Dass der sparsame Umgang mit Strom nicht nur das eigene Portemonnaie, sondern auch die Umwelt entlastet, ist allgemein bekannt. Aber wie spart man eigentlich Strom richtig? Hier kursieren in der Bevölkerung noch immer einige Mythen, die früher richtig gewesen sein mögen, inzwischen aber veraltet sind. Wir haben uns schlau gemacht und klären darüber auf.

Martina Gloor

Spart Duschen oder Baden mehr Strom? Sind Wäschetrockner wirklich grosse Stromfresser? Sollte das Geschirr lieber per Hand gespült werden? Und was ist mit in der Steckdose befindlichen Handyladegeräten, an denen kein Smartphone angeschlossen ist? Viele Verbraucher haben die feste Absicht, Strom zu sparen, machen dabei aber Fehler und der Schuss geht nach hinten los. Die folgenden Märchen sind nur schwer aus den Köpfen der Bevölkerung zu kriegen.

Energiesparlampen lieber brennen lassen, als sie permanent ein- und auszuschalten

Falsch. Am wenigsten Strom verbraucht immer noch die ausgeschaltete Lampe. Zwar wird beim Einschalten ein Tick mehr Strom verbraucht, diese Menge ist aber vernachlässigbar. Auch der Mythos, dass die Herstellung von LED-Lampen mehr Energie kostet als die Herstellung herkömmlicher Glühlampen, ist weit verbreitet. Das ist zwar richtig, allerdings wird dieser Nachteil durch eine erheblich längere Betriebsdauer wettgemacht. Um diese Behauptung zu überprüfen, machen Sie am besten einen Selbsttest. In Onlineshops wie Beleuchtungdirekt sind alle auf dem Markt erhältlichen Leuchtmittel verfügbar. Vergleichen Sie Stromverbrauch und Lebensdauer von LED-Lampen, Energiesparlampen und Glühlampen miteinander!

Duschen ist stromsparender als ein Bad in der Wanne

Bedingt richtig! Das gilt nämlich nur bis zu einer Duschzeit von 10 Minuten. Jede Minute länger macht wiederum ein Bad in der Wanne zur besseren Alternative. Eine Dusche, die 10 Minuten läuft, verbraucht ungefähr die Wassermenge, die nötig ist, um eine Badewanne zu füllen. In Mehrpersonenhaushalten kann die Badewanne zum echten Stromsparer werden, wenn Kinder das Badewasser der Eltern mitnutzen. Duschen macht sich also nur dann positiv auf der Stromrechnung bemerkbar, wenn nicht getrödelt wird. Mit Joulia kann beim Duschen noch mehr Energie gespart werden.

Nudelwasser im Topf erhitzen

Bei dieser Thematik werden viele Leute vielleicht nicht so schnell auf die bessere Variante kommen. Was in den meisten Haushalten Normalität ist, verbraucht in Wahrheit eine Menge Strom. Dieser muss zuerst die Herdplatte aufheizen und anschliessend noch den Topf. So sind schon einige Kilowattstunden Strom verbraucht, ehe das eigentliche Ziel, nämlich das Erhitzen des Wassers im Topf, angegangen werden kann. Hinzu kommt die Energieverschwendung der Nachwärme. Noch 20 Minuten nach Abschalten des Elektroherdes geht durch die warme Heizplatte unnütz Energie verloren. Die bessere Methode, Nudelwasser aufzukochen, ist deshalb der Wasserkocher. Kochen Sie in diesem nur die Menge Wasser auf, die Sie auch wirklich für die Nudeln brauchen! Und schon haben Sie wieder Strom gespart.

Wäsche muss bei 40, 60 oder 95 Grad gewaschen werden

Ganz falsch! Gerade das Erhitzen des Wassers in der Waschmaschine ist ein grosser Stromfresser. Werbe-Ikone Clementine propagierte vor Jahren die in der Überschrift genannten Waschtemperaturen. Seitdem hat sich die Zusammensetzung von Waschmitteln grundlegend geändert. Desinfizierende Zusätze sorgen dafür, dass ganz normale Buntwäsche heute schon bei 20 Grad Waschtemperatur sauber wird und damit auch der Hygiene Genüge getan wird.

Stark verschmutzte Wäsche wird bereits bei 40 Grad sauber. Und Kochwäsche ist komplett überholt. Bei modernen Waschmaschinen laufen die Waschprogramme zwar länger als früher, trotzdem verbrauchen sie aufgrund besserer Technik weniger Strom. Längeres Waschen bei niedrigerer Temperatur macht die Wäsche genauso sauber und spart zudem Energie. Klingt seltsam, ist aber so. Die Erleuchtung bringt das Beispiel Autofahren: Wer eine Strecke mit geringerer Geschwindigkeit absolviert, verbraucht weniger Sprit, braucht aber länger.

Wäschetrockner sind übrigens ganz überflüssig. Die gute alte Wäscheleine kommt ganz ohne Strom aus. Und im Winter profitieren aufgeheizte Räume mit trockenem Raumklima durch die zum Trocknen aufgehängte feuchte Wäsche.

Ladekabel in der Steckdose verbrauchen ohne Handy keinen Strom

Falsch. Dass dies nicht der Fall ist, hat allerdings schon die Runde gemacht und wird immer mehr beachtet. Die im Ladekabel eingebauten Transformatoren sorgen für permanenten Stromverbrauch, auch wenn das Smartphone nicht angeschlossen ist. Deshalb gehören Ladekabel nach dem Aufladevorgang immer aus der Steckdose.  

 

Herkömmliche Glühlampen sind sehr ineffizient, weil nur etwa 2,2 Prozent der elektrischen Energie in Licht umgewandelt wird. Der Rest der Energie wird als Wärmestrahlung abgestrahlt und verpufft ungenutzt. (Bildquelle: Krisana Antharith – 764422441 / Shutterstock.com)

 

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