Eigentlich wollte die Schweiz 2006 einfach die kantonalen Schulsysteme harmonisieren. Doch dann hat die Bürokratie der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) ein Monstrum erschaffen, den Lehrplan 21. Noch 2011 erklärte die EDK: „Bund und Kantone verständigen sich auf wenige konkrete und überprüfbare Ziele.“ Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde drei Jahre gewerkelt. Am Ende des Prozesses steht nun ein fast 500 Seiten dickes Werk.

von René Steiner, Kantonsrat, Olten

Der Schulstoff wird in Tausend und mehr Fragmente zerstückelt. Das klingt dann etwa so: „Schülerinnen und Schüler können in kooperativen Situationen das eigene Schreibziel reflektieren und zur Schreibaufgabe in Bezug setzen, um den eigenen Schreibprozess zielgerichtet zu steuern.“ Alles klar?

Noch ein pikantes Detail: Niemand darf wissen, wie die EDK diesen Entscheid für den Lehrplan 21 gefällt hat. Das Protokoll dieser Sitzung ist unter Verschluss! Die EDK rückt es auch auf Nachfrage nicht heraus. Warum? Man kann nur mutmassen. Das ist staatspolitisch ein absolutes „no go“ Auf jeden Fall ist der Lehrplan 21 nicht das, was das Volk 2006 bestellt hat. Und es ist nicht das, was die EDK selbst noch 2011 in Aussicht gestellt hat.

Es ist Zeit, diesem Unsinn ein Ende zu bereiten. Die Schulen brauchen nicht noch eine weitere Bürokraten Reform. Auch wenn sie unter dem Deckmantel der Harmonisierung daher kommt. Tatsache ist, dass nicht harmonisiert wird. Gerade in der Frage, ob man zuerst Englisch oder zuerst Französisch lernt, bringt der LP21 keine einheitliche Regelung. Es wird nicht harmonisiert, sehr wohl aber bürokratisiert und zentralisiert. Oder wie Anita Fetz (SP) es auf den Punkt gebracht hat: „Der Lehrplan 21 ist gescheitert.“

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