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Auto-Markt rückläufig: Absatz von E-Autos bricht regelrecht ein

Nach 16 Monaten mit Zuwächsen in Folge verzeichnet der Markt für neue Personenwagen der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein erstmals wieder einen Rückgang. Im Januar sind in den beiden Ländern 15'236 Neuimmatrikulationen registriert worden, 1'201 oder 7,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.


Dieselmotoren werden wieder mehr gekauft. Foto von Jennifer Latuperisa-Andresen / unsplash.com


Von den 15'236 neuen Personenwagen im Januar verfügen 2'364 über einen vollelektrischen Antrieb. Im Januar 2023 betrug die Zahl der neuen Elektroautos noch 2'840, ein Rückgang um 16,8 Prozent. Entsprechend sank auch deren Marktanteil von 17,3 auf 15,5 Prozent.


Nur einem starken Wachstum der Plug-in-Hybride um 14,1 Prozent ist es zu verdanken, dass der Marktanteil der Steckerfahrzeuge insgesamt leicht zunahm. Mit 1'582 Personenwagen, die über einen Benzin- oder Dieselmotor in Kombination mit einem über das Stromnetz aufladbaren elektrischen Antrieb verfügen, und den 2'364 Elektroautos lag ihr Gesamtmarkanteil im Januar bei 25,9 Prozent - 0,2 Prozentpunkte über dem Jahresauftakt 2023. Hybridantriebe ohne Stecker machen 30,3 Prozent der Inverkehrsetzungen aus (+2,1 %), Benziner kommen auf 32,6 Prozent (-3,3 %) und bleiben Marktführer. Reine Dieselmotoren stecken in 11,1 Prozent der Neuwagen - ein bemerkenswerter, weil seltener Marktanteilsgewinn von 1,2 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahresmonat für den Selbstzünder.


Die Entwicklung erstaunt nicht: Wenn Krankenkassenprämien, Strompreise, Lebensmittelkosten und Mieten/Hypothekarzinsen derart steigen, wie in den letzten zwei Jahren, beginnen Herr und Frau Schweizer zu sparen. Die Beschaffung eines Neuwagens wird hinausgeschoben, ein Zweitwagen allenfalls verkauft und nicht ersetzt. Und wer einen Neuwagen kauft, gibt sich preisbewusst.


E-Autos sind massiv zu teuer. Das haben wir hier bei soaktuell.ch schon oft thematisiert. Auf den E-Autos lasten extrem hohe Entwicklungskosten der Hersteller, die wir Schweizerinnen und Schweizer bezahlen sollen. Doch dazu sind die meisten Schweizerinnen und Schweizer nicht bereit. Wenn die Hersteller den Markt mit E-Autos fluten wollen, müssen sie das mit attraktiven Verkaufspreisen anstreben. Denn E-Autos sind auch im Unterhalt teuer, mindestens dort, wo sie mit sehr teurem Strom geladen werden müssen. Man bedenke, dass der Benzinpreis momentan sinkt.


Zudem zweifeln die Käuferinnen und Käufer am Wiederverkaufswert ihres Batterie-Autos. Hand aufs Herz: Wie viel würden Sie für ein dreijähriges E-Auto noch bezahlen? Oder anders gefragt: Würden Sie ein dreijähriges Smartphone noch kaufen? Wie viel Leistung ein Akku nach drei Jahren noch bringt, können Käuferinnen und Käufer von Occasions-E-Autos nur schwer abschätzen. Das ist bei Verbrennungsmotoren einfacher.


Käuferinnen und Käufer für Autos wären wahrscheinlich da, aber sie sind nicht mehr bereit, jeden Preis dafür zu bezahlen. Das Problem liegt also nicht bei der Politik, sondern schlicht und einfach bei den Anbietern.


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