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2023 EU-weit über eine Million Krebstote erwartet

Über 1,2 Mio. Menschen werden 2023 in der EU an Krebs sterben - allein in Großbritannien 172.314 Personen. Laut Forscher Carlo La Vecchia von der Universitá degli Studi di Milano wird es bei Männern für den Zeitraum zwischen 2018 und 2023 zu einem Rückgang der Todeszahlen von 6,5 Prozent kommen. Bei Frauen soll dieser Wert im gleichen Zeitraum um 3,7 Prozent ausfallen. Die steigende Alterung der Bevölkerung treibt die Fallzahlen in die Höhe.


pte.

Symbolbild von Alexa / pixabay.com


Demografischer Wandel

Ein größerer Anteil an älteren Menschen bedeutet auch, dass es mehr Personen in einem Alter gibt, in dem eine Krebserkrankung und der folgende Tod wahrscheinlicher sind. Im Vergleich mit den höchsten Krebszahlen im Jahr 1988, berechnen die Forscher, dass in den 35 Jahren zwischen 1989 und 2023 in den 27 Ländern der EU fast 5,9 Mio. Todesfälle vermieden worden sind. Allein in Großbritannien sollen 1,24 Mio. Sterbefälle verhindert worden sein. Laut La Vecchia ist es, wenn die derzeitige Kurve der abnehmenden Krebserkrankungen weiter anhält, möglich, dass es bis 2035 eine weitere Verringerung um 35 Prozent eintritt. Dass mehr Menschen mit dem Rauchen aufhören, trage zu diesem positiven Trend bei.


Zusätzlich sind dem Experten nach jedoch größere Anstrengungen nötig, um die wachsende Epidemie in den Bereichen Übergewicht, Fettleibigkeit, Diabetes, Alkoholkonsum und Infektionen gemeinsam mit Verbesserungen beim Screening, einer frühen Erstellung der Diagnose und Behandlungen zu kontrollieren. Vor allem bei Frauen und Rauchern sollte beim Lungenkrebs mehr getan werden, da hier die Todeszahlen steigen. "Zwischen 1989 und 2023 wurden in der EU bei Frauen keine Todesfälle aufgrund von Lungenkrebs verhindert", so La Vecchia. Bauchspeichdeldrüsenkrebs ist ebenfalls ein Anlass zur Besorgnis. Die Sterberaten werden bei Männern nicht sinken und bei den Frauen um 3,4 Prozent zunehmen.


Daten-Pool aus 27 Ländern

Die Forscher haben die Zahl der Todesfälle aufgrund von Krebs in den 27 EU-Staaten und davon getrennt in Großbritannien untersucht. Ein Schwerpunkt lag auf den fünf Ländern mit der größten Bevölkerung - also Frankreich, Deutschland, Italien, Polen und Spanien. Einzeln wurden Krebserkrankungen des Magens, der Bauchspeicheldrüse, der Lunge, der Brust, des Uterus, der Eierstöcke, der Prostata, der Blase und Leukämien bei Männern und Frauen analysiert. Die Forscher haben dafür Daten der WHO und der Eurostat-Datenbanken für den Zeitraum 1970 bis 2018 ausgewertet. Darin enthalten waren die meisten EU-Länder. Bei der aktuellen Studie handelt es sich bereits um die 13. derartige Veröffentlichung in Folge.

Ende 2023 wird es laut der Vorhersage einen Wert von 123,8 Todesfällen pro 100.000 Männern geben. Bei Frauen wird diese Zahl bei 79,3 pro 100.000 Personen liegen. In Großbritannien werden Werte von 106,5 und 83,5 erwartet, heißt es. Die Zahl der Todesfälle aufgrund von Krebs wird bei allen Arten der Erkrankung bei Männern in der EU und in Großbritannien sinken. Das gilt auch für Frauen in Großbritannien. Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs werden die Todesfälle bei Frauen um 3,4 Prozent auf fast sechs Todesfälle pro 100.000 Personen steigen. Bei Lungenkrebs wird es zu einem Anstieg um etwas mehr als einem Prozent auf 13,6 Todesfälle kommen.


Obwohl es bei Frauen mit Lungenkrebs zu einem Rückgang der Sterberate um 13,8 Prozent kommen wird, ist der Wert von 16,2 Todesfällen pro 100.000 Personen immer noch höher als in der EU. Dafür verantwortlich ist, dass Frauen in Großbritannien früher mit dem Rauchen angefangen haben als in der EU. In Großbritannien sterben mehr Frauen an Lungenkrebs als an Brustkrebs, der eine Sterberate von 13,5 pro 100.000 Personen hat. Die Forschungsergebnisse wurden in "Annals of Oncology" veröffentlicht.

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