzlers dürften es nach den Äusserungen von Christoph Blocher und der Drohung des SVP-Generalsekretärs jetzt sehr schwer haben. Zum Bundeskanzler gewählt werden dürfte nun fast sicher der lachende Dritte im Kandidatenkarussell, Vizekanzler Viktor Rossi von der GLP.


Wenn das passiert, muss sich die SVP wegen ihres taktischen Unvermögens selber an der Nase nehmen.

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