Das Rennen um den COVID-19 Impfstoff – wer liegt vorne und wann damit gerechnet werden?

Die Suche nach einem geeigneten Impfstoff gegen den Verursacher der weltweiten Pandemie ist zur größten medizinischen Herausforderung des noch jungen Jahrhunderts geworden. Die Pharmaindustrie, aber auch Regierungen, geben rund um den Globus Milliarden Euro für eine zeitnahe Wunderwaffe gegen den Corona-Virus aus.


Die Notwendigkeit eines Impfstoffs liegt seit Beginn des Jahres 2020 auf der Hand, denn nicht nur der Virus sorgt weltweit für größte Probleme. So konnten betroffene Menschen auf Grund der wiederholt ausgerufenen Lockdowns ihre regelmäßigen und benötigten Arztbesuche nicht wahrnehmen. Dadurch stieg das Risiko unentdeckter schwerer Krankheiten und ein eingeschränktes soziales Leben führte in vielen Fällen zur Vereinsamung breiter Bevölkerungsschichten. Die Folge waren vermehrt auftretende Abhängigkeitsverhältnisse wie zum Beispiel dem Problem der Glücksspielsucht, vor allem dann, wenn Menschen sich nach alternativen Unterhaltungsquellen umsehen mussten. Aus vielen Gründen ist daher ein Impfstoff entscheidend, vor allem aber, damit wir wieder den Weg zurück ins „normale Leben“ finden, so wie wir es vor März 2020 kannten, und dass vieles wieder seinen gewohnten Gang nehmen wird können.

Photo by CDC on Unsplash


Aufhorchen ließ die Nachricht, dass bereits im Herbst 2020 die medizintechnische Überprüfung des AstraZeneca-Impfstoffs stattfinden wird können, eine Tatsache, die viele Experten davon ausgehen lässt, dass es für die Marktzulassung eines wirksamen Medikaments nicht mehr weit sei. Gegenwärtig werden immer neue Rekorde aufgestellt, wenn es um die Findung eines wirksamen Medikaments gegen die weltweite Seuche geht.


Aber selbstverständlich ist dieser internationale Pharmakonzern AstraZeneca nicht der einzige im Rennen. Es gibt Hunderte andere Unternehmen, die an einer Impfung arbeiten und hoffen, in einem ähnlichen übersehbaren Zeitraum einen Impfstoff der Weltöffentlichkeit bereitstellen zu können. In diesem Artikel werden einige der Teilnehmer in diesem Wettrennen vorstellen, die ihr Medikament für den öffentlichen Gebrauch zeitnah verfügbar machen wollen.


AstraZeneca und Oxford University

Großbritannien steht mitten im Zentrum des Wettlaufs um einen neuen Impfstoff, denn dort sind gleich mehrere Unternehmen an den Phase-3-Studien beteiligt. In diesem Teststadium werden bereits groß angelegte Überprüfungen von Samples an mindestens 50.000 Personen durchgeführt. Es handelt sich bereits um die letzte Phase vor einer begrenzten Verfügbarkeit des Arzneimittels für Teile der Öffentlichkeit.


Das wahrscheinlich prominenteste Unternehmen setzt sich aus einer Partnerschaft zwischen der anglo-schwedischen Firma AstraZeneca und der Universität Oxford zusammen. Die Forscher dieses Konsortiums konnten im Mai dieses Jahres erfolgreiche, weil vielversprechende Versuche an Schimpansen durchführen. Diese Fortschritte blieben US-Amerikanischen Investoren nicht verborgen, die mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar in die Weiterentwicklung dieses Heilmittels steckten.


Nachdem die ersten beiden Testphasen bestanden wurden, wird dieser Impfstoff nun bereits in dieser dritten Phase an Tausenden von Probanden in Großbritannien, den USA, Brasilien, Südafrika und Indien getestet. Diese schwedisch-britische Partnerschaft plant rund zwei Milliarden Dosen des Impfstoffes herzustellen, wobei die EU sich verpflichtet hat, 400 Millionen davon zu kaufen, sofern alle Tests positiv bestanden wurden.


Aber die Testungen verliefen nicht ganz ohne Probleme und führten zur weltweiten Besorgnis, denn eine Testperson verstarb in Brasilien während der Testungsphase an dem COVID-19 Virus.


Eine anschließende Untersuchung ergab jedoch, dass die Person nicht den Impfstoff verabreicht bekam, sondern einen Placebo-Wirkstopf erhalten hatte. Die Testungen wurden Ende Oktober wieder aufgenommen und weiterhin besteht die große Hoffnung, dass ein Impfstoff bald verfügbar sein wird.


Moderna Inc.

Moderna ist ein weiteres Unternehmen, dessen Forschungsabteilungen groß genug sind, und die auch bereits zählbare Resultate bei der Suche nach einem Wirkstoff aufzuweisen haben, dass auch dieses Pharmaunternehmen im August dieses Jahres 1,1 Milliarden US-Dollar von den Vereinigten Staaten als Investment überwiesen bekommen haben. Zusätzlich wurden noch Verträge mit Kanada, Japan und Katar unterzeichnet.


Diesen Oktober wurden von Moderna Inc. 30.000 Menschen für die Phase-3-Studien angeworben. Die Testungen sind also auch bereits hier voll im Gange. Wenn diese Testphase erfolgreich abgeschlossen sein wird, so könnte das Unternehmen bereits Ende 2020 die Verabreichung des Impfstoffs für Risikogruppen beantragen. Da aber auch hier nicht alles problemlos abläuft, hängt mit der Tatsache zusammen, dass es bei diesem Impfstoff eine veritable Verteilungsproblematik gibt, denn der Impfstoff muss bis zur Verabreichung im Tiefkühlschrank gelagert werden.


