top of page
Suche

Bundesrat und Parlament überrascht über heftige Ablehnung des Mediengesetzes

Der Internet-Zeitung soaktuell.ch liegen Informationen vor, wonach nicht wenige im Bundesrat und Parlament überrascht über die frühe und heftige Kampagne gegen das neue Mediengesetz sind, über welches wir am 13. Februar abstimmen. Mit hunderten von Millionen Steuerfranken sollen reiche Grossverlage künftig gefüttert werden. Der mächtige Verlegerverband hat mit dem zuständigen Departement UVEK dafür gesorgt, dass unliebsame Konkurrenz gezielt übergangen und so ausgeschaltet wird. Denn regionale Online-Zeitungen wie soaktuell.ch, aber auch alle Gratiszeitungen, sollen keinen Rappen erhalten. Das Mediengesetz ist ein überhebliches und unschweizerisches Reichengesetz.

Das Steuergeld soll weitgehend unter den grossen Verlagen von Tamedia über NZZ bis CH Media verteilt werden. Der Verlegerverband und das UVEK sind der Meinung, die Medienvielfalt ende hier. Dabei beginnt die Medienvielfalt genau dort. Es gibt nämlich keine blühendere Medienvielfalt als unter den vielen kostenlosen Anzeigern und Wochenzeitungen mit redaktionellem Teil und unter den zahlreichen regionalen Online-Zeitungen im Land.


Überheblich machte sich der Verlegerverband, der das neue Mediengesetz geprägt hat, die regionalen Online-Portale und Gratiszeitungen zu Feinden im Abstimmungskampf. Und nun jammern die Befürworter überrascht über die heftige Gegenwehr im ganzen Land, die langsam hochgefahren wird.


Seien wir ehrlich: Das neue Mediengesetz, welches vom Bund hunderte Millionen Steuerfranken für ein paar reiche Verleger abzwacken will, ist unverschämt, schadet der Medienvielfalt und ist zudem völlig unnötig. Es kann ohne lange zu überlegen abgelehnt werden.


Das Hauptargument der Befürworter, es würden immer mehr Werbegelder zu ausländischen Online-Diensten wie Google oder Facebook abwandern ist richtig, aber das nennt sich Markt. Die Schweizer schalten nicht Werbung bei Google und Facebook weil sie ausländische Medien mögen, sondern weil der Werbefranken dort günstiger und zielgerichteter eingesetzt werden kann.


Die Zeitungen haben ihre Inserenten in der Schweiz zu lange mit völlig überteuerten Inseratepreisen abgezockt und mit angeblichen Leserzahlen über den Tisch gezogen, die nicht überprüfbar waren. Selbst heute, wo ganze Generationen keine Papierzeitungen mehr lesen - und das auch mit noch so vielen Millionen Steuerfranken Medienförderung nicht mehr tun werden - hat kein einziges Medienhaus die Preise für Inserate oder Abonnements markant gesenkt. Mit hunderten Millionen Franken in einen Markt einzugreifen, der sich nicht anpassen will (oder sich nicht anpassen muss), ist ein grosser politischer Fehler. Dazu muss das Volk am 13. Februar 2022 wuchtig Nein sagen.


Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass ausgerechnet die regionalen Gratiszeitungen und Online-Portale, die sich hauptsächlich mit Werbung finanzieren und keine Abonnements verkaufen, nie über Google und Facebook jammern? Sie jammern nicht, weil sie ihre Kosten im Griff haben, weil sie näher an den Leserinnen und Lesern sind, als die Grossen und weil sie ihre Werbeplätze zu günstigen Konditionen marktgerecht verkaufen. Ihnen gebührt unser Respekt und unsere volle Unterstützung.

0 Kommentare

Comentários

Avaliado com 0 de 5 estrelas.
Ainda sem avaliações

Adicione uma avaliação