Das Departement für Bildung und Kultur des Kantons Solothurn hat gestern anlässlich einer Medienkonferenz Empfehlungen zur informatischen Bildung des Kantons Solothurn vorgestellt. Die Schulen erhalten damit erprobte Empfehlungen und solide Grundlagen für strategische, technische und organisatorische Entscheide für die informatische Bildung. Damit aktualisiert der Kanton - 23 Jahre nach der ersten Verankerung des Begriffs «Informatik und Medienbildung» im Lehrplan - für die Volksschule die Regelstandards für die informatische Bildung und geht damit in die mobile 1:1-Computing Ära.

DBK

Grafik: Regelstandards informatische Bildung (zVg.)

Die Regelstandards „Informatische Bildung“ sowie der Schlussbericht „myPad“ sind im Internet unter www.vsa.so.ch abrufbar.

Der Kanton Solothurn als Industriekanton erkannte früh den Stellenwert der «informatischen Bildung» für Bildung und Beruf und legte 1992 mit dem Kapitel «Informatik und Medienbildung» im Lehrplan den Grundstein für die Einführung des Computers im Schulunterricht. Zehn Jahre später begann im Rahmen der Swisscom-Bildungsoffensive «Schulen ins Netz» der Einzug des Internets in die Schulzimmer. Seit 2008 bildet das «stufenübergreifende ICT-Entwicklungs­konzept für die Schulen im Kanton Solothurn» den verbindlichen Rahmen für die Nutzung sowie den Unterricht mit ICT, Internet und digitalen Medien in den Schulen. Mit der Verankerung der informatischen Bildung in der Lektionentafel ab der 3. Klasse der Primarschule bis zur 3. Klasse der Sekundarschule hat der Kanton Solothurn in der schweizerischen Bildungslandschaft eine Pionierleistung erbracht, welche im In- und Ausland Beachtung fand.

Informatische Bildung – neu mit Informatik

Das stufenübergreifende ICT-Entwicklungskonzept aus dem Jahr 2008 wurde auf seine Umsetzung und Wirksamkeit überprüft. Die Ergebnisse zeigten, dass die technischen und pädagogischen  Ziele übertroffen wurden. Die Evaluation zeigte aber auch auf, dass die rasante technische Entwicklung sowie die explosionsartige Verbreitung von mobilen Computern in der Gesellschaft und im Beruf zwingend erfordern, das Konzept weiterzuentwickeln.

Das Fach «informatische Bildung» wird mit Informatik ergänzt und baut neu auf drei Säulen auf:

  • Medienbildung, bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit den (digitalen) Medien;
  • ICT-Anwendungskompetenz, Fähigkeit im Umgang mit den digitalen Medien, also Geräten, Technologien und Anwendungen;
  • Informatik erschliesst die Gesetze der Informationsverarbeitung mit dem Computer. Wie „tickt“ die Digitalisierung? Methoden, Möglichkeiten und Grenzen des Computereinsatzes müssen Schülern und Schülerinnen plausibel gemacht werden.

Steuerungswissen verhindert Fehlinvestitionen

Mit der Einführung von Tablet-Computern als Arbeitsgeräte lancierte der Kanton Solothurn 2012 bis 2014 das Projekt „myPad“, ein schweizweit einmaliges 1:1-Computing-Projekt. In zwölf Schulklassen von der 3. Klasse der Primarschule bis zur 3. Klasse der Sekundarschule und in zwei Klassen der Sekundarstufe II erhielten alle Schüler ein persönliches iPad, das ihnen und ihren Lehrpersonen sowohl in der Schule wie auch in der Freizeit zur Verfügung stand. Insgesamt nahmen 45 Lehrpersonen und 250 Schüler teil. So konnte eine kantonal breit abgestützte Datengrundlage geschaffen werden. Die Ergebnisse des Projekts „myPad“ wurden einbezogen in die Empfehlungen und in die Regelstandards für die informatische Bildung.

Gerüstet für die Zukunft

Mit den aktualisierten Empfehlungen und den überarbeiteten Regelstandards sind die Grundlagen für die Weiterentwicklung geschaffen. Die Einwohnergemeinden als Schulträger, die in diese Richtung weitergehen, sind für die Neuinvestitionen der Zukunft gerüstet.

Vision – Die Zukunft beginnt jetzt

Bildungs- und Kulturdirektor Remo Ankli zeigte sich an der Medienkonferenz überzeugt, dass „Künftig jeder Schüler ein eigenes Gerät besitzen wird, die Netzwerke lei­stungsfähig werden und das Cloud-Computing in raschen Schritten an Bedeutung gewinnen wird. Bildung und Schule würden genauso digital durchdekliniert wie alle anderen Gesellschaftsbereiche. Der lange Zeit als stabil geltende Bildungskanon werde durch diese Digitalisierung der Welt herausgefordert. Dies zu erkennen und damit umgehen zu können, darauf sollten wir unsere Schüler vorbereiten“.

 

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