Und auch die Forschungstätigkeiten von Moderna wurden ebenfalls von Rückschlägen heimgesucht. Im Sommer dieses Jahres wurde ein Patentstreit verloren, denn das Unternehmen konnte nicht klar offenlegen und beweisen, dass sie als erste einen Teil einer bestimmten Technologie verwendet haben. Aber dennoch können sie auf Grund der hohen finanzieller Unterstützung und der modernsten Forschungseinrichtungen eines der ersten Unternehmen sein, das einen Impfstoff zur Verfügung stellt.


Pfizer, BioNTech und Fosun Pharma

Pharmaunternehmen aus drei führenden Industrienationen, USA, Deutschland und China, haben sich gleich zu Beginn des Pandemieausbruchs zusammengetan, um einen Zwei-Dosen-mRNA-Impfstoff zu entwickeln. Denn Sie fanden heraus, dass eine bestimmte Version des Impfstoffs, das Medikament BNT162b2, weniger Nebenwirkungen verursacht als alle anderen. Vor kurzem startete darauf diese Technologie-Allianz die Phase-3-Studien mit 30.000 Freiwilligen aus aller Welt.


Im September erhielten sie als erstes Forschungsprojekt die Erlaubnis, auch Kinder im Alter von 12 Jahren zu testen. Daraufhin unterzeichneten sie einen Vertrag mit der US-Regierung, der ihnen ein 1,9 Milliarden US-Dollar Investment bescherte. Gleichzeitig verpflichteten sie sich, 600 Millionen Dosen an Heilseren bereitzustellen – also mehr als ausreichend für alle US-Bürger.


Trotz der vielfach postulierten Behauptungen von Donald Trump, dass der Impfstoff bereits vor den US-Wahlen im November fertig sein würde, musste der Geschäftsführer von Pfizer, Albert Bourla, feststellen, dass Geschwindigkeit nicht das Vorrangigste bei der Findung eines neuen Wirkstoffes sein kann, denn alle wichtigen Testvorgaben und Testerwartungen müssen eingehalten werden.

Der Pfizer-Impfstoff muss sich aufgrund seiner Zusammensetzung – ähnlich jenem von Moderna - ebenfalls mit Distributionsschwierigkeiten herumschlagen, denn aufgrund seiner mRNA-Zusammensetzung muss dieser bis zur Verabreichung an die Patienten tiefgefroren werden, und weltweit verfügen die meisten medizinischen Einrichtungen nicht über die erforderlichen Lagerungskapazitäten.


Johnson und Johnson

Die Erfahrungen von Johnson und Johnson mit der Impfstoffproduktion gehen auf die Ebola-Epidemie zurück, die vor rund einem Jahrzehnt wütete. Bei diesem Unternehmen waren also bereits die erforderlichen medizin-technischen Einrichtungen vorhanden, sodass recht schnell mit den Forschungsarbeiten rund um das COVID-19-Projekt begonnen werden konnte.


Auch dieses Projekt erhielt von der US-Regierung breite finanzielle Unterstützung, konnte im Juli die Phase-2-Studien beenden und startete im September mit über 60.000 Probanden - darunter 1.000 Studenten der Stanford University - die Studien zur Phase-3.


Dieser Impfstoff zeichnet sich durch seine sogenannte „Ein-Dosis-Methode“ aus. Bis 2021 soll rund eine Milliarde Dosen produziert werden.


Zwar musste die Studie aufgrund einer negativen Testreaktion eines Freiwilligen die Überprüfungen unterbrechen, aber dennoch wird eine Markteinführung bis zum Jahresende angepeilt.


Und wann werden wir über einen Impfstoff verfügen?

Seit November 2020 gibt es vielversprechende Anzeichen dafür, dass bis Ende dieses Jahres ein wirksamer Impfstoff gefunden werden kann. Einige Unternehmen wie das Gamaleya Research Institute in Russland und CanSino Biologics in China haben bereits die Zulassung für die eingeschränkte Verwendung in ihren eigenen Ländern erhalten. Einige Mediziner warnen jedoch, dass diese Seren zu wenig getestet wurden und daher zu riskant für einen breiten Einsatz seien, und eigentlich nichts anderes sein, als die Gunst der öffentliche Meinung zu gewinnen.


Wenn den Fachleuten Gehör geschenkt werden soll, so wird es bis Ende des Jahres möglicherweise Medikamente für schutzbedürftige Patienten geben, die auch getestet und freigegeben wurden. Ein breiter und flächenwirkender Einsatz für die meisten Bevölkerungsteile wird jedoch höchstwahrscheinlich erst im Sommer 2021 verfügbar sein. Bis dahin sind alle Mitmenschen dazu aufgerufen, sich an die vorgeschriebenen Pandemie-Erlässe und Gesetze zu halten, den Mindestabstand zu unseren Nächsten einzuhalten, und an allen öffentlichen Orten immer einen Mund-Nasenschutz zu tragen.


Eines ist jedoch ziemlich sicher. Bei seiner Veröffentlichung wird der erste COVID-19-Impfstoff voraussichtlich alle damit verbundenen Rekorde brechen, und wird gleichzeitig auch die Zutrittskarte zur Rückkehr in die Normalität werden, also zu einer stabileren globalen Gesellschaft, die das Jahr 2021 auszeichnen wird.

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