Überschuldung und Armut stehen oft in einem engen Zusammenhang. In einem neuen Positionspapier fordert Caritas Schweiz den Ausbau der Schulden- und Armutsprävention und die Stärkung der Sozial- und Schuldenberatung.

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Themenbild: Benjamin Thorn / pixelio.de

Mindestens 570 000 Personen in der Schweiz befanden sich im Jahr 2008 in einer kritischen finanziellen Situation. 41 Prozent der Haushalte der niedrigsten Einkommensklasse konnten 2011 keine unerwarteten Ausgaben in der Höhe von 2000 Franken tätigen. Aufgrund ungenügenden Einkommens oder ungeplanter Ereignisse können diese Menschen in eine Überschuldung und damit in ein Leben am Existenzminimum geraten.

In ihrem neuen Positionspapier fordert Caritas, dass die Schuldenprävention ausgebaut und zukünftig auch von den wichtigsten Gläubigergruppen wie beispielsweise den Kreditinstituten finanziell unterstützt wird. Zur Verhinderung von Überschuldung braucht es aus Sicht der Caritas neben der spezifischen Schuldenprävention auch armutsverhindernde Massnahmen wie etwa Stipendien statt Sozialhilfe oder Finanzierung von adäquaten Nachhol- und Weiterbildungen durch die Arbeitgeber. Um die negativen Folgen eingetretener Überschuldung zu beheben oder zu lindern, verlangt Caritas die Stärkung der Sozial- und Schuldenberatung. Weiter soll die öffentliche Sozialhilfe die Problematik der Überschuldung stärker in ihre Beratung einbeziehen, einerseits um eine Neuverschuldung zu verhindern, anderseits um Zukunftsperspektiven in Bezug auf die Schuldensituation aufzubauen.

Die jährliche Neuverschuldung von Personen mit Lohnpfändung ist aus Sicht der Caritas zu vermeiden. Dazu ist es nötig, dass laufenden Steuern und Krankenkassenprämien trotz vorgängiger Nichtbezahlung in das betreibungsrechtliche Existenzminimum einbezogen werden.

Das neue Caritas-Positionspapier "Wenn Schulden die Existenz bedrohen" steht unter www.caritas.ch/positionspapiere zum Download bereit.

12.09.2013 | 774 Aufrufe

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