top of page
Suche

1. August: Das sind die sympathischsten Kantone der Schweiz

Eine Nation, 26 Kantone: Schweiz ist nicht gleich Schweiz, sagen die hiesigen Einwohnerinnen und Einwohner. Mit einer neuen Studie hat moneyland.ch herausgefunden, wie sympathisch die Schweiz die Bewohnerinnen und Bewohner verschiedener Kantone findet.


moneyland.ch

Image by Martin Bächer from Pixabay


Der sympathischste Kanton der Schweiz ist das Tessin. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von moneyland.ch, in der 1500 Personen aus der Deutsch- und Westschweiz angaben, wie sympathisch sie die Bewohnerinnen und Bewohner verschiedener Kantone finden. Die Befragten gaben dem südlichsten Kanton der Schweiz im Schnitt 7.4 von 10 Sympathiepunkten. Gleich darauf folgt Graubünden mit 7.3 Punkten. Somit sind zwei Kantone auf den Spitzenplätzen, die insbesondere für Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer beliebte Feriendestinationen sind.


Jüngere Menschen bevorzugen Bündner und Luzerner

Der südlichste Kanton der Schweiz schneidet besonders bei den älteren Befragten gut ab: Im Schnitt erhält das Tessin von 50- bis 74-Jährigen 7.8 von 10 Punkten. Bei den Personen im Alter von 26 bis 49 sind es 7.3 Punkte. Für beide Altersgruppen sind die Tessinerinnen und Tessiner damit die sympathischsten Einwohner der Schweiz.


Anders ist es bei den jüngeren Umfrageteilnehmern: Personen im Alter von 18 bis 25 Jahren geben den Tessinerinnen und Tessinern lediglich 6.7 Punkte. Bei dieser Altersgruppe schneiden Graubünden und Luzern mit je 6.9 Punkten im Schnitt gar leicht besser ab als das Tessin.


Der unsympathischste Kanton

Am schlechtesten bewertet die Schweiz den Kanton Genf. Er kommt im Schnitt auf lediglich 5.8 Punkte. Die Genferinnen und Genfer sind die einzigen, die im Schnitt weniger als 6 Punkte erhalten. In den Augen der Aargauer, Freiburger, Luzerner, Solothurner, Thurgauer und Walliser sind Genferinnen und Genfer am unsympathischsten.


Aber nicht einmal die Genferinnen und Genfer selbst geben sich die besten Noten, sondern bevorzugen ebenfalls andere Kantone: Neuenburg, Tessin und Wallis kommen in Genf besser an als der eigene Wohnkanton.


Damit erhält Genf nicht nur die niedrigste landesweite Punktzahl, sondern auch die schlechteste Selbstbewertung. «Das ist speziell, denn schweizweit finden die meisten Befragten die Bewohnerinnen und Bewohner des eigenen Kantons jeweils am sympathischsten», sagt Benjamin Manz, Geschäftsführer des Online-Vergleichsdiensts moneyland.ch. Das könnte damit zusammenhängen, dass in Genf viele Zugezogene wohnen, die die Genfer Bevölkerung weniger sympathisch finden als in anderen Kantonen.


Junge Menschen finden die Schweiz weniger sympathisch

Die Umfrage zeigt auch, dass Schweizer je nach Wohnkanton und Alter mehr oder weniger positiv auf den Rest der Schweiz blicken. Am grosszügigsten sind die Bewohnerinnen und Bewohner des Kantons Zug, die im Schnitt jedem Kanton rund 7.5 Punkte geben. Schlecht kommt die Schweiz hingegen in den Kantonen Jura und Neuenburg weg: Sie sind die einzigen, die im Schnitt nur 6 Punkte pro Kanton vergeben.


Besonders knausrig mit Sympathiepunkten ist zudem die jüngste Generation: 18- bis 25-Jährige geben im Schnitt 5.9 Punkte pro Kanton. Etwas mehr sind es mit 6.3 Punkten bei den Befragten zwischen 26 und 49 Jahren. Und die ältesten Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer bewerten die Schweizer Kantone im Schnitt gar mit 6.9 Punkten. Damit zeigt sich auch bei der Sympathie von Kantonen, dass jüngere Menschen dazu neigen, schlechtere Noten zu verteilen – so ist es etwa auch bei Handy-Abos und Kreditkarten.


Schlechte Noten über den Röstigraben

Personen, die in deutschsprachigen Kantonen leben, bewerten die französischsprachigen Kantone jeweils etwas schlechter – das Umgekehrte gilt für die Einwohner der französischsprachigen Schweiz. Deutschsprachige Kantone bewerten die französischsprachigen im Schnitt rund 0.6 Punkte schlechter. Westschweizerinnen und Westschweizer aus den französischsprachigen Kantonen geben den deutschsprachigen jeweils einen halben Punkt weniger. Im Schnitt verteilen aber beide Sprachräume fast genau gleich viele Punkte pro Kanton (6.5 Punkte).


