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Elektroauto-Kritik: "Man muss ständig an die Reichweite und ans Laden denken."

Der Umstieg auf Elektroautos wird einer weltweiten Verbraucherumfrage zufolge auch von steigenden Kosten und fehlender Infrastruktur gebremst. Auch maximale Reichweiten weniger als 500 Kilometern mit einer Akku-Ladung sind ungenügend. Das bringt die Autobauer in ein Dilemma. In diesem Jahr haben die Chinesen zahlbare Elektroautos mit Reichweiten von 700 bis 1000 Kilometer pro Akku-Ladung angekündigt. Damit werden Elektroautos auch für weitere Kreise der Autofahrenden zum Thema.

Symbolbild von Andreas Lischka / pixabay.com


Deloitte befragte im Herbst 2022 rund 26'000 Autofahrende in 24 Ländern. Als wichtigstes Argument für den Kauf eines E-Autos gaben die Verbraucher niedrigere Treibstoffkosten an (im Herbst 2022 extrem hohe Treibstoffkosten wegen Ukraine-Krieg), gefolgt von Sorgen wegen des Klimawandels und Förderprogrammen durch die Regierung (in der Schweiz gibt es keine Förderprogramme für den Kauf von E-Autos). Als größte Bedenken führten sie die Reichweite an: Mit 57 Prozent wurde sie am häufigsten genannt, gefolgt von einer fehlenden öffentlichen Ladeinfrastruktur (47 Prozent), der Ladezeit und der nicht vorhandenen Lademöglichkeit im eigenen Zuhause oder am Arbeitsplatz (je 45 Prozent).


Die Elektroautobauer liefern sich einen Wettlauf um die Kunden. Dabei kommt es vor allem auf den Preis und die Reichweite an. Das steigende Angebot an E-Autos trifft aber (noch) nicht auf eine angemessene Nachfrage: Nur 16 Prozent der Teilnehmer*innen an einer Deloitte-Umfrage gaben im Jahr 2022 an, sich beim nächsten Autokauf für einen reinen Stromer zu entscheiden. Ende 2021 lag der Anteil bei 15 Prozent.


Ein Viertel der Befragten erwartet der Erhebung zufolge mindestens 500 Kilometer Reichweite, ein weiteres Drittel mindestens 600 Kilometer. Autos unter 500 Kilometer Reichweite treffen nur in kleinen Ländern wie der Schweiz auf eine beschränkte Menge an Interessierten. Wäre klimafreundlicher Kraftstoff (E-Fuel) verfügbar, würde die Hälfte der am Kauf eines Elektroautos Interessierten einen Verbrenner kaufen.

Die steigenden Stromkosten und der sinkende Benzinpreis, bei doch recht hohen Anschaffungskosten, wird dazu führen, dass der Verkauf von Elektroautos massiv gebremst wird. Und viele, die ein Elektroauto hatten, wechseln beim nächsten Autokauf wieder auf einen Benziner oder Diesler. Dies wegen schlechten Erfahrungen mit den auf dem Papier angegebenen Reichweiten. "Man muss ständig an die Reichweite, die Wartezeit beim Laden und an Parkmöglichkeiten mit Ladeinfrastruktur denken", kritisieren viele. Erste E-Auto User sind nicht mehr bereits, für so viele Einschränkungen derart viel in den Kauf eines Elektroautos zu investieren. Wenn nichts passiert, hat das Folgen. "Das wird dazu führen, dass künftig weniger Elektroautos verkauft werden“, sagte Branchenexperte Harald Proff.


Hohe Preise schaden der Umwelt

In China sei die Akzeptanz für reine Stromer größer. Dort kauften 27 Prozent ein E-Auto. Wichtigstes Kaufargument dort sei das Fahrerlebnis und günstige Preise. Die Chinesen kommen denn auch im Jahr 2023 mit rund einem Dutzend neuer E-Autos auf den europäischen Markt (soaktuell.ch hat berichtet), welche allesamt Reichweiten von 700 bis sogar 1000 Kilometer haben sollen. Zudem sollen diese zu mittelstandsfähigen Preisen angeboten werden. Damit könnte der Kreis kaufbereiter E-Auto Kunden in der Schweiz noch etwas ausgeweitet werden. Es ist grundsätzlich nicht ersichtlich, warum ein E-Auto teurer sein muss, als ein Verbrenner. Da machen die europäischen und japanischen Autobauer einen grossen Denkfehler. Investitionen in die Entwicklung der E-Autos können nicht innert weniger Jahre wieder eingespielt werden. So sind die ersten Käuferinnen und Käufer von E-Autos die Dummen. Das bremst den Absatz von E-Autos in der Schweiz zusätzlich und schadet so der Umwelt. Die Chinesen haben die Chance, den E-Auto Markt in Europa in eine gesunde Richtung zu regulieren.

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