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Es muss nicht immer Fussball sein beim Wetten

Recht haben und dafür abkassieren ist eine Kombination, die auch in der Schweiz zur wachsenden Popularität von Sportwetten beiträgt. Dabei ist König Fußball der klare Gewinner. Schließlich ist nicht nur fast jeder von Kindesbeinen an mehr oder weniger mit den Spielregeln vertraut und hat selbst schon mal gekickt, die Auswahl an Ligen, Vereinen und Spielen ist auch besonders groß. Das hilft dabei, kalkulierte Tipps abzugeben. Obwohl so mancher Fan sich schwertut, gegen den eigenen Verein zu wetten, wie die Leistungsstatistik anrät, siegt doch zumeist der Kopf, beim Tippen wie auf dem Fußballfeld.

Symbolbild von Herbert Aust / pixabay.com


Je vertrauter Fans mit einem Sport sind, desto mehr steigt das das Interesse. Bestes Beispiel war die Europameisterschaft 2020, bei der die Schweizer nicht nur wie gewohnt auf wohl bekannte Nachbarelfs tippen, sondern sogar erstmals Live-Wetten abgeben konnten, die noch nach dem Anpfiff angenommen werden. Dabei war das begehrteste Match das Spiel Schweiz gegen Frankreich. Obwohl die Schweiz sich nach dem Viertelfinalspiel gegen Spanien verabschieden musste, war die eidgenössische Elf deutlich erfolgreicher als das einstige Fußballschwergewicht Deutschland, das schon in der Runde der letzten 16 gegen England ausgeschieden war.


Doch es gibt noch ganz andere Sportarten, die für Wettfans einen Blick lohnen. Dazu gehören für die Schweizer ganz klar die Wintersportarten. Als eines der wenigen Länder auf dem europäischen Kontinent, wo Skifahren und Rodeln fast überall zum Winteralltag zählen, gibt es jede Menge unbewusst aufgenommenes Expertenwissen, das eine faktische Grundlage für überlegtes Tippen bietet.


Biathlon ist entsprechend populär, wenn es darum geht, Sieger und Verlierer abzuwägen. Wetterlage, bisherige Ergebnisse auf den jeweiligen Pisten und am Schießstand, aber auch Faktoren wie Betreuerwechsel oder jüngst überstandene Verletzungen sollten wie bei den meisten Sporttipps in die Überlegungen einbezogen werden.


Das gilt auch für die Hockey-Liga, in der die Schweiz etliche interessante Vereine zu verzeichnen hat. Auf dem Feld und auf dem Eis lohnt es sich, die Mannschaften und Starspieler zu studieren, selbst wenn es nur darum geht, seine eigene Einschätzung zu bestätigen oder sich überraschen zu lassen.


Tennis ist dank des Schweizer Superstars Roger Federer eine der am häufigsten getippten Sportarten geworden, aber wo es eindeutige Favoriten gibt, leiden meist die Quoten.


Nischen, die dennoch keine Randsportarten sind und genügend Daten liefern, um sich einen Überblick zu verschaffen, sind bei vielen Sportfans im Aufstieg begriffen. Dazu gehört zum Beispiel American Football. Obwohl die Regeln sich stark vom europäischen Fußball unterscheiden und statt mit dem runden Leder mit einem elliptischen Ball gespielt wird, gewinnt die Sportart vielerorts an Popularität. Dazu hat auch das seit einigen Jahren international übertragene Finalspiel Super Bowl beigetragen, obwohl die meisten Zuschauer noch immer erst bei dem Konzert zur Halbzeit einschalten. Superstars der Musikszene unterhalten Jahr für Jahr Millionen Menschen vor den Bildschirmen.


Eine eigene Schweizer Nationalliga im American Football existiert seit 1986. Bereits ein Jahr später traten die Schweizer Vereine in europäischen Wettbewerben an.


Den bislang größten Erfolg auf internationaler Ebene erzielten die Calanda Broncos 2012, als sie den Sieg im europäischen American Football Wettbewerb holten. Die Broncos gehören auch weiterhin zur Spitze in der Schweizer Bundesliga, in der derzeit sieben Clubs vertreten sind.


Basketball und Volleyball sind zwei weitere Sportarten, die einerseits den meisten Schweizern vertraut sind, die aber im Bereich Wetten häufiger übersehen werden.


Relativ neu in der Szene ist Beach Volleyball. Die an echten oder künstlichen Stränden ausgetragene Sommersportart galt lange Zeit als reiner Freizeitspaß. Erst seit 1996 ist der Sport Teil der olympischen Wettbewerbe. Während in den ersten Jahren die USA und Brasilien die Sportart dominierten, haben andere Länder seitdem kräftig aufgeholt. Deutschland, das über verhältnismäßig wenig Küstenfläche und sandige Strände verfügt, hat sich inzwischen zwei olympische Siege gesichert.


Die vollkommen von Land umgebene Schweiz hat vor allem in den Europameisterschaften beachtliche Erfolge bei der in Zweierteams ausgetragenen Sportart verzeichnet. Die Männer sind die Nummer zwei auf EM-Ebene. Die Brüder Martin und Paul Laciga waren von 1998 bis 2000 nicht zu schlagen, wenn es ums Gold ging. Außerdem standen sie zweimal im Finale. Markus Egger und Sascha Heyer holten einmal den EM-Titel, und Patrick Heuscher und sein Partner Stefan Kobel schafften es dreimal auf das Podium.


Die Schweizer Damen haben ebenfalls diverse EM-Medaillen geholt, wobei Simone Kuhn die erfolgreichste Beach-Volleyballerin war.


Die vor allem in Großbritannien, aber auch in den USA populären Windhundrennen gibt es in der Schweiz ebenfalls. Die Schweizer Meisterschaft in Kleindöttingen zieht Hundebesitzer auch von jenseits der Grenzen an.


Die Tiere bringen es dabei auf der Jagd des elektrischen Hasen auf Geschwindigkeiten bis zu 75 Stundenkilometer. Vier Hunderennbahnen gibt es mittlerweile in der Schweiz, aber Kleindöttigen besitzt als einzige eine Sandrennstrecke. Dabei sind die mit Spannung erwarteten Rennen rasch vorbei. Gerade mal 480 Meter lang ist die Piste, auf der die Windhunde entlang flitzen. Schneller sind nur Geparden.


Offiziell getippt werden kann in der Schweiz auf die Ergebnisse zwar nicht, aber das hindert Zuschauer nicht daran online zu tippen. Schließlich gibt es genügend andere Sportarten, bei denen Recht haben und dafür abkassieren erlaubt ist.

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