Zudem gibt die Westschweiz dem Tessin die höchste Punktzahl, während der Kanton in der Deutschschweiz nur auf Platz zwei landet – hinter Graubünden. Trotz des Röstigrabens sind sich allerdings sowohl die deutschsprachigen als auch die französischsprachigen Kantone einig: Genf, der unsympathischste Kanton, bekommt im Schnitt nur 5.8 Punkte von beiden Seiten. Auch Zürich erhält durchschnittlich 6.3 Punkte, egal aus welcher Sprachregion. Auffallend ist auch, dass die Einwohnerinnen und Einwohner von Nachbarkantonen häufig als überdurchschnittlich sympathisch eingeschätzt werden.


So schneiden die einzelnen Kantone ab

  • Aargau: Die Aargauerinnen und Aargauer werden mit 6.2 Punkten etwas schlechter als der Schweizer Durchschnitt von 6.5 Punkten bewertet. Die niedrigste Bewertung erhalten sie aus dem Jura mit 5.1 Punkten. Die positiven Bewertungen kommen vor allem aus den direkten Nachbarkantonen: Die Zugerinnen und Zuger finden die Bewohner des Aargaus besonders sympathisch (6.8 Punkte), dicht gefolgt vom Kanton Solothurn (6.7 Punkte). Allerdings ist zu bedenken, dass die Zuger generell eher hohe Bewertungen abgegeben haben. Damit schneiden die Aargauer auch beim grosszügigsten Kanton unterdurchschnittlich ab.

  • Appenzell Ausserrhoden: Ausserrhoden ist nach Genf der zweit-unbeliebteste Kanton der Schweiz. Im Schnitt kommt er auf 6.1 Punkte. Die schlechteste Note erhalten die Ausserrhodner aus der Westschweiz: Die Neuenburger geben ihnen 4.8 Punkte, weniger als jedem anderen Kanton. Darauf folgen Genf mit 5.2 Punkten und Jura mit 5.3 Punkten. Die besten Noten bekommt der Ausserrhoden mit 7.6 beziehungsweise 7 Punkten von Zug und Schwyz. Das ist überdurchschnittlich hoch, selbst wenn man berücksichtigt, dass diese beiden Kantone grundsätzlich eher positivere Bewertungen abgeben.

  • Appenzell Innerrhoden: Innerrhoden schneidet mit einem Schnitt von 6.2 Punkten knapp besser als Ausserrhoden ab. Auch Appenzell Innerrhoden bekommt von Zug (7.4 Punkte) und Schwyz (7.0 Punkte) gute Noten. Ähnlich wie beim Kanton Appenzell Ausserrhoden schneiden die Innerrhodner in den französischsprachigen Kantonen eher schlecht ab. Vor allem die Neuenburger (5.1 Punkte) finden den Innerrhoden nicht so sympathisch.

  • Basel-Landschaft: Die beiden Basel erreichen je einen Durchschnitt von 6.3 Punkten, knapp unter dem schweizweiten Schnitt von 6.5 Punkten. Besonders fällt auf, dass die Stadt-Basler den Einwohnerinnen und Einwohnern von Basel-Landschaft mit 7.4 Punkten sehr gute Noten geben, gefolgt vom Nachbarkanton Solothurn (7.3 Punkte) und Zug (7.1 Punkte). Schlechtere Bewertungen kommen aus Neuenburg mit 5.5 Punkten und aus Zürich: Mit 5.8 Punkten ist der Kanton in den Augen der Zürcherinnen und Zürcher der unsympathischste der Schweiz.

  • Basel-Stadt: Auch Basel-Stadt liegt mit 6.3 Punkten knapp unter dem Schweizer Durchschnitt von 6.5 Punkten. Die besten Bewertungen erhalten die Stadt-Baslerinnen und -Basler aus den Kantonen Basel-Landschaft (7.3 Punkte) und Zug (7.1 Punkte). Schaffhausen (5.7 Punkte) und Neuenburg (5.8 Punkte) finden die Stadt-Basler hingegen besonders unsympathisch.

  • Bern: Der Kanton mit der Bundeshauptstadt steht in Sachen Sympathie gut da: Bern kommt im Schnitt auf 7 Punkte – nur Graubünden und Tessin schneiden noch besser ab. Dabei stammen die Top-Noten nicht etwa von den Bernerinnen und Bernern selbst. Besonders hoch sind die Bewertungen aus Zug (8.2 Punkte) und Solothurn (8 Punkte). Bern bewertet sich selbst hingegen mit lediglich 7.7 Punkten. Im Jura (5.9 Punkte) ist man gegenüber Bern am kritischsten. Da die Einwohner des Jura generell eher niedrige Bewertungen vergeben, ist das allerdings immer noch eine fast durchschnittliche Punktzahl.

  • Freiburg: Der zweisprachige Kanton ist den Schweizern mit 6.6 Punkten knapp überdurchschnittlich sympathisch. Die Bestnote kommt aus dem Kanton Wallis mit 7.4 Punkten. Zuger und Waadtländer bewerten die Freiburger mit je 7.2 Punkten ebenfalls als besonders sympathisch. Ähnlich wie Bern und das Wallis erhält Freiburg sowohl aus der Deutsch- als auch aus der Westschweiz relativ hohe Bewertungen – das könnte der Kanton seiner Zweisprachigkeit zu verdanken haben. Wenig sympathisch ist Freiburg den Einwohnern von Basel-Landschaft (5.9 Punkte) und St. Gallen (6 Punkte).

