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Geduld am Ende: Immer mehr Autofahrer wechseln auf die Bahn

Die Lieferschwierigkeiten bei Neufahrzeugen haben den Schweizer Auto-Markt nach wie vor fest im Griff. Im abgelaufenen Kalendermonat Juli sind 15'656 Personenwagen erstmals auf die Strassen der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein gekommen, 19,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Damals hatte die Zahl an Neuimmatrikulationen noch bei 19'422 gelegen. Fehlende Halbleiterprodukte und Unterbrechungen in den Logistikketten beeinträchtigen nach wie vor die Produktion bei den Automobilherstellern und die Auslieferung der Fahrzeuge. Im weiteren Verlauf des zweiten Halbjahres kann - falls überhaupt - wohl nur mit langsamer Besserung gerechnet werden.


auto-schweiz / red.

Symbolbild von Georg Sander / pixelio.de


Nach sieben Monaten liegt der Markt für neue Personenwagen 13 Prozent hinter den Vorjahreszahlen zurück. Während bis Ende Juli 2021 143'969 Neuimmatrikulationen gezählt worden waren, liegt dieser Wert nun ein Jahr später erst bei 125'256. Zum Vergleich: Im letzten Jahr vor dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie, 2019, waren in den ersten sieben Monaten 182'654 neue Personenwagen registriert worden. "Zu diesem Marktniveau fehlen uns bereits heute über 57'000 neue Personenwagen. Oder anders gerechnet: Fast ein Drittel des Vor-Pandemie-Volumens ist weggebrochen", rechnet auto-schweiz-Mediensprecher Christoph Wolnik vor.


Ob daran aber nur die stockenden Lieferketten schuld sind, ist fraglich. Die hohen Treibstoffpreise und die Angst vor Stromlücken sowie die nervigen Staus dürften viele Schweizerinnen und Schweizer derzeit davon abhalten, ein neues Auto zu kaufen (davon betroffen sind Benziner genauso wie Diesel- und Elektromotoren). Vielmehr wechseln die Menschen vermehrt von der Strasse auf die Schiene. Die SBB hat sich viel schneller von der Pandemie erholt, als erwartet. Die Auslastung der Züge ist auf vielen Strecken bald wieder auf dem Niveau von 2019 oder sogar schon höher. Ein Indiz dafür, dass derzeit eine starke Verlagerung von der Strasse auf die Schiene stattfindet.


Trotz wachsender Bevölkerung sinken Autoverkäufe

Wenn die Autoverkäufe sinken, obwohl die Bevölkerung des Landes stark wächst, ist die Situation doppelt dramatisch. "Dieser Marktrückgang hat enorme negative Auswirkungen für diverse Akteure in der Schweizer Automobilbranche, von Zulieferbetrieben über Importeure bis zu Vertragshändlern und Garagen. Zudem müssen sich Kundinnen und Kunden leider auch weiterhin auf längere Lieferfristen einstellen." Besserung sei wohl erst gegen Ende des Jahres und für 2023 in Sicht, verspricht Christoph Wolnik von auto-schweiz.

20'000 neue Elektroautos nach sieben Monaten

Der Marktanteil der alternativen Antriebe liegt kumuliert seit Jahresbeginn bei 49,5 Prozent. 61'945 der 125'256 neuimmatrikulierten Personenwagen verfügen über einen Hybrid-, Elektro-, Gas- oder Wasserstoffantrieb. Mit 20'007 fährt knapp ein Drittel davon, respektive ein Anteil von 16 Prozent des Gesamtmarktes, rein batterieelektrisch. Die Marke von 20'000 neuen Elektroautos am Schweizer Auto-Markt wurde erstmals so früh im Jahr übertroffen. Gemeinsam mit den 10'808 Plug-in-Hybriden, die seit Jahresbeginn auf die Strassen gekommen sind, beträgt der Marktanteil der Steckerfahrzeuge hohe 24,6 Prozent - fast jeder vierte Neuwagen 2022 ist über das Stromnetz aufladbar. Wenn es denn künftig noch genügend Strom gibt.

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