Um zu verstehen, welche Störungen es in diesem Bereich gibt, ist es sicherlich angebracht, die Pupillen etwas näher zu beschreiben. Die Pupille ist jener schwarze Kreis in der Mitte der Iris. Durch sie gelangt das Licht an die Netzhaut, die mit unzähligen lichtempfindlichen Zellen besetzt ist. Die Besonderheit der Pupille besteht darin, dass sie ihren Durchmesser den jeweiligen Lichtverhältnissen anpassen kann. Damit nicht zu viel Licht ins Innere des Auges gelangt, verkleinert sich die Pupille. Ist es jedoch dunkel, dann weitet sie sich, sodass auch bei schwachen Lichtverhältnissen immer noch ausreichend viel Licht ins Auge fallen kann. Daher ist es auch möglich, im Dunkeln noch etwas zu erkennen. Die Verengung und auch die Erweiterung der Pupille erfolgen durch einen fächerartig geformten Muskel. Doch die Reflexe funktionieren nicht immer korrekt, sodass es zu einer Pupillenstörung kommen kann.

Martina Gloor

Es gibt unterschiedliche Pupillenstörungen

Grundsätzlich gibt es zwischen den Augen und dem Gehirn zwei Verbindungen. Zum einen gibt es die Verbindung von dem Auge in Richtung Gehirn. Diese Verbindung, bei der Daten vom Auge zum Gehirn übertragen werden, heißt offiziell afferenter Weg. Die zweite Verbindung führt vom Gehirn zum Auge und wird als efferenter Weg bezeichnet. Auf jeden Fall müssen beide Verbindungen intakt sein, damit die Pupille richtig funktioniert. Tritt bei einer der beiden Verbindungen ein Problem auf, dann kommt es zu einer Pupillenstörung.

Afferente Störungen der Pupille

Werden auf dem Weg vom Auge zum Gehirn die Impulse nicht korrekt weitergeleitet, dann kann das Gehirn die Pupilleneinstellung nicht mehr richtig steuern. Afferente Störungen treten zumeist als Folge von Krankheiten auf. Zu den Krankheiten, die am häufigsten eine Pupillenstörung verursachen, gehören diese hier:

  • Glaukom
  • Netzhautablösung
  • Diabetische Retinopathie

Bei Pupillenstörungen, die durch die oben genannten Krankheiten auftreten, sind immer beide Augen betroffen. Der Augenarzt sagt dann, dass die Störungen isokor auftreten.

Efferente Pupillenstörungen

Derartige Störungen der Pupillen treten immer dann auf, wenn die Impulsübertragung zwischen dem Gehirn und dem Auge nicht richtig funktioniert. Dabei kann es sich um Probleme im Bereich der Augenmuskulatur oder um Nervenschäden handeln. Da die Muskeln durch die Nerven gesteuert werden, muss herausgefunden werden, in welchem Bereich die eigentliche Ursache liegt. Efferente Störungen der Pupillen können auch nur ein einzelnes Auge betreffen.

Das Horner-Syndrom

Zu den efferenten Pupillenstörungen gehört auch das sogenannte Horner-Syndrom. Bei diesem Symptom existiert meistens ein Schaden im Verbindungsstrang zwischen dem Hypothalamus und dem Auge. Auch dieses Problem tritt in der Regel einseitig auf und zeigt sich anhand dreier auffälliger Symptome. Dazu gehören:

  • Die Lidsenkung
  • Die Pupillenverengung
  • Enophthalmus (Hochgezogenes Unterlid)

Die Ursachen für das Horner-Syndrom liegen zumeist in Verletzungen der Halswirbelsäule. Oftmals sind aber auch Krebserkrankungen für die Störung einer oder beider Pupillen verantwortlich.

Der Augenarzt kann eine Diagnose erstellen

Nicht immer merkt der Betroffene es selbst, wenn bei ihm eine Pupillenstörung aufgetreten ist. Meistens wird dieses Problem durch die Mitmenschen erkannt. Dann sollte aber auf jeden Fall möglichst bald ein Augenarzt aufgesucht werden. Dieser stellt fest, um welche Art von Störung es sich handelt. Dazu stehen ihm unterschiedliche Diagnoseverfahren zur Verfügung. Zunächst stellt er mit recht einfachen Methoden fest, wie das Auge auf Lichtreize reagiert. Die Untersuchung wird an beiden Augen vorgenommen, damit er den Unterschied feststellen kann.

Die Behandlung der Pupillenstörung

Da die Pupillenstörung meistens ein Symptom einer anderen Erkrankung ist, muss diese zunächst behandelt werden. Liegt eine Störung im Bereich der Pupille nachweislich vor, kann dieser Befund eine völlig andere Diagnose einer Grunderkrankung manifestieren. Das kann eine große Hilfe bei der Behandlung der Grunderkrankung sein.

Fazit

Bei einer Pupillenstörung handelt es sich zumeist um eine Folgeerscheinung einer völlig anderen Erkrankung. Wird sie festgestellt, dient die Diagnose auf jeden Fall dazu, Vermutungen über den Ausbruch weiterer Krankheiten zu bestätigen.

 

Symbolbild von marika / pixelio.de