Das Kunstmuseum Olten muss seine Sommerausstellungen, die am 1. Juni hätten eröffnet werden sollen, wegen dem Fehlen eines städtischen Budgets bzw. einer Beschwerde verschieben. Betroffen sind das Ausstellungsprojekt «Rendezvous», eine Kooperation mit der in Olten domizilierten Stiftung für Kunst des 19. Jahrhunderts, und der «Disteli-Dialog V» des Innerschweizer Künstlers, Kurators und Performers Hans Peter Litscher.

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Dank der Unterstützung von Projektpartner/innen, beteiligten Kunstschaffenden, Auftragnehmer/innen, Leih- und Geldgeber/innen sowie dem Lotteriefonds des Kantons Solothurn konnte eine Absage der Projekte verhindert und damit ein grösserer finanzieller Schaden für Museum und Stadt abgewendet werden. Zudem ermöglicht das Entgegenkommen der Projektbeteiligten des aktuell laufenden Projekts «Linck. Reloaded», diese sehr erfolgreiche Ausstellung sowie die darauf Bezug nehmende Sammlungspräsentation und die Schaufensterausstellung im ehemaligen Taschengeschäft Zimmermann bis und mit 4. August zu verlängern. Die vorgesehene Neubespielung des «Dienstraums», der kleinen, aber viel beachteten Aussenstation des Museums auf dem Gleis 7 im Bahnhof Olten, kann realisiert werden. Ab Anfang Juni wird dort «Sergej’s World. Sergej Klammer kuratiert von Sandi Paucic» zu sehen sein.

Die Stadt Olten ist nach der Ablehnung des Budgets 2019 durch den Souverän noch bis mindestens Mitte Jahr ohne gültiges Budget. Damit die städtischen Institutionen und die Verwaltung ihre Aufgaben in dieser Zeit soweit erfüllen können, wie es gesetzliche Vorgaben und vertragliche Bindungen vorschreiben, hatte der Stadtrat die dafür notwendigen Budgetposten im Rahmen eines Notbudgets bewilligt. Unter anderem wurden auf diesem Weg auch die Ausgaben für die in Vorbereitung befindlichen nächsten Ausstellungen des Kunstmuseums freigegeben. Gegen die Entscheide des Stadtrats von Mitte April wurde jedoch beim kantonalen Amt für Gemeinden Beschwerde eingereicht. Dies zwang den Stadtrat, die betreffenden Beschlüsse bis zur Klärung der Situation per sofort auszusetzen und deren Umsetzung zu stoppen.

Dadurch war das Kunstmuseum Olten gezwungen, die auf Hochtouren laufenden Vorbereitungen für seine Sommerausstellung «Rendezvous. Kostbarkeiten aus Sammlung für Kunst des 19. Jahrhunderts und der Museumssammlung» und den damit verbundenen Disteli-Dialog von Hans Peter Litscher mit dem Titel «Und Hasen, Hasen schneit es fort, Millionen jede Stund’» in der Endphase zu stoppen. Obwohl der Stadtrat angesichts der terminlichen Dringlichkeit in der Zwischenzeit entschieden hat, die Ausstellungen angesichts der drohenden Einnahmenausfälle trotz der hängigen Beschwerde und mit Einschränkungen zu realisieren, kann daher der geplante Eröffnungstermin vom 1. Juni nicht mehr eingehalten werden. Auch eine kurzfristige Verschiebung um eine oder zwei Wochen war wegen Terminkollisionen und anderweitigen Verpflichtungen von ProjektpartnerInnen und AuftragnehmerInnen nicht mehr möglich.

Glücklicherweise müssen die Projekte aber nicht ganz abgesagt werden. Eine Umstellung im Ausstellungsprogramm 2020, die Verkürzung der über den Jahreswechsel 2019/2020 laufenden «Jahresausstellung der Solothurner Künstlerinnen und Künstler» um eine Woche sowie das grosszügige Entgegenkommen aller Beteiligten erlaubt es, die beiden «Sommerausstellungen» nun neu Ende Januar 2020 zu eröffnen.

Damit das Museum in den Sommermonaten nicht geschlossen bleiben muss, werden die aktuelle Ausstellung «Linck. Reloaded», die darauf Bezug nehmende Sammlungs-präsentation und die Schaufensterausstellung mit Linck-Gebauchskeramik im ehemaligen Taschengeschäft Zimmermann bis und mit 4. August verlängert. Die Einzelausstellung des österreichischen Künstlers Elmar Trenkwalder in der Stadtkirche wird wie geplant nach dem Internationalen Museumstag vom kommenden Sonntag, 19. Mai, abgebaut. Die Neubespielung des «Dienstraums», der kleinen, aber viel beachteten Aussenstation des Museums auf dem Gleis 7 im Bahnhof Olten, kann indes realisiert werden. Ab Anfang Juni wird dort «Sergej’s World. Sergej Klammer kuratiert von Sandi Paucic» zu sehen sein.

Durch die zeitnahe Verschiebung der Sommerausstellungen kann finanzieller Schaden für Museum und Stadt abgewendet werden. Bei einer Absage in diesem Projektstadium wären nämlich – im Gegensatz zu den bereits getätigten Ausgaben – die budgetierten Fremdeinnahmen ganz entfallen. Was das bedeutet, verdeutlicht die Tatsache, dass sich das Budget des Kunstmuseums Olten fast zur Hälfte aus Fremdmitteln speist. Diese setzen sich aus erheblichen subsidiär gesprochenen Beiträgen aus dem Lotteriefonds des Kantons Solothurns und Geldern von anderen Kantonen, Gemeinden und Stiftungen sowie von Privatpersonen und Firmen zusammen.

 

Foto: kunstmuseumolten.ch

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