  • Genf: Mit 5.8 Punkten ist der Kanton Genf der unsympathischste der Schweiz, 0.7 Punkte unter Durchschnitt. Auffällig ist, dass auch andere französischsprachige Kantone wie Neuenburg (5 Punkte) und Jura (5.3 Punkte) die Genferinnen und Genfer als nicht besonders sympathisch einstufen. Selbst die Einwohner von Genf selber finden Neuenburg, Tessin und Wallis sympathischer als sich selbst. Die besten Bewertungen erhält Genf von Schwyz (7 Punkte) und Zug (6.8 Punkte).

  • Glarus: Der Kanton Glarus erhält im Schnitt 6.3 Punkte und ist damit leicht unter dem Schweizer Durchschnitt von 6.5 Punkten. Schlechte Bewertungen hagelt es aus der Westschweiz: Genf und Neuenburg geben den Glarnerinnen und Glarnern 5.1 Punkte, der Jura gibt 5.4 Punkte. Am besten schneiden die Glarnerinnen und Glarner bei den Einwohnern der Kantone Zug (7.7 Punkte) und Thurgau (7 Punkte) ab.

  • Graubünden: Die Bewohnerinnen und Bewohner der beliebten Feriendestination erhalten mit 7.3 Punkten die zweitbeste Bewertung insgesamt. Graubünden ist damit der sympathischste Deutschschweizer Kanton. Die besten Noten kommen aus den Kantonen Zug (8.2 Punkte), St. Gallen (7.8 Punkte) und Thurgau (7.7 Punkte). Graubünden ist mit 7.5 Punkten zudem für die Zürcherinnen und Zürcher der sympathischste Kanton – nach Zürich selbst. Da rund ein Sechstel der Schweizer Bevölkerung im Kanton Zürich lebt, dürfte diese Bewertung den Schnitt von Graubünden nach oben getrieben haben. Die wenigsten Sympathiepunkte bekommen die Bündnerinnen und Bündner aus den Kantonen Jura (5.9 Punkte), Genf (6.3 Punkte) und Neuenburg (6.6 Punkte).

  • Jura: Der Westschweizer Kanton liegt mit 6.4 Punkten ganz knapp unter dem Schnitt von 6.5 Punkten. Am wenigsten sympathisch sind die Einwohnerinnen und Einwohner des Jura den St. Gallern (5.7 Punkte) sowie den Bernern und Luzernern (je 5.8 Punkte). Die besten Bewertungen erhält Jura aus Zug (7.4 Punkte), Waadt (7.2 Punkte) sowie Neuenburg und Wallis (je 7.1 Punkte). Die Westschweizer Kantone bewerten sich tendenziell gegenseitig etwas besser und erhalten von den Deutschschweizer Kantonen etwas schlechtere Noten.

  • Luzern: Luzern gehört mit 7 Punkten zu den sympathischsten Kantonen der Schweiz – nur Graubünden und Tessin schneiden noch besser ab. Die besten Noten erhalten die Luzernerinnen und Luzerner aus Zug (8.3 Punkte) und Schwyz (7.7 Punkte). Weniger gut sind die Bewertungen aus den Westschweizer Kantonen Jura (5.7 Punkte), Neuenburg (6.3 Punkte) sowie Genf und Waadt (je 6.5 Punkte). Bei allen anderen Kantonen liegt Luzerns Bewertung bei oder über 6.5 Punkten, dem Schweizer Durchschnitt.

  • Neuenburg: Mit 6.5 Punkten erhält Neuenburg eine durchschnittliche Bewertung. Die höchste Punktzahl bekommt der Kanton von Zug (7.3 Punkte), Wallis und Waadt (je 7.1 Punkte). Wie bei anderen französischsprachigen Kantonen kommen gute Noten besonders auch aus der Westschweiz: Genf, Jura und Waadt geben Neuenburg alle mindestens 7 Punkte. Weniger sympathisch sind die Neuenburgerinnen und Neuenburgern laut den Schaffhausern (5.7 Punkte) und den Luzernern (6.0 Punkte).

  • Nidwalden: Ob- und Nidwalden erhalten schweizweit sehr ähnliche Bewertungen und landen beide mit 6.2 Punkten etwas unter dem Schnitt von 6.5 Punkten. Nidwalden erhält die schlechtesten Bewertungen von den Westschweizern Kantonen Genf (5 Punkte), Neuenburg (5.1 Punkte) und Jura (5.2 Punkte). Die besten Bewertungen kommen aus Zug (7.6 Punkte) und dem Nachbarkanton Luzern (7.2 Punkte).

  • Obwalden: Gleich wie Nidwalden erreicht auch Obwalden 6.2 Punkte