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Kanton Aargau: In 2022 Zunahme von tödlichen Verkehrsunfällen, Drogenfunden und Autoaufbrüchen

An einer Medienkonferenz blicken Regierungsrat Dieter Egli, die Kantonspolizei Aargau sowie die Staats- und Jugendanwaltschaft auf das vergangene Jahr zurück. Die Bilanz: Die Strafverfolgungsbehörden haben gute Arbeit geleistet, die Sicherheitslage im Kanton Aargau ist weiterhin stabil.


Departement Volkswirtschaft und Inneres, AG

Aargauischer Sicherheitsdirektor Regierungsrat Dieter Egli (Foto: Foto Studio Gioia)


Sicherheit ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Darauf legt auch Departementsvorsteher Regierungsrat Dieter Egli an der Jahresmedienkonferenz Sicherheit Aargau 2022 den Fokus. Zum ersten Mal führen die Kantonspolizei, die Staatsanwaltschaft und die Jugendanwaltschaft diese gemeinsam durch. "Eine Herausforderung der Sicherheitspolitik ist, dass die Bedrohungen und Risiken ständig ändern", hält der Vorsteher des Departements Volkswirtschaft und Inneres fest. Umso wichtiger sei es, diese so gut wie möglich mittels Eventualplanung zu antizipieren. Darauf liege der Fokus.


Regierungsrat Dieter Egli dankt den Strafverfolgungsbehörden für die gute Arbeit, die sie im vergangenen Jahr gleistet haben und blickt ins neue Jahr: "Unsere Aufgabe im neuen Jahr ist es, sicherzustellen, dass das Vertrauen in die Strafverfolgungsbehörden hoch bleibt."


"Wir registrieren nur die Spitze des Eisberges"

"Seit September 2021 werden wir von einer Kriminalitätswelle im Bereich der seriellen Vermögenskriminalität überrollt", beschreibt Kommandant Oberst Michael Leupold die polizeiliche Lage. Die Sichtbarkeit organisierter Kriminalität im Kanton Aargau beunruhige und zeige doch nur die Spitze des Eisberges. Die organisierte Kriminalität generiere Schäden in Millionenhöhe und stelle zudem eine ernste Gefahr für Leib und Leben dar. Der Kommandant der Kantonspolizei betont die Wichtigkeit der Präventionsmassnahmen im Kampf gegen diese Form der Kriminalität.


Einbruchskriminalität nimmt weiter zu

Nach einem leichten Anstieg in den letzten Jahren könne erfreulicherweise dieses Jahr ein Rückgang der Fälle häuslicher Gewalt festgestellt werden, hielt Hauptmann Heinz Meier, Abteilungschef Stationierte Polizei, fest.


Die Einbruchskriminalität nehme dagegen weiter zu. "Zu den Hotspots gehörten auch dieses Jahr wieder die bevölkerungsreichen Regionen entlang der Autobahn A1", führt Meier aus. Einen besonderen Fokus legt die Kantonspolizei auf die Fahrzeugaufbrüche, die vermehrt im Norden des Kantons begangen wurden.


Unterschiedliche Unfallursachen erschweren Prävention

Während in den vergangenen Jahren die tödlichen Unfälle auf den Strassen kontinuierlich zurückgingen, zeigt die Entwicklung in diesem Jahr leider in die andere Richtung: 22 Menschen verloren im Strassenverkehr im Kanton Aargau ihr Leben. "Die Unfallursachen sind sehr unterschiedlich. Das macht es für die Polizei sehr schwierig, generelle Handlungsansätze zu erkennen", schlussfolgert Major Rudolf Scherer, Abteilungschef Mobile Polizei. Während die Zahl der Unfälle mit Fussgängern rückläufig sei, seien die E-Bike-Unfälle markant gestiegen. Unerfreulich sei ausserdem die Tatsache, dass Alkohol als Unfallursache generell wieder zunehme.


Professionelle kriminelle Organisationen fordern Ressourcen

"Die Anzahl Straftaten hat im letzten Jahr zugenommen, die Aufklärungsquote ist gleich geblieben", sagt Hauptmann Markus Gisin, Abteilungschef Kriminalpolizei, in seinen Ausführungen. Einen Fokus legt er anlässlich der Jahresmedienkonferenz auf die Strukturkriminalität. "Strukturkriminalität ist Holkriminalität und es besteht ein grosses Dunkelfeld", sagt Gisin. Ziel sei es, dieses mittels gezielter Kontrolltätigkeit und Vorermittlungen zu erhellen. Im Jahr 2022 habe die Kantonspolizei rekordhohe Mengen von Betäubungsmitteln sichergestellt. Das ist ein weiteres Indiz dafür, dass der Betäubungsmittelhandel im Kanton Aargau professionell organisiert sei. Mit dem internationalen Bezug und den technischen Möglichkeiten der Täterschaft seien die Verfahren lang und komplex.


Strafverfolgung effizient halten

Die Zunahme der schweren Delikte gegen Leib und Leben falle auf, führt der Leitende Oberstaatsanwalt Philipp Umbricht aus. Es sei aber positiv zu erwähnen, dass bei allen Tötungsdelikten die mutmassliche Täterschaft ermittelt werden konnte.


Eine effiziente Strafverfolgung sei unabdingbar, um Ressourcen für grosse und gewichtige Strafverfahren zu haben.

Verstärkung der Zusammenarbeit elementar

Auch im Jahr 2022 bearbeitete die Kantonale Staatsanwaltschaft die über 100 zusätzlich eingegangenen Betrugsverfahren im Zusammenhang mit den Covid-19-Hilfsgeldern. "In über 70 Prozent der Fälle kamen während der Untersuchung noch weitere mutmassliche Delikte zum Vorschein", führt der leitende Staatsanwalt Adrian Schulthess aus.


Wie auch die Polizei stellt der Leiter der Kantonalen Staatsanwaltschaft fest, dass es in seinem Tätigkeitsgebiet kaum mehr Verfahren ohne internationalen Bezug gebe. "Neue Zusammenarbeitsformen und eine verstärkte Kooperation mit Partnerorganisationen sind sowohl auf polizeilicher wie auch auf staatsanwaltschaftlicher Ebene unabdingbar."


"Das Internet ist kein rechtsfreier Raum"

Die Anzahl Verfahren bei der Jugendanwaltschaft sei stabil geblieben, wobei das Durchschnittsalter im Vergleich zum Vorjahr wieder gestiegen sei, führt die Leiterin der Jugendanwaltschaft Beatriz Gil aus. Sie stellt zudem fest: "Es fällt auf, dass die Zahl der Verfahren wegen Herstellung, Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie rückläufig ist. Die Jugendlichen scheinen sensibilisierter dafür zu sein, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen auch im Internet gelten und man dort nicht anonym ist."

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