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Im Kanton Aargau sind die Ferien für 80'300 Schülerinnen und Schüler vorbei

Am Montagmorgen starteten insgesamt 80'300 Volksschülerinnen und -schüler im Kanton Aargau ins neue Schuljahr 2022/23. Für 7'300 von ihnen war es der erste Tag im Kindergarten, für 7'200 der erste Primarschultag. 1'560 Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen werden in Tagessonderschulen und 450 in Schulheimen unterrichtet. Das stetige Wachstum der Schülerzahlen ist auf allen Stufen zu beobachten. Dies zeigt sich dieses Jahr erstmals auch deutlich beim Übertritt von der Volksschule in die Sekundarstufe II.


DBK

Symbolbild von Günter Havlena / pixelio.de


Die Zahl der Aargauer Schülerinnen und Schüler an der Volksschule stieg seit dem Schuljahr 2014/15 kontinuierlich an von damals 71‘900 auf heute rund 80‘300 Schülerinnen und Schüler. Damit steigt weiterhin auch der Bedarf an qualifizierten Lehrerinnen und Lehrern, die den Unterricht für diese Schülerinnen und Schüler alters- und stufengerecht durchführen und gestalten. Im neuen Schuljahr unterrichten an der Volksschule rund 9'110 Lehrerinnen und Lehrer. Sie teilen sich 5'840 Vollzeitstellen (Vorjahr: 5'760) und werden von 504 Schulleiterinnen und Schulleitern geführt.


Anhaltender Fachkräftemangel an der Volksschule

Die steigenden Schülerzahlen, die zahlenmässig starken Jahrgänge im Pensionierungsalter unter den Lehrpersonen sowie der allgemein ausgetrocknete Arbeitsmarkt führen dazu, dass sich die Besetzung von offenen Stellen an der Volksschule anspruchsvoll gestaltet und von den lokalen Schulbehörden, insbesondere den Schulleitungen, hohen Einsatz und Flexibilität erfordert. Die Schulleitungen haben auch dieses Jahr keinen Aufwand gescheut, um den Unterricht sicherzustellen, mussten dabei teilweise aber auch auf schulinterne Überbrückungslösungen zurückgreifen. Sie erhielten bei Bedarf Beratung und Unterstützung durch die kantonale Schulaufsicht.


Ab Mai 2022 war auf kantonaler Ebene eine "Task-Force Fachkräftemangel akut" im Einsatz, welche sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS), dem Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverband (alv) und dem Verband Schulleiterinnen und Schulleiter Kanton Aargau (VSLAG) zusammensetzte. Gemeinsam wurden kurzfristige Massnahmen und erweiterte Lösungsansätze für die Besetzung der offenen Stellen mit qualifiziertem Personal entwickelt. Unmittelbar nach Schuljahresbeginn starten bereits wieder die Arbeiten zu den Sofortmassnahmen im Schuljahr 2023/24. Die Task-Force wird dabei durch Einsitz der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz (PH FHNW) und Einbindung der Gemeindeammänner-Vereinigung Aargau noch breiter abgestützt.


Weiterhin hohe Priorität seitens des Regierungsrats und des Departements BKS geniesst das Projekt MAGIS: Es fasst alle kurz-, mittel- und langfristigen Massnahmen zusammen, welche zur Deckung des Personalbedarfs an den Volksschulen beitragen sollen. Es wird dabei keine einfachen und schnellen Lösungen geben, sondern vielmehr ein Strauss von sich idealerweise gegenseitig ergänzenden Massnahmen im Bereich der Aus- und Weiterbildung, der Steigerung der Attraktivität der Arbeitsbedingungen und der allgemeinen Wertschätzung des Lehrberufs.

Schülerinnen- und Schülerwachstum erreicht Sekundarstufe II

Deutlich angestiegen sind in diesem Jahr auch die Schülerinnen- und Schülerzahlen beim Eintritt in die Sekundarstufe II. 1'605 (2021: 1'398, Zuwachs um 14,8 Prozent) Schülerinnen und Schüler haben sich für einen allgemeinbildenden Lehrgang am Gymnasium oder der Fachmittelschule entschieden. Erfreulicherweise haben sich zahlreiche künftige Fachmittelschülerinnen und -schüler für die Berufsfelder "Erziehung und Gestaltung" sowie "Gesundheit" entschieden und richten ihren künftigen Berufsweg somit auf Branchen aus, in denen grosser Personalbedarf besteht. 6'285 (2021: 6'128, Zuwachs um 2,6 Prozent) Lernende treten neu in die duale Berufsbildung oder ein vollschulisches Berufsbildungsangebot ein. Insbesondere im kaufmännischen Bereich wurden dieses Jahr deutlich mehr Lehrverträge abgeschlossen als im Vorjahr. Auffällig ist, dass der Zuwachs die allgemeinbildenden Lehrgänge an den Mittelschulen stärker betrifft als die duale Berufsbildung. Ob sich daraus ein allgemeiner Trend ablesen lässt oder ob es sich teilweise um eine vorübergehende Folge der Corona-Pandemie handelt und wie sich der Zuzug eher bildungsnaher Familien in urbane Regionen des Kantons Aargau auswirkt, kann zurzeit nicht abschliessend beurteilt werden. Das Departement BKS wird die weitere Entwicklung aktiv verfolgen und zusammen mit den Berufsverbänden und weiteren Partnern der beruflichen Grundbildung erforderliche Massnahmen zur Stärkung der dualen Berufsbildung prüfen.


Ein deutlicher Rückgang ist bei den Brückenangeboten festzustellen: Mit 660 (2021: 752) Lernenden haben sich diesen Sommer 12,2 Prozent weniger für ein Brückenangebot nach Abschluss der Volksschule angemeldet als noch vor einem Jahr.

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