Die langfristigen Trends in der Schweizer Kinolandschaft zeigen eine deutliche Zunahme bei der Anzahl Kinokomplexen: sie ersetzen mehr und mehr die Einsaalkinos. Beim Angebot an Filmen ist ebenfalls ein Zuwachs zu verzeichnen, auch wenn viele nur punktuell vorgeführt werden. Rückläufig sind hingegen die jährlichen Kinoeintritte, und auch 3D-Filme lockten jüngst kein zusätzliches Publikum an. Dies zeigt die neuste Taschenstatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS) zum Thema Kinoinfrastruktur, Filmangebot und Kinoeintritte in der Schweiz.

BFS

Bis in die Sechzigerjahre wurde intensiv in die Eröffnung neuer Kinos investiert. In über 600 Kinos – es handelte sich fast ausschliesslich um Einsaalkinos – wurden damals Filme auf die Leinwand projiziert. Die Anzahl Kinos hat sich seither mehr als halbiert, nicht aber die Anzahl Kinosäle (aktuell rund 600 aktive Kinosäle).

Über 70% der Einsaalkinos wurden im gleichen Zeitraum geschlossen. Durch die vermehrte Eröffnung von Kinokomplexen werden jedoch heute im Vergleich zu den Sechzigerjahren in etwa in gleich vielen, jedoch kleineren Kinosälen, Filme gezeigt. In den zehn grössten Städten nahm die Anzahl aktiver Kinosäle in den letzten knapp 60 Jahren sogar leicht zu.

Immer mehr punktuell vorgeführte Filme

Das Angebot an Kinofilmen hat in den letzten Jahrzenten beträchtlich zugenommen. Es werden aktuell fast doppelt so viele Filme im Kino gezeigt wie Mitte der Neunzigerjahre. 2018 waren es insgesamt über 2000 Filme. Die Anzahl Neuerscheinungen stieg seit 1995 ebenfalls stark, und zwar um 85% auf gut 500 Filme. Rund 15% der Kinofilme sind Schweizer Produktionen – in absoluten Zahlen sind es aktuell 330 und damit dreimal mehr als im Jahr 1995. Diese Trends deuten auf eine deutliche Erhöhung des Filmangebotes hin, allerdings ist ein bedeutender Teil dieser Filme nur in vereinzelten Vorstellungen zu sehen.

Abwärtstrend bei Kinoeintritten hält an

Die Anzahl Kinoeintritte sank seit 1980 von 21 Millionen auf einen Tiefstwert von knapp 12 Millionen im Jahr 2018. Am stärksten sanken die Eintritte in den Achtzigerjahren, als sie erstmals die 15-Millionen-Marke unterschritten. Die Eintritte pro Einwohnerin und Einwohner sanken von 3,3 im Jahr 1980 auf 1,4 Eintritte im Jahr 2018. Die Schweiz liegt mit diesem Wert im europäischen Mittelfeld. Im Vergleich der Sprachregionen hat über den gesamten Zeitraum die französischsprachige Schweiz die höchsten Pro-Kopf-Werte (aktuell 1,8).

Der Marktanteil für Schweizer Filme gemessen an den Eintritten beträgt aktuell etwas mehr als 6%. Dieser hängt sehr stark vom Erfolg einzelner Titel ab. In den letzten 20 Jahren ist ein leichter Aufwärtstrend beim Marktanteil von inländischen Produktionen zu beobachten. Der Anteil an Eintritten bei 3D-Vorführungen ging in den letzten fünf Jahren um 8 Prozentpunkte zurück und betrug 2018 rund 15%. Im gleichen Zeitraum nahm auch das Angebot an 3D-Vorführungen ab: 2014 wurden in knapp jeder fünften Vorstellung die Filme in 3D projiziert, im Jahr 2018 noch knapp in jeder siebten.

 

Symbolbild von Rainer Sturm / pixelio.de

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