Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981 sollen einen Solidaritätsbeitrag erhalten. Das Gesuch muss spätestens bis 31. März 2018 beim Bund eingereicht werden. Die Beratungsstelle Opferhilfe Aargau Solothurn und das Staatsarchiv bieten den Opfern Unterstützung an.

DGS

Die Eidgenössischen Räte haben am 30. September 2016 den Gegenvorschlag des Bundes zur sogenannten Wiedergutmachungsinitiative angenommen. Das Bundesgesetz über die Aufarbeitung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981 (AFZFG) soll per 1. April 2017 in Kraft treten.

Solidaritätsbeitrag als Wiedergutmachung

Mit dem Gesetz anerkennt der Bund, dass den Opfern Unrecht zugefügt wurde, das sich auf ihr ganzes Leben ausgewirkt hat. Als Wiedergutmachung sieht das Gesetz einen Solidaritätsbeitrag an die rund 12'000 bis 15'000 Opfer vor. Insgesamt stehen 300 Millionen Franken zur Verfügung. Der genaue Betrag ist abhängig von der Anzahl Gesuche und soll maximal 25'000 Franken für jedes Opfer betragen. Nicht alle Personen waren im gleichen Ausmass von den Massnahmen betroffen. Anspruch auf den Solidaritätsbeitrag hat, wer als Opfer im Sinne des Gesetzes gilt. Darunter fallen alle Personen, deren körperliche, psychische oder sexuelle Unversehrtheit oder deren geistige Entwicklung unmittelbar und schwer beeinträchtigt worden ist. Dazu zählen körperliche und psychische Gewalt sowie sexueller Missbrauch. Opfer ist auch, wer sein Kind unter Druck hat weggeben, zur Adoption freigeben, eine Abtreibung vornehmen oder sich hat sterilisieren lassen müssen. Ebenso fallen darunter Medikamentenversuche, wirtschaftliche Ausbeutung, gezielte Behinderung der persönlichen Entwicklung sowie soziale Stigmatisierung.

Unterstützung durch Opferhilfe und Staatsarchiv

Bereits ab 1. Januar 2017 können Opfer ihr Gesuch für den Solidaritätsbeitrag beim Bundesamt für Justiz einreichen. Wichtig: letztmöglicher Termin ist der 31. März 2018. Dabei können sich die Opfer von der Beratungsstelle Opferhilfe Aargau Solothurn unterstützen lassen. In Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv hilft die Beratungsstelle den Opfern ausserdem bei der Suche nach ihren Akten.

Wichtige Adressen für Betroffene

Gesuchsformular und Wegleitung:

Bundesamt für Justiz, Fachbereich FSZM
Bundesrain 20
Postfach 8817
3001 Bern

> Solidaritätsbeitrag

Beratungsstelle Opferhilfe Aargau Solothurn:

Beratungsstelle Opferhilfe
Aargau Solothurn
Vordere Vorstadt 5
5001 Aarau

www.opferhilfe-ag-so.ch
Telefon 062 835 47 90
E-Mail

 

Symbolbild von Gerd Altmann / pixelio.de

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