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Kanton Solothurn: Versammlung der Bauarbeiter beschliesst Protesttage auf dem Bau

Über 750 Solothurner Bauarbeiter sprachen sich im Rahmen einer Landesweiten Abstimmung für Streikmassnahmen aus, sollte der Baumeisterverband seine Abbaupläne in den Verhandlungen über den neuen Landesmantelvertrag (LMV) nicht zurückziehen.


Unia Biel-Seeland/Kanton Solothurn

Bild zVg. Unia-Website


Die Baumeister wollen die Bestimmungen zur Arbeitszeit abschaffen und stattdessen den 12-Stunden-Tag, bzw. die 58 Stunden-Woche zur Norm machen. Damit gefährden sie bewusst die Gesundheit der Bauarbeiter und verunmöglichen ein normales Privatleben. Zudem sollen ältere Bauarbeiter in tiefere Lohnklassen eingestuft werden und einfacher entlassen werden dürfen. Auch eine Anpassung der Reallöhne an die aktuelle Teuerung knüpfen die Baumeister an eine Zustimmung zu Ihren unsozialen Abbauforderungen. Dagegen wehren sich die Solothurner Bauarbeiter.


Rund 70 Bauarbeiter versammelten sich am vergangenen Freitag in Bellach zur Bauarbeiterversammlung der Unia Sektion Solothurn. Chris Kelley, nationaler Co-Leiter des Sektors Bau der Unia schilderte die Situation am Verhandlungstisch: «Die Baumeister bewegen sich keinen

Millimeter. Sie halten an ihren radikalen Abbauplänen fest. Sie fordern, dass möglichst viele Artikel

zum Schutze der Bauarbeiter aus dem LMV gestrichen werden. Die Lohnkosten sollen generell

gesenkt werden, dazu sollen ältere Bauarbeiter in die tiefsten Lohnklassen gesetzt und schneller

entlassen werden können. Auch eine Anpassung der Reallöhne an die gestiegenen

Lebenshaltungskosten, machen die Baumeister von einer Zustimmung zu ihren Abbauforderungen

abhängig. Das ist ein Affront gegen die Bauarbeiter, die letztendlich die Strassen, die Häuser, die

Schulen und Spitäler in unserem Land bauen.» «Zudem ist der Baumeisterverband bereit, einen

vertragslosen Zustand in Kauf zu nehmen, sollten die Bauarbeiter diesem Arbeitgeberdiktat nicht

zustimmen», so Kelley weiter.


Dem gegenüber fordern die Bauarbeiter ein Ende der Gratisstunden bei der Reisezeit von der Firma

zur Baustelle sowie mehr Schutz gegen den wachsenden Termindruck sowie bei Schlechtwetter.

Doch darauf gingen die Baumeister bisher gar nicht ein.

Den Versammlungsteilnehmern ist die Wut über die respektlose Haltung der Baumeister gegenüber

den Bauarbeitern deutlich anzumerken. Einer der Bauarbeiter meldete sich zu Wort: «Wenn die

Baumeister nicht einlenken und damit einen vertragslosen Zustand provozieren, bleibt uns nichts

anderes übrig als zu streiken!». Die Versammlung stimmte dieser Aussage mit einem kräftigen

Applaus zu. Letztendlich einigte sich die Versammlung darauf, dass Protestaktionen durchgeführt

werden sollen. Gleichzeitig fordern sie die Solothurner Baumeister auf, ihren Einfluss auf nationaler

Ebene geltend zu machen, damit ein Verhandlungsresultat angestrebt, statt ein vertragsloser Zustand provoziert werde, denn ein solcher würde den Druck auf die Bauarbeiter, aber auch auf die

Unternehmen unnötig erhöhen. Auch waren sich die Anwesenden einig, dass im Falle eines

vertragslosen Zustands, Kampfmassnahmen ergriffen werden müssen.

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